BioFlexElectronics: Biomaterialien für nachhaltige flexible Elektronik
Laufzeit: 01.03.2026 - 28.02.2031
Fördersumme: 2.586,084,51€
Geldgeber: BMFTR
Förderkennzeichen: 031B1662
Kurzbeschreibung:
Das Projekt BioFlexElectronics adressiert die dringende Notwendigkeit, fossile Rohstoffe in der chemischen Industrie durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen und damit zur Erreichung der europäischen Netto-Null-CO₂-Ziele sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beizutragen. Während derzeit weniger als 1 % der Kunststoffproduktion auf biobasierten Materialien beruht, basieren viele existierende Biokunststoffe auf essbaren Rohstoffen und stehen damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. BioFlexElectronics verfolgt daher den Ansatz, biobasierte Rohstoffe der zweiten Generation – insbesondere Zellulose, Lignin und Tannine – chemisch so zu modifizieren, dass sie für Hochleistungsanwendungen geeignet sind.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Elektronikindustrie, da Elektronikschrott zu den am schnellsten wachsenden Umweltproblemen zählt und derzeit nur ein geringer Anteil recycelt wird. Insbesondere Leiterplatten enthalten wertvolle Metalle, deren Rückgewinnung durch die heute verwendeten, nicht abbaubaren polymeren Substrate erheblich erschwert wird. Das Projekt zielt daher auf die Entwicklung biobasierter, funktionaler und unter definierten Bedingungen abbaubarer Substrate für flexible Leiterplatten (Flex-PCBs).
Hierfür werden drei Anwendungsbereiche untersucht: (1) biobasierte Substrate für klassische flexible Leiterplatten, die mit bestehenden industriellen Prozessen kompatibel sind, (2) flexible Substrate für gedruckte Elektronik einschließlich biobasierter leitfähiger Tinten und Klebstoffe sowie (3) dehnbare Substrate für Anwendungen in tragbarer Elektronik und medizinischen Sensorsystemen. Durch gezielte chemische Modifikationen sollen gleichzeitig hohe thermomechanische Leistungsfähigkeit und kontrollierte Abbaubarkeit, beispielsweise durch Solvolyse oder biologische Prozesse, gewährleistet werden.
Langfristig trägt BioFlexElectronics zur Entwicklung nachhaltiger Materialien für die Elektronikindustrie bei, fördert die Kreislaufwirtschaft und stärkt den Innovationsstandort Dresden im europäischen Halbleitercluster „Silicon Saxony“.
Kontakt:
© Kai Schmidt /IAP
Prof. Dr. Karl Leo
Professor für Optoelektronik
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