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Alkoholfreies Desinfektionsmittel für die Lebensmittelindustrie sowie Prüfverfahren unter Realbedingungen (DIN EN 14885 Phase3) und zugehöriges Anwendungsverfahren zur kombinierten Reinigung und alkoholfreien Desinfektion
Hygienisch einwandfreie Maschinen und Anlagen sind eine grundlegende Voraussetzung für die sichere Lebensmittelproduktion. Die hierfür erforderlichen Reinigungs- und Desinfektionsprozesse verbrauchen jedoch erhebliche Mengen an Wasser, Chemie, Energie und Zeit, wobei zur chemischen Desinfektion bislang überwiegend alkoholbasierte Mittel zum Einsatz kommen. Da die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) aktuell eine mögliche Einstufung dieser Stoffe als krebserzeugend, keimzellmutagen oder reproduktionstoxisch prüft und zudem Glutaraldehyd ab 2026 sowie Formaldehyd ab 2027 als Desinfektionsrohstoffe verboten werden, steigt der Bedarf an alternativen Wirkstoffsystemen. Ziel des Projekts ist daher die Entwicklung eines alkoholfreien, wässrigen Desinfektionsmittels für die Lebensmittelindustrie, eines zugehörigen praxisnahen Prüfverfahrens gemäß DIN EN 14885 Phase 3 sowie eines Anwendungsverfahrens zur kombinierten Reinigung und alkoholfreien Desinfektion.
Das Projekt wird gemeinsam von der Professur Verarbeitungsmaschinen und Verarbeitungstechnik (VAT) der TU Dresden und der Azett GmbH & Co. KG bearbeitet. Ausgehend von einer Anforderungsanalyse aus der Lebensmittelindustrie entwickelt Azett eine Rezeptur auf Basis des antimikrobiell wirksamen Natriumbenzoats in Kombination mit Zitronensäure. Diese Grundrezeptur wurde bereits als hochwirksames bakterizides Flächendesinfektionsmittel gemäß DIN EN 14885 Phase 2 getestet und wird nun gezielt für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie sowie für den kombinierten Reinigungs- und Desinfektionsprozess weiterentwickelt. Bei VAT werden das zugehörige Prüfverfahren unter Realbedingungen gemäß DIN EN 14885 sowie ein Anwendungsverfahren zur kombinierten Reinigung und alkoholfreien Desinfektion konzipiert und erprobt. Hierzu wird ein Reinigungsversuchsstand im Pilotmaßstab genutzt, in dem produktberührende Oberflächen aus Edelstahl, Elastomeren und Thermoplasten mit lebensmitteltypischen Verschmutzungen sowie apathogenen Testkeimen beaufschlagt werden. Der Reinigungsfortschritt wird zeitaufgelöst erfasst und der Desinfektionserfolg im Vergleich zu einem etablierten Referenzprodukt bewertet.
Als Ergebnis entsteht eine alkoholfreie Alternative zu etablierten Desinfektionsmitteln sowie ein praxistaugliches Prüfverfahren, mit dem sich die Wirksamkeit chemischer Desinfektionsmittel unter realitätsnahen Bedingungen der Lebensmittelindustrie nachweisen lässt.
Kooperationspartner:
Projektfinanzierung:
Dieses Projekt wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), ein Förderprogramm des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, mit dem Förderkennzeichen KK5017849ML4 gefördert. .Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wird im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Projektlaufzeit:
01/2026-06/2028
Kontakt:
Dipl.-Ing. Sebastian Kricke (Projektbearbeitung)
© Clemens Troll
Reinigungstechnologien
NameDipl.-Ing. Sebastian Kricke
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Dr.-Ing. Hannes Köhler (Projektleitung)
© Köhler
Reinigungstechnologien
NameDr.-Ing. Hannes Köhler
Forschungsfeldkoordinator
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