17.02.2026
Rethinking Attitudes toward Refugee Immigration: The Deservingness-Capacity Framework
Einwanderung ist in den europäischen Gesellschaften zu einem zunehmend umstrittenen und politisierten Thema geworden, was zu einer wachsenden Zahl wissenschaftlicher Arbeiten geführt hat. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Lücken bei der Erklärung der allgemeinen Einstellungen zur Einwanderung. Erstens stützen sich viele Studien auf empirische Modelle mit nur mäßiger Erklärungskraft. Zweitens wird zwar zunehmend anerkannt, dass sich die Einstellungen gegenüber Flüchtlingen von den allgemeinen Einstellungen zur Einwanderung unterscheiden, doch stützt sich die Forschung in diesem Teilbereich weiterhin auf allgemeinere Theorien.
Aufbauend auf theoretischen Arbeiten in der Migrationsforschung und verwandten Fachgebieten schlägt Tobias Hillenbrand ein „Deservingness–Capacity Framework“ vor, das die Einstellungen gegenüber Flüchtlingen als das gemeinsame Ergebnis der wahrgenommenen „Verdiensthaftigkeit“ der Flüchtlinge und der wahrgenommenen Kapazitäten der Aufnahmegesellschaft konzeptualisiert, wobei beide Faktoren jeweils in analytisch unterscheidbare Teilkomponenten untergliedert werden. Das Rahmenkonzept wurde anhand qualitativer Daten aus einer großen Stichprobe der deutschen Bevölkerung entwickelt.