23.06.2026
Eine Woche Forschung statt Stundenplan: Junior-Ingenieur-Akademie an der TU Dresden
Wie fühlt sich ein Holodeck an? Warum fliegen tonnenschwere Flugzeuge? Wie entstehen Mikrochips? Und kann man CO₂ eigentlich sinnvoll nutzen? Für 28 Schülerinnen und Schüler der Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) des Tschirnhaus-Gymnasiums Dresden wurden diese Fragen Anfang Juni nicht im Unterricht, sondern direkt in Laboren und Forschungszentren des Bereiches Ingenieurwissenschaften der TU Dresden untersucht.
Die Junior-Ingenieur-Akademie ist ein zweijähriges Wahlpflichtfach für die Klassen 8 und 9, initiiert von der Deutsche Telekom Stiftung. Sie verbindet Schule, Wissenschaft und Wirtschaft und ermöglicht frühzeitige Einblicke in Technik und Ingenieurwissenschaften. Seit 2022 unterstützt die TU Dresden das Ehrenfried-Walther-Tschirnhaus-Gymnasium bei der Umsetzung und bringt aktuelle Forschung in den Schulalltag. Während der Blockwoche tauschten die Jugendlichen den Unterricht gegen Forschung zum Anfassen. Experimente, Programmierung und aktuelle Forschungsthemen standen im Mittelpunkt – mit dem Ziel, wissenschaftliche Arbeitsweisen unmittelbar zu erleben.
Das Programm bewegte sich zwischen digitalen und realen Forschungswelten: In immersiven Umgebungen wie dem Holodeck und einer Minecraft-basierten Robotik-Simulation programmierten die Teilnehmenden eigene Anwendungen, entwickelten KI-gestützte Lösungen und steuerten virtuelle wie reale Systeme. Parallel dazu arbeiteten sie an
an Anwendungen aus der Luftfahrt, an Herausforderungen autonomer Baumaschinen und besuchten den Windkanal der TUD. Ebenso präsent waren verfahrenstechnische und naturwissenschaftliche Grundlagen: Im Reinraum der Mikroelektronik wurde die Herstellung moderner Halbleiter nachvollziehbar, während in der Chemieingenieurtechnik Prozesse zur CO₂-Abscheidung und möglichen Weiterverwertung untersucht wurden. In weiteren Experimenten wurden Recyclingkreisläufe von Kunststoffen praktisch erprobt und Materialien direkt verarbeitet.
Ergänzt wurde das Programm durch Untersuchungen zu Werkstoffen und nachhaltigen Materialien: Die Schülerinnen und Schüler analysierten Holz in Bezug auf mechanische Eigenschaften, Klangverhalten und Verformbarkeit und testeten biobasierte Ölbinder auf ihre Wirkung an Wasseroberflächen. Auch die gesellschaftliche Dimension von Technik spielte eine Rolle. Mithilfe KI-gestützter Anwendungen reflektierten die Teilnehmenden, wie technische Entwicklungen Berufsbilder prägen und welche Wechselwirkungen zwischen Innovation, Alltag und gesellschaftlichen Erwartungen bestehen.
Zur Abschlussveranstaltung präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse in einem Posterforum auf dem Campus. Die Vielfalt der Arbeiten zeigte die Breite der behandelten Themen – von digitalen Systemen und Robotik über Mikroelektronik bis hin zu nachhaltigen Technologien. Die JIA verbindet so schulisches Lernen mit Forschungspraxis und ermöglicht Schülerinnen und Schülern einen direkten Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen.
Weitere Informationen:
Mehr zur Junior-Ingenieur-Akademie
https://www.telekom-stiftung.de/aktivitaeten/junior-ingenieur-akademie
Die TU Dresden bietet viele weitere Möglichkeiten und Projekte für Schüler:innen, um frühzeitig für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern.
https://tu-dresden.de/studium/vor-dem-studium/uni-testen
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