19.02.2026
IHI-Forscher entdecken neue Pilzarten auf Brandstellen in Sachsen - MDR Wissen berichtet
Breitsporiger Brandstellenbecherling Anthracobia platyspora Karich, R. Ullrich & Van Vooren, sp. nov.
Larsens Brandstellenbecherling Anthracobia larsenii Karich & Van Vooren, sp. nov.
Seit den großflächigen Waldbränden im August 2022 im Nationalpark Sächsische Schweiz und im Naturschutzgebiet (NSG) Gohrischheide untersuchen Wissenschaftler des IHI Zittau verschiedene Aspekte der Feuerökologie in Wäldern. Auf ausgewählten Untersuchungsflächen wurde die natürliche Wiederbesiedlung von verbrannten Baumstämmen und Böden erforscht. Darüber berichtet nun MDR Wissen.
In der ersten Phase der Wiederinbesitznahme dieser stark verbrannten Flächen durch die Natur dominieren verschiedene Moose und Pilze. Die genaue Arteninventarisierung kann in diesem Kontext einen tieferen Einblick in die Abfolge solcher Sukzessionen geben. So ist es den Wissenschaftlern des IHI Zittau gelungen, zwei neue Arten von Brandstellen-Becherlingen zu beschreiben ( https://ascomycete.org/Journal/Article/art-0421), die möglicherweise eine
Alexander Karich
Schlüsselrolle bei der Wiederbesiedelung von Brandstellen in den gemäßigten Klimazonen spielen. Sie ernähren sich wahrscheinlich von austretenden zuckerhaltigen Pflanzensäften, die durch die Hitzeeinwirkung aus den feuergeschädigten Bäumen austreten. Diese pyrophilen Pilze und ihre biochemischen Aktivitäten bilden in der Folge die Grundlage für eine erfolgreiche intrinsische Renaturierung, d.h. die Selbstheilung der Brandflächen. Die erfolgreichen Untersuchungen der Brandstellen sind das Ergebnis einer intensiven wissenschaftlichen Zusammenarbeit des IHI Zittau mit sächsischen Wissenschaftlern des Nationalparks (Dr. Annika Busse) und des NSG (Dr. Torsten Bittner) sowie mit dem belgischen Mykologen Nicolas van Vooren.
René Ullrich