20.12.2017

Informatikfakultät jetzt mit drei Graduiertenkollegs

Luftbild © 2017, Hannes Kapplusch Luftbild © 2017, Hannes Kapplusch
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland elf neue Graduiertenkollegs (GRK) ein. Diese werden zunächst viereinhalb Jahre lang gefördert und erhalten in dieser Zeit insgesamt etwa 134 Millionen Euro; darin ist eine 22-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den jeweiligen Forschungsprojekten enthalten. Die elf neuen Kollegs nehmen ihre Arbeit ab April 2018 auf.

Am an der TU Dresden neu eingerichteten Graduiertenkolleg 2323 „Förderliche Gestaltung cyber-physischer Produktionssysteme“ ist die Professur Multimedia-Technologie unter der Federführung von Prof. Dachselt beteiligt. Sogenannte cyber-physische Produktionssysteme, kurz CPPS, bestehen aus einer Kombination von vernetzten digitalen (cyber) und physischen Systemkomponenten. Ihre Architektur ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit Änderungen am System vorzunehmen. Sie erfordern aber auch neue Formen der Mensch-Technik-Kooperation, insbesondere im Hinblick auf die Kompetenz, die Gesundheit und das Vertrauen von Operateuren der CPPS. Im Rahmen des GRKs „Förderliche Gestaltung cyber-physischer Produktionssysteme wollen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Psychologie und Arbeitswissenschaften neue Methoden für die Mensch-Technik-Kooperation entwickeln und diese in prototypischen Systemen evaluieren.

Zusätzlich zu den elf neuen Kollegs stimmte der Bewilligungsausschuss der DFG der Verlängerung von 18 Kollegs für weitere viereinhalb Jahre zu. Zu diesen zählt das GRK RoSI-Rollenbasierte Software-Infrastrukturen für durchgängig-kontextsensitive Systeme (GRK 1907), dessen Sprecher Prof. Wolfgang Lehner, Leiter des Instituts für Systemarchitektur, ist. Die Erforschung von Software, die sich selbstständig an eine sich verändernde Umgebung anpassen kann, hat im Zeitalter des „Internets der Dinge“ eine enorme Bedeutung. Ziel ist es, mit Hilfe des Rollenmodells sowohl die Software-Entwicklung effizienter als auch laufende Softwarekomponenten agiler zu gestalten. Mögliche Anwendungsfelder sind unter anderem die Software für das SmartGrid – das intelligente Stromnetz der Zukunft–, Software für cyber-physikalische Systeme in Haus, Verkehr und Fabrik oder kontextsensitive Suchmaschinen. Prof. Wolfgang Lehner: „Unser Anspruch ist es, sowohl einen substantiellen Beitrag zur Erforschung von Rollen im gesamten Lebenszyklus einer Software zu leisten, als auch eine bestmögliche Betreuung und Führung unserer Doktoranden zu ermöglichen, wobei die fachliche Exzellenz und die Förderung von Schlüsselkompetenzen eine entscheidende Rolle spielt“. Voraussichtlich zwölf Kollegiaten werden zum Ende der ersten Projektphase ihre Promotion abgeschlossen haben, über 100 wissenschaftliche Publikationen sind bislang aus dem Graduiertenkolleg hervorgegangen. Mit Gastvorträgen, Workshops und gemeinsamen Publikationen trugen bereits rund 60 Wissenschaftler aus In- und Ausland zum Erfolg des Graduiertenkollegs bei.

Das dritte DFG-geförderte Graduiertenkolleg an der Fakultät Informatik, das derzeit im Rahmen einer zweiten Projektphase gefördert wird, ist das im Jahr 2012 gestartete gemeinsame GRK von TU Dresden und Universität Leipzig zum Thema „Quantitative Logiken und Automaten“. Es erhielt im Dezember 2016 die Zusage der Verlängerung.

Die Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Insgesamt fördert die DFG zurzeit 223 Graduiertenkollegs, darunter 42 Internationale Graduiertenkollegs.

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Silvia Kapplusch
Letzte Änderung: 20.12.2017