09.10.2026
Anette-Gabriele Ziegler erhält den Claude-Bernard-Preis der EASD
Anette-Gabriele Ziegler spricht über ihre Forschungsarbeit, hier beim DZG-Symposium 2026 in Dresden.
Prof. Anette-Gabriele Ziegler wurde mit dem Claude-Bernard-Preis 2026 ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (European Association for the Study of Diabetes, EASD). Mit dem Preis werden ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und ihr langjähriges Engagement in der Diabetesforschung gewürdigt, insbesondere ihre wegweisenden Beiträge zur Früherkennung und Prävention des Typ-1-Diabetes (T1D).
Die Preisverleihung fand im Rahmen der 62. Jahrestagung der EASD statt, die in diesem Jahr in Mailand, Italien, abgehalten wurde. Am 29. September hielt Prof. Ziegler die 58. Claude-Bernard-Preisvorlesung, in der sie wichtige klinische und translationale Forschungsergebnisse aus ihrer wissenschaftlichen Laufbahn präsentierte.
Prof. Ziegler ist Ärztin und klinische Wissenschaftlerin und absolvierte ihre Ausbildung in Deutschland und den USA. Im Jahr 2010 übernahm sie die Professur für Diabetes und Gestationsdiabetes an der Technischen Universität München und gründete das Institut für Diabetesforschung bei Helmholtz Munich, das sie bis heute leitet. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Entstehung des Typ-1-Diabetes sowie die Übertragung dieser Erkenntnisse in neue Strategien zur Vorhersage, Früherkennung und Prävention der Erkrankung.
Prof. Ziegler ist eng mit der Dresdner Diabetesforschung verbunden. Sie ist Honorarprofessorin an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und hat die wissenschaftliche Leitung der Fr1da-Studie inne, eines groß angelegten Programms zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes bei Kindern. In Sachsen wird Fr1da seit 2021 in einer Kooperation zwischen dem Paul Langerhans Institut Dresden (PLID), dem Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden durchgeführt. Die lokale Leitung liegt bei Prof. Ezio Bonifacio und Prof. Reinhard Berner. Dresden hat sich seither zu einem von drei regionalen Koordinationszentren des Programms entwickelt. Neben München befindet sich hier zudem ein zweites zentrales Fr1da-Labor.
Mit Initiativen wie Fr1da hat Prof. Ziegler maßgeblich dazu beigetragen, die klinische Forschung zum Typ-1-Diabetes voranzubringen. Durch die systematische Untersuchung von Kindern kann die Erkrankung bereits vor dem Auftreten erster Symptome erkannt werden. Dadurch lässt sich der Anteil der Kinder, die bei der Erstdiagnose bereits eine diabetische Ketoazidose aufweisen, deutlich reduzieren.
Der Claude-Bernard-Preis würdigt eine wissenschaftliche Laufbahn, die entscheidend dazu beigetragen hat, die Früherkennung als Goldstandard in der Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes zu etablieren.