Teilprojekt B17
Mechanismen und Prognosestrategien für refraktäre kortikotrope Tumoren
Die Hauptursache für endogenen Hyperkortisolismus ist eine übermäßige Produktion von adrenokortikotropem Hormon (ACTH) durch kortikotrope Tumoren (Morbus Cushing). Die meisten dieser Tumoren sind gutartige Mikroadenome. Aggressive und metastasierende kortikotrope Tumoren machen jedoch fast ein Drittel aller aggressiven Hypophysentumoren und Hypophysenkarzinome aus. Dies sind besonders schwierige Tumorentitäten mit ungünstiger Prognose und erhöhter Mortalität. Derzeit gibt es keine zugelassenen histopathologischen und genetischen Marker zur Vorhersage eines aggressiven Tumorverhaltens, und es gibt nur wenige wirksame Therapien. In den vorangegangenen Förderperioden haben wir die Rolle somatischer genetischer Treiber bei klinisch aktiven kortikotropen Tumoren ermittelt und schlüssige Beweise dafür geliefert, dass somatische TP53-Varianten mit aggressivem Tumorverhalten und einer kürzeren Überlebenszeit bei Patienten mit kortikotropen Tumoren assoziiert sind. Dies ist zwar vielversprechend, doch die spezifischen Mechanismen, die den normalerweise gutartigen kortikotropen Neoplasien aggressive Eigenschaften verleihen, sind noch unklar. Die Entwicklung von Mitteln zur Vorhersage und Bekämpfung aggressiven Tumorverhaltens und zur Definition von Populationen, die von bestimmten Behandlungsmodalitäten profitieren könnten, bleibt ein ungedeckter Bedarf von höchster Bedeutung bei der Cushing-Krankheit.
In der letzten Förderperiode wollen wir diese Probleme mit den folgenden Zielen angehen:
(I) Festlegung und Validierung von Surrogatmarkern für die Prognose und das Ansprechen auf die Therapie bei Patienten mit Morbus Cushing
(II) Aufklärung der genetischen Grundlagen des familiären Morbus Cushing
(III) Etablierung und Standardisierung funktioneller Arzneimitteltests für die Behandlung von Patienten mit refraktären kortikotropen Tumoren.
Unser übergeordnetes Ziel während der letzten Förderperiode ist es, unsere Erkenntnisse in Instrumente umzusetzen, die es Ärzten ermöglichen, den Krankheitsverlauf zu überwachen und eine personalisierte Behandlung dieser schwer zu behandelnden Krankheit zu erreichen.
| Teilprojektleitende | Einrichtung |
| Prof. Dr. rer. nat. Marily Theodoropoulou | LMU |
| Prof. Dr. med. Martin Reincke | LMU |