12.12.2025
Erfolgreicher Projektabschluss im Projekt DiDe4Rec
DiDe4Rec-Konsortium am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK).
Mit der Abschlussveranstaltung 2025 am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) in Dresden ist das Forschungsprojekt DiDe4Rec (https://plattform-forel.de/dide4rec/, https://leichtbauatlas.de/de/project/view/162/digitaler-design-4-recycling-prozess-fuer-faserverstaerkte-leichtbaustrukturen) erfolgreich zu Ende gegangen. Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit blickt das Konsortium auf die wichtigsten Ergebnisse für kreislauffähige Leichtbauprodukte zurück.
Eine nachhaltige und effiziente Ressourcennutzung durch zirkuläre Wertströme ist unabdingbar, um die ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern zu können. „Design for Recycling“ in Kombination mit Leichtbau wurde im Projekt DiDe4Rec als zentraler Hebel verstanden, um Industrie und Gesellschaft auf dem Weg zur Circular Economy zu unterstützen. Die erzielten Ergebnisse zeigen, wie sich ökologische Anforderungen und technische Leistungsfähigkeit in der Produktentwicklung miteinander in Einklang bringen lassen.
Ziel von DiDe4Rec war es, einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz für kreislauffähige Leichtbauprodukte auf Basis faserverstärkter Polymere zu erarbeiten und zu validieren. Dieser Ansatz liegt nun in Form eines nachhaltigkeitsorientierten Designkatalogs (Methoden und Handlungsempfehlungen) sowie digitalen Werkzeugen vor und befähigt Produktentwickler:innen, neben technischen Vorgaben auch die ökologische Dimension der Kreislauffähigkeit systematisch bereits im Konstruktionsprozess zu berücksichtigen.
Im Projekt wurden die entwickelten Methoden exemplarisch für die beiden Prozessketten Thermoformen und Spritzgießen von Leichtbauprodukten umgesetzt und anhand von Demonstratorbauteilen validiert.
Am ILK wurden im Rahmen von DiDe4Rec insbesondere die komplexen Wechselwirkungen zwischen Produktentstehung, Nutzung, Aufbereitung und Wiedereinsatz im Spritzgießen untersucht. Auf Basis umfangreicher Versuchsreihen und Datenauswertungen konnte eine parametrische Materialkarte aufgebaut werden, die das Werkstoffverhalten in Abhängigkeit des Rezyklats und der Auffrischung mit Neuware beschreibt. Diese Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um künftig Bauteilauslegung, Prozessführung und Recyclingstrategie noch besser aufeinander abzustimmen.
Das Projektkonsortium aus acht Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft wurde von der Forward Engineering GmbH koordiniert. Weitere Partner waren die Baumüller Gruppe, Brose Fahrzeugteile SE & Co. KG, Mitsubishi Chemical Advanced Materials GmbH, Centrotherm Systemtechnik GmbH, Symate GmbH und das Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH. Unterstützt wurde das Vorhaben durch den VDMA e.V. AG Hybride Leichtbau Technologien, Geba Kunststoffcompounds GmbH, Simutence GmbH und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie.
Die im Projekt erzielten Ergebnisse fließen in nachfolgende Forschungsvorhaben ein werden weiter vertieft, validiert und auf zusätzliche Anwendungsfelder übertragen. Darüber hinaus werden die gewonnenen Erkenntnisse systematisch in die Lehrinhalte des Instituts integriert, um die Denkmuster zukünftiger Ingenieur:innen frühzeitig in Richtung nachhaltigkeitsorientierter Produktentwicklung zu prägen.