19.06.2026
YVA Future Congress 2026: Junge Perspektiven auf die Dreiländerregion
Am 18. Juni 2026 fand im TELUX Weißwasser der YVA Future Congress 2026 statt. Rund 150 Jugendliche, Studierende sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Praxis aus Deutschland, Polen und Tschechien nahmen teil. Der Kongress gehört zum Projekt Youth Vision Action – Jugend bewegt Region, Region bewegt Jugend, das am IHI Zittau gemeinsam mit den Verbundpartnern Hillersche Villa, TELUX Weißwasser und Hochschule Zittau/Görlitz umgesetzt wird.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Katja Dietrich, Oberbürgermeisterin von Weißwasser/O.L., Franziska Schubert, Mitglied des Sächsischen Landtags, und Prof. Dr. Thorsten Claus, Direktor des IHI Zittau.
Im Mittelpunkt standen die Sichtweisen junger Menschen auf die Dreiländerregion. In Ideenwerkstätten, Wissensworkshops und World Cafés sprachen sie mit Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung aus dem Dreiländereck PL-D-CZ über Mobilität, Umwelt- und Naturschutz, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Treffpunkte und Beteiligungsmöglichkeiten. Einige World-Café-Runden wurden von Studierenden der Hochschule Zittau / Görlitz moderiert.
Der Congress bildete den Abschluss des zweiten Projektjahres. Zuvor hatten Jugendliche aus Deutschland, Polen und Tschechien in mehrtägigen Werkstätten eigene Themen entwickelt, Fachleute aus der Region getroffen und künstlerische Beiträge erarbeitet. In Weißwasser wurden diese Arbeiten vorgestellt und mit einem größeren Publikum diskutiert.
Auch Studierende des IHI Zittau beteiligten sich am Programm. In der am IHI angebotenen Lehrveranstaltung „Interkulturelle Kompetenzen“ beschäftigten sie sich unter der Leitung von Oliver Tettenborn und Sinziana Schönfelder mit der Frage, wie internationale Studierende die deutsch-polnisch-tschechische Grenzregion wahrnehmen. Dafür führten sie Interviews mit Kommilitoninnen und Kommilitonen und bereiteten die Ergebnisse auf Postern auf.
Die Beiträge zeigten sowohl die Vorzüge als auch die Schwierigkeiten des Lebens in der Grenzregion. Genannt wurden die Nähe zu drei Ländern, die Landschaft und die Möglichkeit grenzüberschreitender Kontakte. Zugleich berichteten die Befragten von langen Fahrzeiten, Sprachbarrieren, begrenzten beruflichen Perspektiven und fehlenden Kontakten außerhalb des Hochschulumfelds.
Beim Congress erläuterten die Studierenden ihre Poster und kamen mit Jugendlichen, Projektpartnern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung ins Gespräch. Die studentischen Arbeiten waren damit ein Baustein in einem Programm, das unterschiedliche Perspektiven auf die Region zusammenführte.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernehmen Emilia Socha und Sinziana Schönfelder am IHI Zittau. Sie untersuchen, welche Themen Jugendliche und Studierende in den einzelnen Projektphasen ansprechen, wie diese weiterentwickelt werden und welche Reaktionen sie bei Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und regionaler Praxis hervorrufen. Beim Congress wurden dazu ergänzende Gespräche mit Beteiligten aus allen drei Ländern geführt.
Der nächste Projektzyklus führt nach Zittau. Dort soll 2027 der abschließende Future Congress stattfinden.
Das Projekt wird gefördert durch das Förderprogramm STARK – Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE)