06.11.2018

Kürzere Produktlebenszyklen erfordern neue Produktionsprozesse

Dr.-Ing. Markus Graube © Sebastian Heinze Dr.-Ing. Markus Graube © Sebastian Heinze

Dr.-Ing. Markus Graube, Geschäftsführer Process-To-Order Lab

Dr.-Ing. Markus Graube

Dr.-Ing. Markus Graube, Geschäftsführer Process-To-Order Lab © Sebastian Heinze

Immer kürzere Produktlebenszyklen bringen große Herausforderungen für die Prozessindustrie mit sich. Am 6. November 2018 wurde an der TU Dresden das „Process-To-Order-Lab (P2O-Lab)“ an der TU Dresden eröffnet, wo künftig Wissenschaftler aus den Fakultäten Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenwesen und Informatik ihr Know-how in einer offenen Lehr-, Forschungs- und Evaluierungsplattform bündeln können, um neue Prozess- und Produktionskonzepte zu entwickeln.

Für die Forscher der TU Dresden liegt die Lösung in der Modularisierung und Digitalisierung der Prozessindustrie. Damit Produktionsprozesse flexibler werden, sollen die Produktionsanlagen künftig aus vorgefertigten Modulen bestehen, die leicht angepasst oder ausgetauscht werden können. Die Modularisierung eröffnet unzählige Möglichkeiten, Produktionsprozesse zu optimieren.

„Wir wollen Anlagen aus wiederverwendbaren Bausteinen herstellen“, erklärt Dr. Markus Graube, Geschäftsführer des P20-Labs. „Jeder Baustein ist vollständig automatisiert und hat klar definierte Schnittstellen. Neue Prozessanlagen können damit extrem schnell zusammengestellt werden.“ Der Anlagenbau wird schneller, effizienter und ressourcenschonender und kann leichter an die Bedürfnisse der hoch variablen Märkte angepasst werden.

Das P20-Lab soll einen Raum für Austausch und Kooperationen bieten, in dem die Forschungsideen und Demonstratoren in Industrieanlagen übertragen, neue Standards definiert und moderne Arbeitswelten geschaffen werden. Die Dresdner Forscher überlegen beispielsweise, wie die Möglichkeiten von Augmented Reality/Virtual Reality genutzt werden können, um das Bedienpersonal der Anlagen besser zu unterstützen. Die Forscher verfolgen zudem die Idee, einzelne Modulteile mit 3D-Druck zu produzieren, um eine noch schnellere Anpassung an spezifische Eigenschaften von Produkten oder Prozessen zu erreichen.

„Die Vision haben wir klar vor Augen. Jetzt heißt es, unterschiedliche miteinander verknüpfte Forschungsfragen mit unseren Kooperationspartnern gemeinsam anzugehen. Besonders die großen Akteure der chemischen Industrie zeigen bereits starkes Interesse“, sagt Dr. Graube.

Informationen für Journalisten:
Dr.-Ing. Markus Graube
Tel.: 0351 463-33387
markus.graube@tu-dresden.de

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Letzte Änderung: 07.11.2018