15.04.2026
Rückblick: 15th European Conference on Industrial Furnaces and Boilers in Portugal, 07.-10. April 2026
Die Kolleginnen und Kollegen der EVT bei der INFUB 2026. V.l.n.r.: M.Sc. Qiu Lu, Dipl.-Ing. Min Su Sohn, M.Eng. Luis Wunder, M.Sc. Matteo Giesen und Dipl.-Ing. Jerome Michel.
Vom 07. bis 10. April 2026 fand in Porto, Portugal, die 15th European Conference on Industrial Furnaces and Boilers (INFUB) statt – eine der etabliertesten internationalen Konferenzen im Bereich industrieller Hochtemperaturprozesse. Seit ihrer ersten Durchführung im Jahr 1988 bringt die Konferenz regelmäßig Fachleute aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Auch in diesem Jahr nahmen Delegierte aus über 40 Ländern teil und präsentierten zahlreiche Beiträge zu aktuellen Entwicklungen.
Im Fokus der INFUB stehen die Grundlagen, Technologien und Anwendungen industrieller Feuerungs- und Kesselsysteme. Thematisch reicht das Spektrum von Verbrennungsprozessen und Energieeffizienz über Emissionsminderung bis hin zu innovativen Ansätzen wie der Nutzung CO₂-neutraler Brennstoffe (z. B. Wasserstoff, Biomasse oder Ammoniak) sowie der Elektrifizierung energieintensiver Prozesse. Damit bietet die Konferenz eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Forschung und industrieller Praxis.
Die Professur für Energieverfahrenstechnik der TU Dresden war mit fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vertreten und präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse in zwei Vorträgen sowie drei Posterbeiträgen.
Die Vorträge der EVT
Dipl.-Ing. Jerome Michel präsentierte den Beitrag „Development of novel additively manufactured ceramic hydrogen burner components for innovative energy efficiency strategies“. Im Mittelpunkt standen neuartige, additiv gefertigte keramische Materialien für den Einsatz in Wasserstoffbrennern. Neben der Materialentwicklung in Kooperation mit dem Fraunhofer IKTS und dem IFW Jena wurden insbesondere die experimentelle Methodik, ein neuer Versuchsstand der Professur sowie geplante Vergleichsuntersuchungen zwischen Erdgas- und Wasserstoffverbrennung vorgestellt.
Dipl.-Ing. Jerome Michel während seines Vortrags zu additiv gefertigten keramischen Materialien für den Einsatz in Wasserstoffbrennern.
Qiu Lu, M.Sc., hielt seinen Vortrag am Donnerstag während der Session CCS.
Qiu Lu, M.Sc., stellte seine Forschung zum Thema „Oxyfuel process for CO2 capture during waste incineration - effects on the operation of waste incineration plants“ vor. Die Arbeit untersucht den Einsatz der Oxyfuel-Technologie zur CO₂-Abscheidung in Müllverbrennungsanlagen. Mithilfe eines Prozessmodells wurden verschiedene Rauchgasrückführungskonzepte analysiert und deren Auswirkungen auf den Anlagenbetrieb unter variierenden Randbedingungen bewertet.
Die Posterbeitäge der EVT
Luis Wunder, M.Sc., während seines Vortrags auf der INFUB 2026.
Luis Wunder, M.Eng., präsentierte das Poster „Sensitivity analysis for the determination of process parameters in the utilization of biogenic residues in the open gas turbine process“. Ziel seiner Arbeit ist die Optimierung von Betriebsparametern für den Einsatz biogener Reststoffe in Kleingasturbinen, wobei insbesondere die Sensitivität gegenüber Schwankungen der Eingangsparameter untersucht wurde.
Matteo Giesen, M.Sc., stellte sein Poster zum Thema „Modeling Ignition and Combustion in Biomass Particle Clouds“ vor. Darin wird ein Modell zur Beschreibung der Zündung und Verbrennung von Biomasse-Partikelwolken vorgestellt, das die wesentlichen Stoff- und Wärmetransportprozesse sowie die einzelnen Reaktionsphasen der Zündung abbildet.
Matteo Giesen. M.Sc., erklärt die Einzelheiten seiner Forschung zu Biomasse-Partikelwolken anhand seines Posters.
Dipl.-Ing. Min Su Sohn neben ihrem Poster zum Thema Klärschlammverbrennung.
Dipl.-Ing. Min Su Sohn präsentierte das Poster „Greenhouse Gas Emissions during Sewage Sludge Combustion in Germany – Results of emission measurements at real monoincineration plants“. Die Ergebnisse basieren auf Emissionsmessungen an realen Klärschlammverbrennungsanlagen in Deutschland und liefern wichtige Erkenntnisse zu Treibhausgasemissionen, insbesondere zu Methan und Distickstoffmonoxid.
Internationaler Austausch und neue Impulse
Neben den fachlichen Beiträgen bot die Konferenz vielfältige Möglichkeiten zur internationalen Zusammenarbeit. Besonders hervorgehoben wurde die offene und motivierte Atmosphäre unter den Teilnehmenden:
„Beeindruckend war die große Zahl engagierter junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vielen Ländern. Der Austausch war sehr offen und inspirierend – gleichzeitig hochprofessionell. Ich konnte viele neue Impulse für meine eigene Arbeit mitnehmen.“
Die Teilnahme an der INFUB 2026 unterstreicht die internationale Sichtbarkeit der Forschung an der TU Dresden im Bereich der Energie- und Verfahrenstechnik. Gleichzeitig liefern die gewonnenen Erkenntnisse und geknüpften Kontakte wichtige Impulse für zukünftige Forschungsprojekte und Kooperationen – insbesondere im Hinblick auf die Transformation hin zu klimafreundlichen und effizienten Energie- und Prozesssystemen.
Porto, Portugal. Hier fand die INFUB 2026 statt, im Kontrastfeld von historischer Architektur und zukunftsgewandter Forschung.