Nov 11, 2026; Talk
Zahnmedizin im Nationalsozialismus
Fiedlerstraße 25
01307 Dresden
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Zahnmedizin im Nationalsozialismus. Zahnärzteschaft und Hochschullehre der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – mit besonderem Blick auf Dresden
Die deutsche Zahnärzteschaft war tief in die Verbrechen und Strukturen des NS-Regimes verstrickt. KZ-Zahnärzte waren z. T. direkt an Selektionen an den Rampen beteiligt. Auch der Goldraub aus Leichen, Menschenversuche an KZ-Insassen sowie Zwangssterilisationen von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zählten zu den Verbrechenskomplexen. Zudem profitierte die "arische" Zahnärzteschaft wirtschaftlich von der Entrechtung und Vertreibung jüdischer Kollegen. Der Vortrag widmet sich im ersten Teil den Zahnärzten und Dentisten als Täter sowie als Verfolgte. Im zweiten Teil des Beitrags steht dann die Region um Dresden im Blickpunkt. Dabei interessieren sowohl die Situation im „Dritten Reich“ als auch die Entwicklungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie im Kontext der Gründung der Medizinischen Akademie (1954).
Über Prof. Dominic Groß
Dominik Groß studierte Geschichte, Philosophie und Klassische Archäologie, ist approbierter Zahnarzt und Arzt und promovierte in allen drei Fächern. 1995 habilitierte er sich an der Universität Würzburg für Medizingeschichte. Nach Lehrtätigkeiten als Privatdozent für Medizinethik und Medizingeschichte in Würzburg, Regensburg und Ulm folgte er 2005 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der RWTH Aachen. Seit 2022 ist er Prodekan für Studium und Lehre der Medizinischen Fakultät; zudem wurde er 2024 zum Rektoratsbeauftragten gegen Antisemitismus der RWTH Aachen ernannt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Medizin im Nationalsozialismus, die Geschichte und Ethik der Zahnheilkunde, die Entwicklung der Heilberufe sowie Fragen der Medizin-, Technik- und Wissenschaftsethik.