Profil

Die Professur für mittelalterliche und frühneuzeitliche Literatur und Kultur befasst sich mit der deutschen Literatur und Kultur des Mittelalters von den Anfängen der schriftlichen Aufzeichnungen in deutscher Sprache (um 800) bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Gegenstand der Mediävistik und Frühneuzeitforschung ist ein breites Spektrum von Texten, von Literatur im engeren Sinne bis hin zu Sachtexten. Für die mittelalterliche Literatur,  deren Bezugspunkte die Höfe verschiedener Herrscher, die wachsenden Städte, aber auch die Klöster sein können, ist neben der Nähe zur Ausübung von Herrschaft die Vermischung von weltlichen und geistlichen Bezügen kennzeichnend. Die literarische Überlieferung in diese Kontexte einzubetten und zu verstehen, in welch enger Beziehung sie zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kultur stehen, ist eines der zentralen Studienziele. Gerade weil uns das Mittelalter, aber auch die Frühe Neuzeit mit ihrer sozialen und kulturellen Ordnung fremd geworden sind, können die Text nur in Bezug auf die sie umgebende Kultur verstanden werden. Zugleich belehren sie uns auch aber über die Grenzen unserer eigenen Kultur. Die behandelten Texte reichen von mittelalterlichen Bibel- und Legendentexten über Naturlehren, die weltliche Liebeslyrik, Heldenepen, höfische Romane und geistliche Dramen bis hin zu Reformationsschriften und zum Prosaroman der Frühen Neuzeit.

Um die Breite dieser Texte interpretieren zu können, werden  vielfältige Methoden vermittelt und Theorien vorgestellt, mit denen sie erschlossen werden können. Dabei werden Aspekte der Textüberlieferung ebenso diskutiert wie literaturtheoretische und literatursoziologische Ansätze.

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Verena Wielens
Letzte Änderung: 16.06.2016