26.12.2014

TU Dresden trauert um Altrektor Professor Hermann Kokenge

Am 25. Dezember 2014 ist nach schwerer Krankheit der ehemalige Rektor der TU Dresden, Altmagnifizenz Prof. Hermann Kokenge, im Alter von 65 Jahren verstorben.  

»Der Tod meines Amtsvorgängers macht mich betroffen und traurig. Die TU Dresden hat Hermann Kokenge sehr viel zu verdanken. Hermann Kokenges weitsichtige Entscheidungen waren Grundlage, dass ich als sein Amtsnachfolger vor mehr als vier Jahren eine sehr gut auf alle Herausforderungen vorbereitete Universität übernehmen konnte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die um ihn trauern«, so der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen.

Im Konventzimmer des Rektorats der TU Dresden liegt bis zum 30. Januar 2015 ein Kondolenzbuch aus, in dem jeder seinem Gedenken Ausdruck verleihen kann.

Prof. Kokenge war seit 1993 Professor für Landschaftsarchitektur an der TU Dresden. Von 1996 bis 1997 leitete er das TUD-Institut für Landschaftsarchitektur und war von 1997 bis zum Jahr 2000 Dekan der Fakultät Architektur. Im gleichen Jahr übernahm er das Amt des Prorektors für Wissenschaft an der TU Dresden. Drei Jahre später, im Jahr der 175-Jahr-Feier der TU Dresden 2003, wurde Prof. Kokenge zum Rektor der TU Dresden gewählt.  Er übte dieses Amt über zwei Wahlperioden bis 2010 aus.  


In seine Amtszeiten fielen solch bedeutsame Ereignisse wie die Umsetzung der Strukturvorgaben des Hochschulvertrags zwischen der Sächsischen Staatsregierung und den sächsischen Hochschulen von 2003, die Reform der Studiengänge infolge des Bologna-Prozesses, das Streben der TU Dresden nach einem eigenen TU-Dresden-Gesetz, das mehr Autonomie in Form einer Stiftungsuniversität bringen sollte, sowie das fünf Jahre andauernde Ringen um ein neues Sächsisches Hochschulgesetz.

Sein Bemühen, mit der TU Dresden durch Profillinien und Exzellenzbereiche Maßstäbe zu setzen, mündete 2006 darin, dass die TU Dresden als einzige ostdeutsche Hochschule bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes zur Förderung universitärer Spitzenforschung sowohl mit einem Exzellenzcluster als auch mit einer Graduiertenschule erfolgreich war.

In der Folge entwickelte Prof. Kokenge mit dem Rektoratskollegium und der gesamten Universität die Leitgedanken einer künftigen Exzellenzuniversität und initiierte die deutschlandweit einzigartige Allianz Dresden-concept als Kernstück eines Zukunftskonzeptes für die Dresdner Alma Mater. Er brachte die Anträge für die zweite Runde der Exzellenzinitiative auf den Weg, mit deren grundlegenden Inhalten die TUD schließlich zwei Jahre nach dem Ende seines Rektorats den Titel der Exzellenzuniversität erringen konnte.    

Prof. Kokenge legte stets großen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden und deren Vertretungen. Als Studierende im Jahr 2009 für bessere Studienbedingungen sowie mehr Mitspracherechte protestierten und den Potthoff-Bau besetzten, erreichte er mit Augenmaß und konstruktivem Vorgehen, dass die Situation nicht eskalierte.  

Er etablierte die TU Dresden im Verbund TU9, der die namhaften großen Technischen Universitäten Deutschlands versammelt, und war dessen Vizepräsident.

Prof. Hermann Kokenge und seinem Sinn für die Verbindung von Wissenschaft und Kunst ist es wesentlich zu danken, dass die im Jahre 2003 gegründete ALTANA-Galerie der Universitätssammlungen Kunst + Technik der TU Dresden – ein in seiner Art deutschlandweit einmaliges Projekt – während seiner Amtszeit als Rektor zu einem wichtigen Faktor Dresdner und sächsischer Ausstellungslandschaft wurde.

Prof. Hermann Kokenges Credo als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Rektor, dass Wissenschaft und Bildung vom Wesen her international sind, ist heute in Dresden aktueller denn je.

Fotodownload 1  (Foto: TUD/Liebert)
Fotodownload 2  (Foto: TUD/Eckold)


 

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Letzte Änderung: 05.02.2016