09.09.2026
Spatenstich für Wissenschafts- und Tagungszentrum auf der Schlossinsel Grillenburg
Spatenstich für das Wissenschafts- und Tagungszentrum auf der Schlossinsel Grillenburg u. a. mit Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer, TUD-Rektorin Prof. Ursula M. Staudinger, TUD-Kanzler Jan Gerken sowie Tharandts Bürgermeister Silvio Ziesemer.
Neuanfang: Moderne Gebäude für die Wissenschaft sollen den Weg für das lange brachliegende Areal in die Zukunft weisen.
Im Beisein von Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Prof. Ursula M. Staudinger, Rektorin der Technischen Universität Dresden (TUD), und Jan Gerken, Kanzler der TUD, sowie Tharandts Bürgermeister Silvio Ziesemer erfolgte am 9. September 2026 der Spatenstich für ein modernes und nach Nachhaltigkeitskriterien geplantes Wissenschafts- und Tagungszentrum auf der Schlossinsel Grillenburg.
Mit Geldern des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und des Freistaats Sachsen (jeweils 18 Millionen Euro) sowie der TUD (fünf Millionen Euro) entstehen in den kommenden Jahren auf dem lange verwaisten Areal auch neue Gebäude für den Tagungsbetrieb.
Michael Döring, Abteilungsleiter Zentrale Angelegenheiten im Sächsischen Staatsministerium für Kultur und Tourismus (SMWK), Prof. Karina Sopp, Prorektorin Nachhaltigkeit und Entrepreneurship der TU Bergakademie Freiberg, sowie Vertreter der mit dem Bau beauftragten „ARGE 3B Architekten und Ingenieure Schlossinsel Grillenburg GmbH“ waren beim Spatenstich ebenfalls vor Ort.
Das vorhandene Schlossgebäude wird künftig für Tagungen genutzt. Die neu errichteten Holzmodulgebäude stehen dann für Übernachtungsgäste bereit. Im ehemaligen „Fahrerhaus“ werden die Gästelobby und eine Gastronomie entstehen, in das ehemalige „Gartenhaus“ zieht die Verwaltung ein. Für alle Gebäude wird ein nachhaltiges Energiekonzept mit Wärmepumpen umgesetzt. Die Insel soll im Wesentlichen autofrei bleiben.
„Bei dieser Transformation werden wir große Teile des historischen, teils denkmalgeschützten Ensembles erhalten. Es werden aber auch neue und moderne Strukturen entstehen, die hohen Nachhaltigkeits-, Unterbringungs- und Erlebnisstandards genügen sollen“, unterstreicht TUD-Kanzler Jan Gerken. Ihm untersteht das Sachgebiet Eigenbau der TUD, das die Arbeiten auf der Schlossinsel koordiniert. „Mit dem heutigen Spatenstich gehen wir nun die weiteren Schritte zum Aufbau eines hochmodernen und dringend benötigten Wissenschafts- und Tagungszentrums für die TU Dresden und ihre Partner. Mein Dank gilt Bund, Land und Kommune sowie allen Beteiligten, die dieses ambitionierte Projekt ermöglichen“, betont Gerken.
