27.02.2026
„Geben Sie dem Zufall eine Chance!“
Dr. Markus Böhl ist der Alumnus des Monats März 2026.
(interviewt im Jahr 2026)
Thomas Scheufler
„Während meiner Zeit des Studiums, Doktorarbeit und Postdoc an der TU-Dresden habe ich interdisziplinäres Arbeiten kennen und schätzen gelernt. Das hat mir in jeder Phase meines Berufslebens geholfen.“
Dr. Markus Böhl hat an der TU Dresden Lebensmittelchemie studiert und promoviert. Heute ist er Präsident des Landesuntersuchungsamtes in Rheinland-Pfalz und verantwortlich für sichere Lebensmittel, Schutz der Menschen vor Infektionskrankheiten und gesunde Tierbestände in diesem Bundesland. Seine Studienerfahrungen an der TUD und seine in vielen Praktika erworbene Improvisationsfähigkeit und Selbständigkeit sind ihm dabei besonders wertvoll.
| Profil von | Dr. Markus Böhl |
| Studiengang | Lebensmittelchemie |
| Fakultät | Chemie und Lebensmittelchemie |
| Studienzeit | 1996 bis 2001 |
| Aktuelle Tätigkeit | Präsident des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz |
Wo sind Sie heute beschäftigt und in welcher Verantwortung?
Ich bin seit März 2025 Präsident des Landesuntersuchungsamtes in Rheinland-Pfalz. Unser Auftrag sind sichere Lebensmittel, Schutz der Menschen vor Infektionskrankheiten und gesunde Tierbestände.
Wovon profitieren Sie noch heute, wovon hätten Sie sich mehr gewünscht?
Das Studium, die Promotion und die Zeit als Postdoc an der TU-Dresden haben mich zur Selbstständigkeit erzogen – davon profitiere ich jeden Tag.
Warum haben Sie sich für ein Studium an der TU Dresden entschieden?
Das war – ehrlich gesagt – die Entscheidung der Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS). Ich hatte bei meiner Bewerbung auf einen Studienplatz der Lebensmittelchemie andere Wunschorte angegeben, angeboten wurde mir ein Platz in Dresden. Rückblickend bin ich der ZVS sehr dankbar dafür.
Wieso haben Sie gerade diese Studienrichtung gewählt?
Ich bin in einer Familie mit Nebenerwerbsweinbau aufgewachsen und hatte dadurch eine Vorstellung von der Lebensmittelherstellung und Verarbeitung. Nach dem Abitur war ich auf der Suche nach einem naturwissenschaftlichen Studium. Der Begriff „Lebensmittelchemiker“ hat für mich damals ein klares Berufsbild ergeben. Das hat die Entscheidung dominiert.
Wer aus Forschung und Lehre hat Sie in Ihrer Studienzeit am meisten geprägt?
Am stärksten geprägt haben mich die direkten Betreuerinnen und Betreuer während der (sehr langen) Praktikumszeiten. Ich bin bei allen auf offene Ohren und engagierte Didaktik gestoßen. Ihr großes Ziel war, uns selbstständiges Arbeiten und Wissenstransfer beizubringen. Dabei habe ich folgenden Spruch eines Praktikumsleiters in Erinnerung: „Sie haben an einer ostdeutschen Uni studiert und sind deshalb in der Lage zu improvisieren!“
Was würden Sie den heutigen Studienanfängerinnen und -anfängern mit auf den Weg geben?
Geben Sie dem Zufall eine Chance! Jede gesammelte Erfahrung in Ausbildung und im Berufsleben erweist sich am Ende als wertvoll.
Woran erinnern Sie sich besonders gern in Ihrer Studienzeit?
Das Studium war eine intensive und fordernde Zeit für mich, sie hat aber in einer sehr positiven Umgebung stattgefunden. Kommilitoninnen und Kommilitonen, denen man blind vertrauen konnte, das Studentenleben in den Wohnheimen, in den Studentenclubs und in der Neustadt. Das Lebensgefühl, Student im schönen Dresden zu sein, werde ich immer in positiver Erinnerung behalten.
Wo war Ihr Lieblingsort an der Uni?
Die Hörsäle im altehrwürdigen Fritz-Förster Bau waren für mich der Inbegriff von akademischem Flair. Ich habe ihn sehr genossen.
Wie gelingt ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Ich glaube, es ist unabhängig von der Branche wichtig, dass man ein tiefes Interesse und Begeisterung für seine Tätigkeit hat. Das strahlt man aus, und es wird für andere sichtbar.
Was verbindet Sie heute mit der TU Dresden?
Die weiter bestehenden Kontakte zu meinen ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen und zu den früheren Arbeitskolleginnen und -kollegen.
Kontakt:
Dr. Markus Böhl
E-Mail:
Imagefilm: Das Landesuntersuchungsamt: Wächter im Verborgenen