30.09.2026
Klaus-Tschira-Medaille für Prof. Gerhard Weber: Auszeichnung für Verdienste um Barrierefreiheit in der Digitalisierung
Die Verleihung der Klaus-Tschira-Medaille durch den GI-Präsidenten Martin Wolf (l.) an Gerhard Weber fand im Rahmen des INFORMATIK FESTIVALS 2026 in Dresden im Schloss Albrechtsberg statt.
Prof. Gerhard Weber ist mit der Klaus-Tschira-Medaille ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft für Informatik e.V. und die Klaus Tschira Stiftung würdigen damit seine besonderen Verdienste um die Verbindung von Informatik und Inklusion sowie um die Barrierefreiheit bei der Nutzung von Informationstechnik. Weber leitete von 2007 bis 2026 die Professur für Mensch-Computer-Interaktion und die Arbeitsgruppe „Services Behinderung und Studium“ an der Technischen Universität Dresden (TUD). Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen nutzungszentrierte assistive Technologien sowie barrierefreie Lern- und Arbeitsumgebungen, die Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen den Zugang zu Bildung, Arbeitswelt und kultureller Teilhabe erleichtern.
Barrierefreiheit als Prinzip moderner Digitalisierung
„Gerhard Weber hat wie kaum ein anderer wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung mit gesellschaftlicher Relevanz verbunden und diese gleichsam nachhaltig geprägt. Durch seine Arbeit zeigt er, dass Barrierefreiheit kein Randthema ist, sondern ein zentraler Baustein für eine moderne, inklusive Digitalisierung. Mit seiner Arbeit hat er nicht nur individuelle Karrieren ermöglicht, sondern auch die Wissenschaft allgemein zugänglicher gemacht“, sagt Prof. Martin Wolf, Präsident der Gesellschaft für Informatik.
Von der Forschung in die Praxis
Bei der Entwicklung barrierefreier Lehr- und Lernumgebungen beschäftigte sich Weber unter anderem mit audio-taktilen Ansätzen. Dabei stellte er Fragen der Zugänglichkeit nicht nur bei technischen Lösungen, sondern auch in der Planung von Lehrplänen und Studienabläufen, bei Prüfungsformen und in der Lernunterstützung in den Mittelpunkt.
Sein Wirken hat dazu beigetragen, Barrierefreiheit nicht allein als technischen Standard, sondern als kulturelles Prinzip zu verstehen. Interdisziplinäre Kooperationen zwischen Sozial-, Medien-, Informatik-, Psychologie- und Gesundheitswissenschaften trugen dabei zur Entwicklung inklusiver Lösungen bei. Die Projekte führten unter anderem zu barrierefreien Software- und Hardwarelösungen, zugänglichen Lehrmaterialien und barrierefreien Veranstaltungen.
Zwei Jahrzehnte Engagement an der TU Dresden
Nach Stationen in Stuttgart, Philadelphia und Kiel leitete Gerhard Weber von 2007 bis 2026 die Professur für Mensch-Computer-Interaktion und die Arbeitsgruppe „Services Behinderung und Studium“ an der TUD. Für seine Arbeit für Menschen mit Beeinträchtigungen erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, unter anderem von der American Computers Society (ACM), der International Federation for Information Processing (IFIP), der Oesterreichischen Computergesellschaft (OCG) und der TUD.
Die Klaus-Tschira-Medaille wurde Weber auf dem INFORMATIK FESTIVAL 2026 in Dresden verliehen. Mit der Auszeichnung ehren die Gesellschaft für Informatik und die Klaus Tschira Stiftung Menschen, die besondere Verdienste hinsichtlich der Nutzung und Weiterentwicklung informatischer Methoden in unterschiedlichen Anwendungsgebieten erworben haben.
Über die Gesellschaft für Informatik e.V.
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist die größte Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum. Seit 1969 vertritt sie die Interessen der Informatiker:innen in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und setzt sich für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung ein. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und zahlreichen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen der Informatik.
Über die Klaus Tschira Stiftung
Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) mit privaten Mitteln gegründet. Ihre drei Förderschwerpunkte sind Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement reicht vom Kindergarten über Schulen und Hochschulen bis zu Forschungseinrichtungen.