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Herbarium Dresdense (DR)

Im Herbarium wird gesammeltes Pflanzenmaterial aufbereitet und herbarisiert. Die Herbarbelege werden über Jahrhunderte aufbewahrt und anderen botanischen Institutionen ausgeliehen. Sie dienen der Erforschung taxonomischer, pflanzengeographischer, historischer und naturschutzrelevanter Fragestellungen sowie der Ausbildung im Biologie-Studium.

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Das Herbarium im Überblick

Zapfen © Frank Müller

Herbarium Dresdense (DR)

Bedeutende Sammler

  • E. Behr & O. Behr: ca. 7.000 Blütenpflanzen und 3.000 Kryptogamen
  • A. Cohrs: ca. 30.000 Blütenpflanzen
  • G. Feurich: 9.000 Pilze
  • W. Krieger: zahlreiche Pilzbelege
  • E. Riehmer: Flechten
  • R. Schöne: 30.000 Blütenpflanzen
  • B. Schorler: Belege aller systematischen Gruppen
  • H. Stiefelhagen: ca. 80.000 Blütenpflanzen
  • T. Wolf: Potentillenherbar mit ca. 4.000 Belegen
     

Gliederung

  • Herbarium generale (Phanerogamen-Belege weltweiter Herkunft)
  • Herbarium saxonicum (Phanerogamen-Belege aus Sachsen und den Grenzgebieten)
  • Herbarium Cohrs (Phanerogamen-Belege weltweiter Herkunft; Eingliederung ins Herbarium generale geplant)
  • Kryptogamen-Herbarium (Belege von Algen, Pilzen, Flechten und Moosen)
  • Holzquerschnitte, Samen und Früchte, Pollenpräparate 

Geschichte des Dresdner Herbariums

  •  Anfang 19. Jh.: Begründung der Dresdner botanischen Sammlungen durch zwei regierende sächsische Fürsten, Friedrich August I., zuerst Kurfürst, seit 1806 König von Sachsen, und Friedrich August II., seit 1836 König von Sachsen
  • 1849: Vernichtung großer Herbarbestände beim Brand des Zwinger-Pavillons
  • 1854: Eingliederung der Herbarbestände in den Besitz des Königlichen naturhistorischen Museums, Betreuung durch Prof. H.G.L. REICHENBACH
  • 1875: Übernahme der botanischen Sammlung durch das damalige Polytechnikum, die heutige Technische Universität; Betreuung und Mehrung der Bestände unter Prof. O. DRUDE
  • 1918: Ankauf des umfangreichen Potentillenherbars von Theodor WOLF (Monograph der Gattung Potentilla)
  • 1945: Auslagerung und damit Erhaltung des Herbarium Saxonicum, des WOLFschen Potentillenherbars und des Herbariums STIEFELHAGEN auf Schloß Weesenstein
  • 13.2.1945: Vernichtung großer Teile der botanischen Sammlung bei anglo-amerikanischen Bombenangriffen auf Dresden, darunter der bedeutenden Sammlungen von O. DRUDE, A. ROCHEL, R. SCHMIDT und anderer
  • 1945-1968: Erweiterung der Sammlungsbestände durch Ankäufe und Schenkungen unter Professor ULBRICHT, Direktor des Instituts für Botanik; großzügige räumliche Unterbringung des Herbariums im neugebauten Botanischen Institut (heutiger Drude-Bau)
  • 1968: Auflösung des Instituts für Botanik an der TU Dresden, provisorische Unterbringung der Herbarbestände in zwei Räumen im Botanischen Garten
  • 1995: Übernahme der Herbarkustodie durch das wiedergegründete Institut für Botanik, Überführung des größten Teils der Sammlung in die Räume des Instituts auf dem Zelleschen Weg 22

Bedeutung 

  • umfangreichstes sächsisches Herbarium, mit ca. 350.000 Pflanzenbelegen
  • erste Pflanzenbelege aus dem 18. Jahrhundert
  • repräsentative Sammlung der europäischen Flora und der südlichen und östlichen Randgebiete
  • umfangreiche Sammlungsbestände von Kryptogamen (Moose, Flechten, Pilze, z.T. Algen)
  • Potentillenherbar von Th. Wolf, wahrscheinlich die weltweit umfangreichste Sammlung dieser Gattung
  • das Herbarium enthält zahlreiche Typen (Belegmaterial, das als Grundlage für die Erstbeschreibung dieser Arten diente)
  • das Dresdner Herbarium ist im Index Herbariorum, dem internationalen Verzeichnis der Herbarien der Welt, eingetragen und führt einen regen Leihverkehr mit wissenschaftlichen Einrichtungen in der ganzen Welt