16.10.2026
Projektstart: HyMSens – Fertigungstechnologien für mehrlagige, hybride Mikrofluidik-Systeme mit integrierter, gedruckter Sensorik
Die Professur für Mikrosystemtechnik der TU Dresden beteiligt sich gemeinsam mit der Saralon GmbH und der IMM electronics GmbH am neuen Forschungsprojekt „HyMSens – Fertigungstechnologien für mehrlagige, hybride Mikrofluidik-Systeme mit integrierter, gedruckter Sensorik“. Das Vorhaben wird im Rahmen der EFRE/JTF-Technologieförderung 2021-2027 durch Mittel der Europäischen Union kofinanziert und läuft vom 01.09.2026 bis zum 31.08.2028.
Mikrofluidische Systeme (MFS) bilden eine wichtige technologische Grundlage für Anwendungen in Life Sciences, Analytik und insbesondere der Point-of-Care-Diagnostik. Mit zunehmender Funktionalität steigen jedoch auch die Anforderungen an die Fertigung: Mikrofluidik, Sensorik, Elektronik und biologische Komponenten müssen auf kleinstem Raum zuverlässig integriert werden.
Hier setzt HyMSens an. Ziel ist die Weiterentwicklung einer durchgängigen, skalierbaren und nachhaltigen 3D-Fertigungstechnologie für hochintegrierte, hybride MFS. Hierzu werden etablierte Prozesse aus der Mikroelektronik- und Leiterplattenindustrie auf mehrlagige, polymerbasierte MFS übertragen.
Im Mittelpunkt steht der schichtweise Aufbau strukturierter und funktionalisierter Polymerfolien. So können mikrofluidische Kanäle und Kavitäten mit Leiterstrukturen, Heizelementen und Sensoren kombiniert werden. Für den Aufbau mehrlagiger Systeme werden die Folien automatisiert ausgerichtet, gestapelt und durch Niedertemperaturfügen miteinander verbunden. Hierfür werden etablierte Konzepte aus der LTCC-Technologie genutzt und für polymerbasierte mikrofluidische Systeme weiterentwickelt.
Als Technologiedemonstrator wird ein mehrlagiges hybrides MFS für die in-vitro-Diagnostik entwickelt. Dabei werden Biomarker, gedruckte Elektronik, Sensorik und lokale Temperierung werden dabei in einem System zusammengeführt und durch eine elektronische Hardware zur Ansteuerung und Auswertung ergänzt.
Die drei Projektpartner bringen hierfür komplementäre Kompetenzen ein: Die Professur für Mikrosystemtechnik der TU Dresden übernimmt wesentliche Arbeiten zur Mikrofluidikfertigung, Strukturierung, Funktionsintegration und Charakterisierung. Die Saralon GmbH bringt ihre Kompetenz in der Entwicklung funktionaler leitfähiger Tinten und Pasten für die gedruckte Elektronik ein. Die IMM electronics GmbH ergänzt das Projekt durch ihre Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung elektronischer Baugruppen und Geräte.
Mit HyMSens soll die technologische Grundlage geschaffen werden, die eine flexible und wirtschaftliche Fertigung hochintegrierter MFS ermöglicht und Unternehmen eine schnelle Reaktion auf neue Produktanforderungen eröffnet. Gleichzeitig entstehen Perspektiven für neue Wertschöpfungspotentiale und die Vernetzung regionaler Kompetenzen in Mikrofluidik, Elektronik, Materialtechnologie und Medizintechnik.