Jul 22, 2026
Erhalt wertvoller Forschungsdaten: TUD unterstützt die Sicherung von Daten aus den Klima- und Umweltwissenschaften
Die Technische Universität Dresden (TUD) entwickelt gemeinsam mit weiteren Einrichtungen eine Strategie zur langfristigen Sicherung wertvoller Forschungsdaten aus den Erdsystemwissenschaften. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Verbundprojekt „Secure ENDangered Earth Data“ (SEND Earth Data) in den kommenden 18 Monaten mit rund drei Millionen Euro. Im Fokus stehen dabei Datensätze, deren langfristige Verfügbarkeit z. B. aufgrund globaler politischer Entwicklungen, wie sie sich derzeit unter anderem in den USA vollziehen, gefährdet sind.
Im Projekt SEND Earth Data werden praxisnahe Maßnahmen zur Datensicherung aus allen Bereichen der Erdsystemwissenschaften, d. h. von der Atmosphäre über den Wasserkreislauf bis zur festen Erde, entwickelt. Die Projektpartner erarbeiten zudem Leitfäden für resiliente Dateninfrastrukturen, formulieren rechtliche Handlungsempfehlungen und entwerfen eine strategische Roadmap für eine langfristige Datenhoheit.
„Damit leistet SEND Earth Data einen wichtigen Beitrag zur Sicherung wissenschaftlicher Datengrundlagen für die Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsforschung als essenzielle Basis für Analysen, Modell-Simulationen oder die Berechnung von Zukunftsszenarien. Wir freuen uns sehr, dass die DFG die Förderung für dieses Projekt kurzfristig bewilligt hat.“ sagt Prof. Lars Bernard, Sprecher von NFDI4Earth und Professor für Geoinformatik an der TUD.
An dem Forschungsvorhaben sind neben der TUD auch das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ) und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie vier Helmholtz-Institutionen beteiligt: das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).
Alle Einrichtungen verfügen bereits über Erfahrungen bei der Sicherung gefährdeter Datenbestände bzw. befinden sich schon im Austausch mit betroffenen internationalen Institutionen, wie der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA oder der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA.
Das Projekt baut auf den Strukturen von NFDI4Earth, dem Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) der Erdsystemwissenschaften, auf. Dadurch können gefährdete Datensätze rasch gesichert, Lücken in der Datenverarbeitung geschlossen und nationale Aktivitäten eng mit europäischen und internationalen Initiativen vernetzt werden. Ziel ist es, ein dauerhaftes nationales Netzwerk für Datenresilienz zu etablieren, das in NFDI4Earth verankert und strategisch im europäischen wie internationalen Kontext eingebettet ist.
Kontakt
Technische Universität Dresden
Professur für Geoinformatik
Prof. Lars Bernard
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