Videocast
Im Schaufler Kolleg@TU Dresden ist ein innovatives Videocast-Format entstanden, das den Projektschwerpunkt Daten↔Welten auf neue Weise erlebbar macht. In spannenden Gesprächen treffen unsere Doktorand:innen auf Künstler:innen und Wissenschaftler:innen und erkunden gemeinsam die Schnittstellen zwischen Kunst, Forschung und digitaler Gesellschaft. Das Format eröffnet vielfältige Perspektiven auf den Umgang mit Daten in unserer Zeit – kritisch, kreativ und interdisziplinär.
Inhaltsverzeichnis
- Tobias Revell im Gespräch mit Niklas Egberts: Design and the Social Construction of AI
- Ted Chiang im Gespräch mit Andrew Erickson: Artistic Conext, GenAI, and the Dilution of Intention
- Finn Brunton im Gespräch mit Nelly Saibel: History of Digital Cash and Contemporary Crypto Politics
- Frederike van Oorschot im Gespräch mit Marie Briese: Data in Digital Theology: Dimensions, Hermeneutics and Methods
- Shannon Mattern im Gespräch mit Johanna Grosche: Archives, Infrastructures, and the Humanities in Data Worlds
Tobias Revell im Gespräch mit Niklas Egberts: Design and the Social Construction of AI
Tobias Revell im Gespräch mit Niklas Egberts: Design and the Social Construction of AI.
Tobias Revell im Gespräch mit Niklas Egberts: Design and the Social Construction of AI.
In seiner Präsentation am Schaufler Lab stellt der Londoner Designer, Künstler und Wissenschaftler Tobias Revell Inhalte aus seinem Dissertationsprojekt zur Rolle von Design in der Konstruktion von Künstlicher Intelligenz vor. Zu den Strategien, die Revell näher diskutiert, gehören die Konstruktion von technologischen Zukünften, die Produktion von Nutzungszusammenhängen, Szenen des Spektakels von Fortschritt und technologische Normativität. Revell betrachtet das Feld aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive, die zwar nicht die Materialität von Technologien verneint, die Aufmerksamkeit jedoch in erster Linie auf die Praktiken, Szenen und Ereignisse legt, in welchen KI als diskursives Objekt konstituiert wird. In der Diskussion gehen wir unter anderem tiefer auf die Begriffsgeschichte der Ent- und Verzauberung im Zusammenhang mit Technologie ein und verfolgen ihre Implikationen für gegenwärtige Debatten zu Datenwelten.
https://www.youtube.com/watch?v=voNYn2PjJn4
Ted Chiang im Gespräch mit Andrew Erickson: Artistic Conext, GenAI, and the Dilution of Intention
Der preisgekrönte Science-Fiction-Autor und einer der „100 einflussreichsten Menschen im Bereich KI“ des Time Magazine reflektiert in seinem Interview mit Andrew Erickson (Schaufler Lab@TU Dresden) über Autorschaft und die Menschlichkeit künstlerischer Entscheidungen im Zeitalter der generativen künstlichen Intelligenz (GenAI). Das Gespräch beginnt mit einer kurzen Präsentation Chiangs, die auf seiner jüngsten kritischen Arbeit zu GenAI basiert, die im New Yorker veröffentlicht wurde, bevor sie in ein Interview und eine moderierte Diskussion übergeht. Im Gespräch mit dem Kollegiaten Andrew Erickson werden zentrale Thesen an der Schnittstelle von technologischer Innovation, Kunst und Geisteswissenschaften sowie die Zukunftsvisionen, die politische und materielle Realitäten der Gegenwart prägen, untersucht.
Auf Wunsch des Referenten wurde die Sitzung nicht als Video aufgezeichnet und das Interview in Textform hier bereitgestellt.
Finn Brunton im Gespräch mit Nelly Saibel: History of Digital Cash and Contemporary Crypto Politics
Finn Brunton im Gespräch mit Nelly Saibel: History of Digital Cash and Contemporary Crypto Politics.
