KURE – KI-gestützte intraoperative Raman-Analyse zur urologischen Karzinom-Erkennung
Projektlaufzeit
11/2025-10/2028
Projektinhalt
In der Krebschirurgie stehen verlässliche pathologische Diagnosen häufig erst Stunden oder Tage nach einer Gewebeentnahme zur Verfügung. Im Verbundprojekt KURE wird deshalb ein Verfahren entwickelt, das gut- und bösartige Tumoren bereits während einer Operation schnell und präzise unterscheiden kann.
Hierfür werden Raman-Spektroskopie und Künstliche Intelligenz kombiniert: Laserlicht erzeugt einen molekularen „Fingerabdruck“ des Gewebes, den KI-Modelle in Echtzeit auswerten. Die Ergebnisse werden über eine cloudbasierte Plattform bereitgestellt und unterstützen Chirurginnen und Chirurgen sowie Pathologinnen und Pathologen bei intraoperativen Entscheidungen. Dadurch sollen Diagnosezeiten verkürzt, chirurgische Entscheidungen verbessert und perspektivisch die Schnellschnittdiagnostik ergänzt werden. Das Projekt konzentriert sich zunächst auf Tumoren der Niere, des Hodens und der Prostata; langfristig ist eine Übertragung auf weitere Tumorarten vorgesehen.
Rolle der Hochschulmedizin Dresden
An der Hochschulmedizin Dresden sind das Institut für Pathologie und die Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus (UKD) sowie die Arbeitsgruppe Usability & Technologieakzeptanz des Instituts für Medizinische Informatik und Biometrie (IMB) und des Zentrums für Medizinische Informatik (ZMI) am Projekt KURE beteiligt. Gemeinsam bringen sie klinische, pathologische und medizininformatische Expertise in die Entwicklung und Evaluation des KI-gestützten Systems ein.
Aufgaben der Arbeitsgruppe Usability & Technologieakzeptanz des IMB und ZMI im Projekt sind:
- Analyse klinischer Arbeitsabläufe, Nutzungskontexte und Entscheidungsprozesse in Urologie und Pathologie als Grundlage für die nutzerzentrierte Entwicklung des KI-gestützten Systems,
- Erhebung, Strukturierung und Priorisierung von Nutzeranforderungen an die Benutzungsschnittstelle, KI-Funktionen sowie die Darstellung diagnostischer Analyse- und Klassifikationsergebnisse,
- Entwicklung und Evaluation eines Interaktions- und Visualisierungskonzepts für transparente, nachvollziehbare und vertrauenswürdige Mensch-KI-Interaktionen,
- Planung, Durchführung und Auswertung qualitativer und quantitativer Usability-Studien sowie klinischer Evaluationen zur Untersuchung von Gebrauchstauglichkeit, Akzeptanz und Vertrauen in das KI-gestützte System.
Ansprechpartnerin
© MF/Stephan Wiegand
Gruppenleiterin
NameFrau PD Dr. rer. biol. hum. habil. Brita Sedlmayr
Eine verschlüsselte E-Mail über das SecureMail-Portal versenden (nur für TUD-externe Personen).
Finanzierung
Das Projekt wird im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.