29.05.2026
Erfolgreicher Abschluss des OBSIRVA-Projektes
Gruppenfoto vom OBSIRVA-Team bei der ESA
Im vergangenen Monat wurde das von der Europäischen Raumfahrt-Argenture (ESA) finanzierte Projekt OBSIRVA (Real-Time System Identification for Complex System Modeling and Autonomy Operations) erfolgreich abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl für Flugmechanik und Regelung und Airbus Defence und Space in Toulouse wurden neue Ansätze und Algorithmen entwickelt, welche ermöglichen mathematische Modelle von den komplexen realen Dynamiken von Satelliten im Orbit abzuleiten (System Identifikation). Diese Modelle können dann zur Leistungsverbesserung des Satelliten, z.B. durch die genauere Ausrichtung für optische Messinstrumente oder die Optimierung des Treibstoffverbrauches bei Manövern, angewandt werden. Die neuen Methoden bilden somit eine wichtige Grundlage für moderne Auslegungsverfahren und Missionskonzepte für eine nachhaltige Raumfahrt. Die Ergebnisse wurden an ESA's Europäischen Forschungs- und Technologiezentrum für Raumfahrt (ESTEC) in Noordwijk, Niederlande, präsentiert.
System Identifikation ist ein wichtiges Teilgebiet der Regelungstechnik. Es befasst sich mit dem Lernen des dynamischen Modells eines Systems mit limitierten Messdaten. Dies ist von Interesse, da die theoretischen Modelle von der Realität abweichen können, wodurch die Effizienz von Regelungsalgorithmen reduziert werden kann. Im Projekt wurde besonderes darauf geachtet, das die entwickelten Methoden direkt auf reale Satelliten anwendbar sind, dies beinhaltet das nur standardmäßig verfügbare Sensorsignale genutzt werden und Kompatibilität mit den On-board Rechenkapazitäten besteht. Getestet wurden die Algorithmen an Flugdaten von tatsächlichen Satelliten und hoch-detaillierter Simulationen.