20.04.2017

Kurt-Beyer-Preis für herausragende Diplomarbeiten

„Entwurf einer freitragenden Halle“ ist der Titel der Diplomarbeit von Alexander Schumann von der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden. Bei der Verwendung von Carbonbeton können schlanke und filigrane Tragelemente konzipiert werden. Zusätzlich zum Einsatzgebiet bei Fassadenelementen und Verstärkungsmaßnahmen für bestehende Gebäude ist Carbonbeton als Tragelement für filigrane neue Bauwerke, insbesondere Flächentragwerke wie Schalen, Faltwerke, Gitterschalen usw., prädestiniert. Aus diesem Grund sollte ein Konzept für eine freitragende Halle mit dem Verbundbaustoff Carbonbeton entwickelt werden. Alexander Schumann hat in seiner Diplomarbeit eine doppelt gekrümmte Schale entwickelt, die aus einzelnen vorgefertigten Textilbetonsegmenten, Rautenstäben und einer sich zwischen den einzelnen Rauten befindlichen Textilbetonschicht besteht. Sein Entwurf zeigt, dass ein Wandel weg vom massiven hin zu einem leichten und energieeffizienten Bauen durch Einsatz von Carbonbeton vollzogen werden kann. Damit überzeugte er die Jury und wird am 21. April 2017 mit dem Kurt-Beyer-Preis 2016 ausgezeichnet.

Dipl.-Ing. Maximilian Kunze aus der Fakultät Architektur ist ebenfalls Preisträger und erhält den Preis für seine Diplomarbeit: „Leipziger Bahnhof und Leipziger Vorstadt Dresden”. Die große Brache des ehemaligen Leipziger Bahnhofs spielt eine entscheidende Rolle bei der zukünftigen Entwicklung der Stadt auf den ehemaligen Bahnanlagen entlang der Leipziger Straße. Maximilian Kunze entwickelte in seiner Diplomarbeit auf den vorhandenen historischen Spuren einen Entwurf für den neuen Stadtteil unter der Einbeziehung der noch bestehenden Bebauung, die restauriert, umgebaut und durch neue Gebäude zu einem Stadtteil ergänzt wird. Sein architektonisches Konzept schreibt die Grundcharakteristik des Ortes fort und entwickelt ihn auf einem selbst erarbeiteten, dreiphasigen Projektentwicklungsszenario weiter. Das Areal wird im Sinne zeitgenössischer Nutzungsperspektiven mit einer Vielzahl von aufeinander bezogenen architektonischen, denkmalpflegereichen und landschaftsgestalterischen Maßnahmen qualifiziert. Für jede der drei Phasen schlägt Kunze eine exemplarische architektonische Lösung vor, um die beabsichtigte Herangehensweise darzustellen. Die Arbeit überzeugt durch die städtebauliche und architektonische Lösung, die neue, ungewöhnliche Wege geht und auf jegliche modische Aspekte bewusst verzichtet.

Der mit 5.000 Euro dotierte Kurt-Beyer-Preis wird in diesem Jahr bereits zum 21. Mal verliehen. Seit 1996 stiftet die HOCHTIEF AG das Preisgeld für diese Auszeichnung mit der bisher 48 herausragende Absolventen bzw. Promovierte der TU Dresden ausgezeichnet werden konnten. Vom Stifter wurden im Laufe der Jahre mehr als 100.000 Euro an Preisgeldern zur Verfügung gestellt.

Einige ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger haben eine Laufbahn in der Wissenschaft fortgeführt, sind auf Professuren berufen worden. Andere haben Firmen oder Architekturbüros gegründet bzw. sind dort tätig.

Zur diesjährigen Preisverleihung werden auch der Sohn Kurt Beyers und eine Enkeltochter anwesend sein.

Informationen für Journalisten:
Kim-Astrid Magister
Tel.: +49 (0) 351 463-32398

pressestelle@tu-dresden.de

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Letzte Änderung: 20.04.2017