Jasmin Höning // Körper und KI in der Kunst. Künstlerische Strategien zur Disruption des Kontrolldispositivs
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NameJasmin Höning
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Promotionsvorhaben
Arbeitstitel: Körper und KI in der Kunst. Künstlerische Strategien zur Disruption des Kontrolldispositivs
Fachgebiet: Kunstgeschichte
Betreuende: Prof. Dr. Kerstin Schankweiler, Prof. Dr. Carsten Junker
Abstract
Dieses Dissertationsprojekt untersucht zeitgenössische künstlerische Praktiken, die das Verhältnis von Körper, Kontrolle und Künstlicher Intelligenz (KI) reflektieren und kritisch verhandeln. Ausgangspunkt ist die Beobachtung einer ausgeprägten Körperbezogenheit in aktuellen Kunstwerken mit KI-Bezug. Durch den Einsatz von KI in Bildproduktion, Gesichtserkennung und Datenanalyse werden Körper und Körperbilder zunehmend als Datensätze und operative Bilder als Teil von KI-Systemen behandelt. Diese Systeme beruhen auf normativen Annahmen, reproduzieren Machtverhältnisse und verwenden und produzieren Bilder, die nicht mehr nur darstellen, sondern wirken – indem sie klassifizieren, bewerten, überwachen, optimieren und homogenisieren. Diese Dissertation versteht diese Prozesse als Teil eines erweiterten Kontrollbegriffs, der ästhetische, epistemologische und soziopolitische Dimensionen umfasst.
Zentrale These ist, dass zeitgenössische Kunst diese Formen der Kontrolle nicht nur thematisiert, sondern aktiv durch künstlerische Strategien stört, umnutzt oder sichtbar macht. Die Arbeit fragt danach, welche Strategien dabei eingesetzt werden, wo Kontrollmechanismen reproduziert werden und unter welchen Bedingungen KI-Technologien in Werkzeuge der Selbstermächtigung transformiert werden können. Untersucht wird zudem, wie sich diese Werke in eine Problemgeschichte der Körper(-bilder) in der Kunst einordnen lassen, welche neuen Aspekt durch die Verwendung von KI zu Tage kommen und welches Erkenntnispotenzial aus der Verschränkung kunstwissenschaftlicher und technokritischer Diskurse entsteht.
Methodisch folgt die Dissertation einer prismatischen und interdisziplinären Fallstudienanalyse, wobei je ein spezifischer künstlerische Modus Operandi in den Fokus gerückt werden soll. Der theoretische Rahmen stützt sich auf das Konzept des Kontrolldispositivs nach Michel Foucault sowie dessen Weiterführung zur Kontrollgesellschaft bei Gilles Deleuze, ergänzt durch aktuellere queer-feministische und postkoloniale Perspektiven. Rückgreifend auf ein Verständnis des Kontrolldispositiv als Netzwerk aus Diskursen, Institutionen, Gesetzen und Praktiken, wird KI-Technologie als Teil dieses Netzes gedacht, welches mitbestimmt, was machbar, sagbar und zeigbar ist. Widerstandsfähige künstlerischen Praktiken finden sich demnach in einer Verhandlung des Mach-, Zeig-, und Sagbaren – jedoch auch in der damit untrennbaren Demaskierung von Narrativen, Mythen und Phantasmen rund um KI. Ziel ist eine systematische Analyse künstlerischer Strategien, die Körper, KI und Kontrolle neu konstellieren und kritisch befragbar machen.
Curriculum Vitae
| Seit April 2024 |
Doktorandin im Fach Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Kerstin Schankweiler, TUD im Rahmen des Schaufler Lab@TU Dresden |
| 2021 – 2023 |
Wissenschaftliche Volontärin |
| bis 2021 |
Studium der Europäischen Kunstgeschichte (Hauptfach) sowie der Anglistik und der Klassischen Archäologie (Nebenfächer) |
| 2018 – 2019 |
Wissenschaftliche Hilfskraft |
Publikationen
Patrizia Kränzlein. Linie – Fläche – Raum, hrsg. v. Kultur- und Sportamt Bietigheim-Bissingen und Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, 2023.
Die Suche nach „dem Absoluten, dem Klaren“. Wobbe Alkema, in: Avantgarde in den Niederlanden, hrsg. v. Kultur- und Sportamt Bietigheim-Bissingen und Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 2022.
„Vom Wind gezeichnet, vom Licht gefärbt“. Job Hansen, in: Avantgarde in den Niederlanden, hrsg. v. Kultur- und Sportamt Bietigheim-Bissingen und Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 2022.
Stille Muster in Bewegung. Zu Alum Lees Linolschnittserie Karomuster No.1 – No.100, in: Linolschnitt heute XII., hrsg. v. Kultur- und Sportamt Bietigheim-Bissingen und Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 2022.
Abstrakte Kunst nach 1945 in Italien und Deutschland, in: Show & Tell. Studierende bieten Einblick in die Privatsammlung Erik Jayme, Ausst.-Kat., hrsg. v. M. Effinger und H. Keazor, Heidelberg University Publishing 2019.
Vorträge
Konferenzbeitrag im Rahmen der Konferenz Ethics and Aesthetics of Artificial Images, Università Iuav di Venezia: „Towards Pluralization? Artificial Body Images and Contemporary Art Practices“, 10.05.2025
Vortrag im Rahmen der Veranstaltung „THE ARTIST – Künstler:innen-Sein in Zeiten von ‚intelligenter‘ Technik“ DIE BÜHNE – Das Theater der TU Dresden: „Identitätsverhandlungen durch Selbstdarstellungen in KI-generierter Kunst“, 12.10.2024
Konferenzbeitrag im Rahmen der 5. TUDiSC Konferenz (Disrupting Scientific Boundaries), TU Dresden: “Reframing Faces – Artistic Strategies within the critique of AI training datasets”, 25.09.2024
22 Years After – 22 Jahre Danach. Dieter Kränzlein und Frederick D. Bunsen, Ausstellungseröffnungsrede, Kunstzentrum Karlskaserne Ludwigsburg, 17.09.2023.
Freier Fall und Ferner Stern. Zum 100. Geburtstag von Fred Stelzig, Ausstellungseröffnungsrede, Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, 25.11.2022.