02.07.2026
Auszeichnungen für exzellente Forschung und Nachwuchstalente in der Photonik
Im Rahmen des 31. Dresdner Photonik-Kolloquiums am 12. Juni 2026 wurden am Institut für Angewandte Physik und dem Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic Materials (DC-IAPP) herausragende wissenschaftliche Leistungen in Photonik und Optoelektronik ausgezeichnet. Geehrt wurden Dr. Jakob Wolansky, Moritz Flemming und Marius Döbberthin. Erstmals verlieh das IAPP zudem einen Young Talent Award an die Schülerin Hannah Sophie Ferenz.
Emanuel-Goldberg-Preis für Dr. Jakob Wolansky
Der Emanuel-Goldberg-Preis 2025 ging an Dr. Jakob Wolansky für seine Dissertation „Single-component organic photodetectors: Investigation of the charge generation mechanism“. In seiner Arbeit untersuchte er neuartige optische Sensoren auf Basis organischer Halbleiter, die unter anderem für Anwendungen im Internet der Dinge oder für autonome Fahrzeuge von Bedeutung sind. Wolansky konnte zeigen, dass bereits einfach aufgebaute und besonders stabile Materialsysteme hervorragende Eigenschaften für Photodetektoren besitzen. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung leistungsfähiger Sensoren und könnten darüber hinaus auch für Solarzellen relevant sein.
Der Emanuel-Goldberg-Preis zeichnet jährlich besonders herausragende Dissertationen der TU Dresden auf den Gebieten Optoelektronik und Photonik aus. Er erinnert an den Physiker und Wissenschaftspionier Emanuel Goldberg, der sowohl in der Grundlagenforschung als auch in industriellen Anwendungen Maßstäbe setzte. Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert.
Harry-Dember-Preise für Moritz Flemming und Marius Döbberthin
Moritz Flemming erhielt die Auszeichnung für seine Masterarbeit „Exploring structure-property-relationships in high-viscosity printable organic mixed ionic-electric conductor gels“. Darin untersuchte er organisch-elektrochemische Transistoren, die sich besonders als Schnittstelle zwischen elektronischen und biologischen Systemen eignen. Durch die Entwicklung neuartiger Elektrolyte und den Einsatz flexibler Fertigungsmethoden wie Siebdruck konnte er leistungsfähige Bauelemente realisieren.
Marius Döbberthin wurde für seine Staatsexamensarbeit „Optimierung der thermischen Deaktivierung von programmierbaren lumineszenten Etiketten“ ausgezeichnet. Er entwickelte eine neue Methode, schaltbare Leuchtetiketten mittels integrierter Dünnschicht-Heizelemente gezielt zurückzusetzen. Solche Systeme gelten als vielversprechende Technologie für den minimalistischen Datenaustausch und intelligente Kennzeichnungslösungen.
Mit dem Harry-Dember-Preis werden jährlich besonders herausragende Abschlussarbeiten in den Bereichen Optik, Optoelektronik, Photonik und abbildende Rastersondenmethoden gewürdigt. Der Preis erinnert an den Dresdner Physiker Harry Dember, der 1933 von den Nationalsozialisten vertrieben wurde. Die Auszeichnung ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.
Young Talent Award für Hannah Sophie Ferenz
Erstmals verlieh das Institut für Angewandte Physik (IAP) den Young Talent Award. Die Auszeichnung ging an Hannah Sophie Ferenz vom Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen für ihre Forschungsarbeiten zur biologisch abbaubaren Elektronik. Bei einer Veranstaltung von futureSAX lernte sie Prof. Karl Leo kennen und erhielt von ihm die Einladung, ihre Forschung an der TU Dresden fortzuführen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht die Kultivierung sogenannter Kabelbakterien auf natürlichen Blattgerüsten. Ziel ist es, Metalle mithilfe der Bakterien aus Böden zu entfernen und auf den Blattstrukturen zu binden. Besonders bemerkenswert ist, dass es Hannah Ferenz gelang, die anspruchsvollen Bakterien außerhalb ihrer natürlichen Umgebung erfolgreich zu kultivieren – ein wichtiger Schritt für die weitere Erforschung dieser Organismen. Hannahs Beispiel zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der frühen Förderung wissenschaftlicher Talente liegt.
Kontakt:
Dr. Angelika Wolf
Dresden Integrated Center for Applied Physics and Photonic
Materials (IAPP) und Institut für Angewandte Physik
Technische Universität Dresden
Tel: +49 (0351) 463 42268
E-Mail: