04.02.2019

EU-gefördertes Horizon 2020-Projekt für Laserbearbeitung von Oberflächen an der TU Dresden gestartet

Strukturelemente selbstreinigende Oberflächen © LMO/TU Dresden Strukturelemente selbstreinigende Oberflächen © LMO/TU Dresden

Mit einem Laser bearbeitete Metalloberfläche für selbstreinigende Oberflächen. Der Abstand der einzelnen Strukturelemente (Abstand „Berg“ zu „Berg“) beträgt 10 Mikrometer. Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 50-80 Mikrometern.

Strukturelemente selbstreinigende Oberflächen

Mit einem Laser bearbeitete Metalloberfläche für selbstreinigende Oberflächen. Der Abstand der einzelnen Strukturelemente (Abstand „Berg“ zu „Berg“) beträgt 10 Mikrometer. Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 50-80 Mikrometern. © LMO/TU Dresden

Forschungsvorhaben „LAMPAS“ arbeitet am Weltrekord für die Fertigungsgeschwindigkeit von filigranen Gravuren, um laserbasiertes Verfahren zur Marktreife zu bringen

An der TU Dresden ist der Startschuss für das europäische Forschungsvorzeigeprojekt „LAMPAS“ zur laserbasierten Oberflächenfunktionalisierung gefallen. Das Projekt wird im Rahmen des Horizon 2020-Programms für die nächsten drei Jahre mit mehr als 5,1 Mio. Euro von der Europäischen Union (EU) gefördert. Ziel ist, ein laserbasiertes Verfahren zu entwickeln, das großflächige filigrane Gravuren auf unterschiedlichen Oberflächen in kürzester Zeit erzeugen kann. Die laserbasierte Funktionalisierung von Oberflächen gilt als neues und vielversprechendes Forschungsfeld für Anwendungsbereiche wie Medizintechnik, Automobilindustrie oder Energieforschung.

"Wir sind sicher, dass die Ergebnisse wegweisend für verschiedene Industrien sein werden und freuen uns daher sehr, dass wir europaweit die führenden Partner für das Forschungsvorhaben gewinnen konnten", verkündet Prof. Andrés Fabian Lasagni, Koordinator des Forschungsprojektes und Inhaber der Professur für Laserbasierte Methoden der großflächigen Oberflächenstrukturierung an der TU Dresden, erfreut.  

In den nächsten drei Jahren will das Forscherteam ein laserinterferenzbasiertes Verfahren entwickeln, das kostengünstig großflächige Mikro- und Nanostrukturen auf verschiedene Oberflächen bringen kann. Die Herausforderung besteht darin, dass Mikrostrukturen kleiner sind als ein menschliches Haar. Um das Verfahren für den breiten Markt zu erschließen, arbeiten die Dresdner Wissenschaftler am Weltrekord für die Fertigungsgeschwindigkeit solcher Strukturen. Dafür wird im Rahmen des Projektes eine neue Laserstrahlquelle entwickelt, die eine Ausgangsleistung von 1.5 Kilowatt besitzt und ultrakurze Laserpulse erzeugt.

Inspiriert wurden die Forscher von der Natur. Der selbstreinigende Lotoseffekt, den man auch vom Schmetterlingsflügel kennt, basiert auf einer mikro- bzw. nanostrukturierten Oberfläche. In diesem Sinne werden Technologien zur Modifizierung von Oberflächen eine echte Alternative zu bisherigen Verbundwerkstoffen oder zur Beschichtung von Oberflächen und neue industrielle Möglichkeiten bieten (z.B. antibakterielle Oberflächen, leichtreinigende Oberflächen, Anti-Fingerprint-Beschichtung).

Das internationale Team um den jungen Laseringenieur der TU Dresden, Prof. Andrés Fabian Lasagni, gehörte in dem EU-Forschungswettbewerb „Horizon2020“ in der Kategorie Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT-04-2018, Förderkennzeichen 825132) zu den besten Teilnehmern. In den nächsten drei Jahren forschen die Wissenschaftler der TU Dresden zusammen mit internationalen Partnern aus Industrie und Forschung, u.a. Bosch, Trumpf, Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH), Next Scan Technology, Near Infrared Technologies (NIT), Lasea und European Photonics Industry Consortium (EPIC).

Download Pressebild: https://cloudstore.zih.tu-dresden.de/index.php/s/LF0F5O9fCoPmLEJ

Informationen für Journalisten:
Prof. Dr.-Ing. Andrés Fabián Lasagni
Fakultät Maschinenwesen
Professur für Laserbasierte Methoden der großflächigen Oberflächenstrukturierung
Tel.: +49 351 463-33343
andres_fabian.lasagni@tu-dresden.de

Zu dieser Seite

Letzte Änderung: 05.02.2019