In seinem Vortrag im Schaufler Lab@TU Dresden sprach Finn Brunton (UC Davis) über die libertären Wurzeln des digitalen Geldes und dessen Ausprägungen in der zeitgenössischen Politik. Im ersten Teil zeichnet Finn Brunton die Geschichte des digitalen Geldes in der Cypherpunk-Bewegung und bei den Extropians nach, wobei sich beide Bewegungen der Entwicklung einer Technologie verschrieben haben, die bestimmte Ideen und Überzeugungen über die Zukunft umsetzt. Die soziotechnische Realität hingegen hat überhaupt keine Zukunftsvision mehr. Im zweiten Teil sprechen Finn Brunton und Nelly Saibel (Schaufler Lab@TU Dresden) über religiöse Elemente in Diskursen über digitale Technologien, Spannungen im Libertarismus und Männlichkeit in Datenwelten.
https://youtu.be/vIY-QIakNFg?si=pDAvCzRRJZbHWLcA
Frederike van Oorschot im Gespräch mit Marie Briese: Data in Digital Theology: Dimensions, Hermeneutics and Methods
Frederike van Oorschot in conversation with Marie Briese: Data in Digital Theology: Dimensions, Hermeneutics and Methods
In ihrem Gespräch mit Marie Briese (Schaufler Lab@TU Dresden) gibt PD Dr. Frederike van Oorschot (FEST Heidelberg) einen Einblick in das Forschungsgebiet der Digital Theology. Zunächst stellt sie in einem kurzen Vortrag drei Bereiche vor, in denen Theologie und Daten aufeinandertreffen: Digital Theology als „Theology on Data“, Computational Theology als „Theology by Data“ und Digital (Data-)Hermeneutics als „Theology with Data“. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Methoden der Computational Theology und auf hermeneutischen Überlegungen, die ausgehend von der Theologie andere geisteswissenschaftliche Forschungen zu Daten und dem Digitalen bereichern können. Angestoßen durch den Vortrag führen Frederike van Oorschot und Marie Briese ein Gespräch über Datenkonstruktivismus, Wahrheitsbegriffe und nicht zuletzt ethische Fragen, die es im Zusammenhang mit (der Erforschung von) Daten zu bedenken gilt. Dabei stellt sich erneut heraus, dass die Theologie wertvolle methodologische und hermeneutische Grundlagen für das Leben und Forschen in Daten-Welten bietet.
https://youtu.be/4wQHADzB3o0?si=qhD0M--3Ysci1Yoy
Shannon Mattern im Gespräch mit Johanna Grosche: Archives, Infrastructures, and the Humanities in Data Worlds
Shannon Mattern in conversation with Johanna Grosche
In ihrem Vortrag am Schaufler Lab@TU Dresden gibt Shannon Mattern (Direktorin für Creative Research beim Metropolitan New York Library Council) Einblicke in ihre über dreiundzwanzigjährige Karriere in der Wissenschaft und ihre jüngste Erfahrung jenseits der akademischen Welt. Sie beginnt mit einer intellektuellen Autobiografie, in der sie ihre Forschung zu Daten in Bezug auf Welten reflektiert und zeigt, wie diese Projekte von ihren sich entwickelnden Interessen, Frustrationen, institutionellen Zwängen sowie gesellschaftlichen und politischen Veränderungen geprägt wurden. Außerdem zeichnet sie die Entwicklung der Akademie und der Institutionen nach, an denen sie im Laufe ihrer Karriere tätig war. Im zweiten Teil diskutieren Shannon Mattern und Johanna Grosche (Schaufler Lab@TU Dresden) Datenmanagement und Archive in Zeiten planetarer und politischer Veränderungen, die Herausforderungen und Chancen interdisziplinärer Forschung sowie mögliche Karrierewege für Promovierende jenseits der akademischen Laufbahn.