13.03.2026; Kolloquium
289. Institutskolloquium IFTE: Eine farbenlose Geschichte? Neues zur Entstehung der achromatischen Fernrohrlinse
Der Vortrag beleuchtet bisher unerforschte Aspekte einer optischen Entwicklung von großer Tragweite: der Übergang von Einzellinsen als Fernrohrobjektiven zu den aus zwei Glassorten zusammengesetzten „achromatischen“ Objektiven in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Im Zentrum des Übergangs steht das Problem der chromatischen Aberration, das sich vereinfacht so formulieren lässt: Trifft paralleles, weißes Licht auf eine Linse, werden dessen Komponenten aus unterschiedlichen Farben in verschiedenen Punkten fokussiert, was zu Bildern mit störenden Farbsäumen führt. Schon Hundert Jahre zuvor wurde das Problem weithin beklagt und eine Lösung gefordert. Tatsächlich wurden zahlreiche Lösungsansätze entwickelt (sowohl theoretisch als auch praktisch), angewendet und sogar beworben.