Leaftronics
Neugierig auf die Zukunft nachhaltiger Technologien? Für Studierende, die sich für Spitzenforschung mit praktischer Relevanz begeistern, bietet dieses Fachgebiet die seltene Chance, Teil von etwas Innovativem und Sinnvollem zu sein. 🌱
Leaftronics ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das von der ODS-Gruppe an der TU Dresden begründet wurde und bei dem dezellularisierte Blätter in nachhaltige, biologisch abbaubare Elektronik umgewandelt werden. Die natürlichen, quasi-fraktalen Adernnetze in den Blättern werden zu Lignocellulose-Gerüsten, die, wenn sie mit leitfähigen Tinten oder biobasierten Polymeren funktionalisiert werden, zu transparenten, flexiblen Elektroden bzw. biologisch abbaubaren Substraten führen.
Dieser biomimetische Durchbruch wird genutzt, um das Problem der weltweit jährlich anfallenden über 60 Millionen Tonnen Elektroschrott direkt anzugehen, und eröffnet spannende Forschungsgebiete: biologisch abbaubare Leiterplatten, antimikrobielle Blattmembranen zur Wasseraufbereitung, CO₂-Abscheidungssysteme auf Lignocellulose-Basis und kurzlebige Batterien, die mit natürlichen Elektrolyten betrieben werden. Jeder dieser Bereiche erfordert rigorose Experimente in den Bereichen Materialchemie, Nano-/Mikrofabrikation und Nachhaltigkeitswissenschaften.
Die Bedeutung dieses Forschungsgebiets wird durch den renommierten Joachim-Herz-Preis 2025 (einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland) unterstrichen, der der ODS-Gruppe für ihre Pionierarbeit auf diesem Gebiet verliehen wurde, gefolgt vom Richard-Hartmann-Preis des Sächsischen Industrieverbandes 1828 e.V. im Jahr 2026. Studierenden mit einer soliden naturwissenschaftlichen Grundlage bietet Leaftronics die seltene Chance, Biologie, Physik und Ingenieurwesen zu verbinden, um die wirklich grüne Elektronik von morgen zu entwickeln.
© Kai Schmidt/IAP
Dr. Hans Kleemann
Arbeitsgruppe ODS (Organic Devices and Structures)
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