27.03.2025
Alumni Q&A Part 3: Ines P. Junge
Warum hast Du Dich für ein Studium beim td entschieden?
Damals war es populär, Ingenieur und Designer zu kombinieren, und diese Kombination sprach mich an. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass mir der Aufbau des Studiengangs lag – zunächst die technischen Fächer und später die Projektarbeit sowie sich eine gewisse Designphilosophie anzueignen. Dagegen haben mich die künstlerischen oder stark autorgetriebenen Aspekte des Designs nie besonders gereizt.
Wie war der weitere Verlauf Deiner beruflichen Laufbahn nach Deinem erfolgreichen Abschluss beim td?
Ich habe den Forschungsweg eingeschlagen. Zunächst arbeitete ich als Forschungsingenieurin an der TU Berlin, dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Beraterin bei der Technologiestiftung in Berlin. Nach Familiengründung und Auswandern nach Norwegen habe ich dann eine Promotion an der University of Oslo absolviert. Meine Motivation war immer, Produkte zu schaffen, die es vorher noch nie gab – Dinge, die sowohl Menschen als auch der Natur wirklich helfen, anstatt die Profitgier der Menschheit weiter anzufachen.
Was ist Deine aktuelle Tätigkeit?
Nach meinem abgeschlossenen PhD bin ich derzeit auf der Suche nach einer neuen Stelle – oder vielmehr nach meinem Platz in der Arbeitswelt. Mein Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, insbesondere darauf, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Möglicherweise existiert die ideale Position, die ich suche, noch gar nicht, was bedeutet, dass ich sie vielleicht selbst erschaffen muss – indem ich ein Startup unterstütze oder eines gründe.
Welche beruflichen Ziele hast Du noch und wie wirst Du diese erreichen?
Siehe oben! Wirklich sinnvolle Designaufgaben zu finden, ist nicht einfach. In gewisser Weise könnte man fast meinen, dass sich das Design selbst abgeschafft hat, da mittlerweile Nachhaltigkeit dringender denn je auf dem Plan steht. Deshalb möchte ich mich nachhaltigem Design widmen – insbesondere der Entwicklung von Technologien, die aktiv Nachhaltigkeit schaffen.
Welche Tipps hast Du für td-Studierende?
Beschäftigt euch auch mit der Geschichte der Technologie! Viele Dinge, die heute als neu gelten, gab es tatsächlich schon einmal – zum Beispiel die Elektromobilität um 1900. Und vor allem: Lernt, kritisch zu denken!
Was würdest Du Studieninteressierten raten?
Seid offen für Innovation, für das Schaffen wirklich neuer Dinge, und nehmt die viele Projektarbeit an. Aber tretet auch einen Schritt zurück und reflektiert kritisch über das, was ihr erschafft. Überlegt euch: Ist es notwendig? Welche Größenordnung und welchen Sinn hat es? Könnte Design nicht sogar dazu genutzt werden, Konsum zu reduzieren, anstatt ihn zu steigern? Der Nutzerblick lohnt sich immer!
Wie gelingt ein guter Berufseinstieg in die Branche?
Als Forscher sollte man neugierig bleiben – manche nennen das das „Ewig Studierende“-Syndrom! ;)
Wovon profitierst Du im Zusammenhang mit dem td bis heute?
Der größte Vorteil ist die „designerly thinking“-Methode – das Verständnis der technischen Aspekte hinter dem Design und die Fähigkeit, komplexe Herausforderungen analytisch und zugleich kreativ anzugehen. Das unterscheidet sich stark vom eher oberflächlichen „Design Thinking“, das eigentlich aus dem Managementbereich stammt. Das td-Programm hat mir geholfen, eine Denkweise zu entwickeln, die über diese Oberflächlichkeit hinausgeht, indem es technisches Tiefenverständnis mit gestalterischer Sensibilität verbindet.
Was verbindest Du mit dem td?
Einzigartigkeit – es ist nach wie vor ein seltener Studiengang weltweit. Außerdem Intuition, Ausdauer und Kontinuität. td hat einen gewissen Ruf, aber das, was es wirklich besonders macht, ist seine familiäre Atmosphäre. Durch diese enge Gemeinschaft erinnert man sich an seine Mitstreiter – egal, ob sie vor, mit oder nach einem studiert haben.