Mar 12, 2026
International Day of Women and Girls in Science (ITFMW)
„Wer bin ich und was hat mich hierhergebracht?“ – Ein inspirierender Workshop zum Einfluss von Herkunft und Vielfalt auf wissenschaftliche Karrieren
Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, folgten anlässlich des Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft etwa 30 Teilnehmende der Einladung, sich mit den Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Aktionstag betont die Notwendigkeit, Geschlechterungleichheiten und intersektionale Diskriminierungen in der Wissenschaft sichtbar zu machen und abzubauen.
In diesem Sinne bot der Workshop Raum für Überlegungen, wie Geschlecht, gesellschaftliche Vielfalt und damit in Verbindung stehende Privilegien oder Nachteile wissenschaftliche Karrieren sowie den eigenen wissenschaftlichen Standpunkt beeinflussen. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit ihren biografischen, sozialen und strukturellen Bedingungen, die ihre berufliche Laufbahn geprägt haben, auseinander. Im anschließenden Input wurden anhand technischer Anwendungsbeispiele Stereotypisierungen, Diskriminierungen und Risiken aufgezeigt, die die Bedeutung von Geschlecht und Vielfaltsaspekten für eine gesellschaftlich tragfähige und sozial gerechte Technikentwicklung verdeutlichten. So erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, individuelle Erfahrungen mit gesellschaftlichen Ungleichheiten zu verknüpfen und daraus entstehende Perspektiven sowie deren prägende Einflüsse auf Wissenschaft und Forschung zu reflektieren. Die meisten Anwesenden blieben über die Workshopzeit hinaus und nutzen bei der vom „Dresdner Netzwerk für Studierende in Promotion und Forschung“ gereichten Torte die Gelegenheit, Themen zu vertiefen, Kontakte zu knüpfen und sich über Fachgrenzen hinweg auszutauschen.
Die positive Resonanz, die während der Veranstaltung spürbar war und sich deutlich in der anschließenden Befragung widerspiegelte, zeigt, wie wichtig und dringlich Räume für Reflexion, Austausch und Vernetzung benötigt werden, um geschlechtsspezifische und intersektionale Ungleichheiten auf unterschiedlichen Ebenen des Wissenschaftssystems zu thematisieren und sichtbar zu machen. Eine Teilnehmerin merkte diesbezüglich an: „In meinem Forschungsbereich gibt es solche Reflexionen derzeit leider gar nicht. Dass müsste als Forschungskultur verankert werden“. So hat der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft einmal mehr den Förderbedarf an Chancengleichheit und Vielfalt als grundlegende Voraussetzungen für eine zukunftsfähige, gesellschaftsrelevante und sozial gerechte Wissenschaft unterstrichen.
Der Workshop wurde vom Projektteam SustainING. Sozial- und umweltgerechte Ingenieurwissenschaften in Kooperation mit dem „Dresdner Netzwerk für Studierende in Promotion und Forschung“ verwirklicht. Das FrauenUmweltNetzwerk* stellte fünf inspirierende Dresdner Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich Bau und Umwelt auf ihrem Instagram-Kanal vor. Das Sachgebiet Diversity Management machte in der interaktiven Ausstellung „Faces of Computer Science“ auf die Beiträge von Frauen zur informatischen Entwicklung aufmerksam.
© Dr. Anja Blüher
© Dr. Anja Blüher
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