Exkursion ES Automobilguss GmbH Schönheide
Abfahrt aus Dresden am 11.11.2014 um 8:00 Uhr, Ankunft Schönheide 10:00 Uhr
Vor dem Start der Führung erführen wir von Herrn Zigann in einem kleinen Vortrag einiges über die lange Firmengeschichte und die Vor- und Nachteile des traditionellen Standorts in Schönheide. Außerdem verschaffte uns Herr Zigann einen Eindruck von den organisatorischen und kaufmännischen Vorgängen, die in einem modernen Unternehmen ebenso wichtig sind wie eine gut funktionierende Produktion um auf dem globalen Markt zu bestehen.
Die Führung durch das Werk begann bei der Kern- Herstellung, in der, um im späteren Guss Hohlräume zu schaffen, Form-Kerne aus Sand und Bindemittel gepresst und zusätzlich lasiert werden. Nach der Trocknung gelangen die Kerne in die Gießerei. Hier wird in zwei Koks befeuerten Hochöfen Schienenschrott und Ausschuss aus vorherigen Produktionen eingeschmolzen. Die Schmelze wird dann mit Gondeln zu der Temperguss-Anlage transportiert wo sie in die vor Ort aus Quarzsand und Bindemittel gepressten Formen gefüllt wird. Einige Meter weiter gelangen die Gussteile samt Form in eine Sprühnebel gekühlte Trommel die sie binnen Einer Stunde durchlaufen und in der sich die Sandform wieder komplett zerstoßen wird. Arbeiter entfernen zuletzt mit gezielten Hammerschlägen die Gussnasen. Als Vorbereitung für die Qualitätskontrolle werden die Teile vor-gedreht und dann jedes einzelne händisch auf Risse untersucht wobei eine magnetische Flüssigkeit eingesetzt wird die unter UV-Licht selbst feine Risse gut sichtbar macht. Nach der Prüfung gelangen die Werkstücke je nach Art der Teile und Wunsch des Kunden in die Nachbearbeitung. Hier werden sie in automatisierten Drehmaschinen und Fräsanlagen auf die endgültigen Maße und Oberflächen Rauheiten gebracht. Die Werkstücke sind somit einbaufertig.
Besonders an der Fertigungsstätte ist der Umstand, dass die Produktion aufgrund der schwer zu erhitzenden und auch abzukühlenden Hochöfen 24 Stunden 7 Tag die Woche läuft. Das bedeuten extreme Belastungen für Mensch und Maschine. Nur an zwei Terminen im Jahr wird die Gießerei still gelegt um die Öfen zu reinigen.