„Das neue Wissenschafts- und Tagungszentrum wird unserer Universität, aber auch den Partnerinstitutionen der DRESDEN-concept Allianz (DDc) sowie perspektivisch weiteren wichtigen Partnern, hervorragende Tagungs- und Vernetzungsmöglichkeiten bei hoher Aufenthaltsqualität bieten. Im geografischen Zentrum Sachsens schaffen wir einen besonderen Ort, um zusammenzukommen, um wissenschaftliche Kollaborationen und Innovationen zu stimulieren“, sagt TUD-Rektorin und DDc Vorstandsvorsitzende Prof. Ursula M. Staudinger. Dem Verbund gehören mit der TUD insgesamt 47 Partnereinrichtungen an. Sie haben sich in dem eingetragenen Verein zusammengeschlossen, um Synergien in Forschung und Lehre sowie Forschungsinfrastruktur und Verwaltung zu nutzen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstreicht: „Mit dem neuen Wissenschafts- und Tagungszentrum der Technischen Universität Dresden schaffen wir einen besonderen Ort für Forschung und Begegnung. Wissenschaft gehört in die Mitte unserer Gesellschaft. Sie muss sichtbar, zugänglich und im Austausch mit den Menschen sein. Zugleich geben wir dem lange verwaisten Schlossensemble eine neue Zukunft. Rund 18 Millionen Euro investiert der Freistaat in dieses wichtige Projekt. Das ist ein klares Bekenntnis zum Wissenschaftsland Sachsen.“
„Die Zukunft der Schlossinsel Grillenburg ist das Ergebnis eines langen Weges“, erläutert Silvio Ziesemer, Bürgermeister der Stadt Tharandt. „Über viele Jahre mussten immer wieder Rückschläge überwunden und neue Lösungen gefunden werden. Dank der Menschen, die sich für den Erhalt dieses besonderen Ortes engagiert haben, ist heute eine konkrete Perspektive entstanden. Das Miteinander der Bürger unserer Stadt, engagierter Einzelpersonen, politischer Unterstützer und der Technischen Universität Dresden zeigt: wenn Menschen sich einig werden, ist Vieles möglich.“
So geht es weiter
Nach dem Spatenstich wird in den kommenden Wochen mit dem Anlegen der Baustraße auch die Sanierung der Pöppelmannbrücke als repräsentativer Zugang zum Gelände erfolgen. Ebenso wird mit dem sogenannten „Damm 3“ die spätere Zufahrt für das Wissenschafts- und Tagungszentrum saniert. Es folgen der Abriss nicht mehr benötigter Anbauten und das Areal wird beräumt. Ab Frühjahr 2027 beginnen dann die Arbeiten am Schloss und den weiteren historischen Gebäuden. Zeitgleich startet der Neubau der Modulgebäude für den Beherbergungsbetrieb. Die Inbetriebnahme des Komplexes ist für 2029 geplant.
Der Transformationsprozess auf der Schlossinsel Grillenburg wird vom renommierten Architekturfotografen Ivan Němec dokumentiert. Dessen Aufnahmen sollen nach Fertigstellung des zum Areal gehörenden Neuen Jägerhauses in den dort zu schaffenden Ausstellungsräumen erstmals gezeigt werden.
Hintergrund: Schlossinsel Grillenburg
Die Schlossinsel Grillenburg befindet sich im gleichnamigen Ortsteil der zwischen Dresden und Freiberg gelegenen Stadt Tharandt und ist eingebettet in das idyllische Natur- und Naherholungsgebiet des Tharandter Waldes im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und damit vor den Toren Dresdens. Die „Jagdhausanlage Grillenburg“ ist in der Kulturdenkmalliste des Freistaates Sachsen verzeichnet. Es besteht aus dem Schloss (1655 erbaut), dem Neuen Jägerhaus (1938) mit Resten eines romanischen Kellers, vier weiteren Gebäuden, einer Einfriedung und einer Bogenbrücke (Pöppelmann zugeschrieben) sowie einem Schlosstor aus dem 12. Jahrhundert. Das Schlossgebäude hat Bezug zu den Wettinern, da es als Jagdsitz des Markgrafen Dietrich von Meißen erstmalig erwähnt wurde. Zuletzt wurde die Anlage mit dem Neuen Jägerhaus im sogenannten Heimatstil 1938/39 als Land- und Jagdsitz erweitert.
Hintergrund: Entwicklung des Wissenschafts- und Tagungszentrums Schlossinsel Grillenburg
Bereits 2025 erfolgte die Notsicherung des „Neuen Jägerhauses“ aus gesondert bereitgestellten Mitteln der Denkmalpflege. Die Einreichung des Bauantrags für den Wissenschafts- und Tagungskomplex erfolgte im Januar 2026, für das „Neue Jägerhaus“ im Mai 2026.
Ab Mitte September 2026 starten bauvorbereitende Maßnahmen mit der Einrichtung der Baustraße, Abbruchmaßnahmen, Beräumungen, ergänzenden Baumfällungen und Erdbauarbeiten. Im ersten Schritt werden ab November 2026 bis April 2027 die Zufahrten saniert bzw. ertüchtigt: die repräsentative Pöppelmannbrücke (Steinbogenbrücke von 1730) und Damm 3 (von 1937).
Der Start der Sanierungsmaßnahmen und der Neubauten auf der Schlossinsel beginnt ab Frühjahr 2027, die Sanierung des Neuen Jägerhauses ab Sommer 2027. Die Verpachtung des Wissenschafts- und Tagungskomplexes wird Anfang 2027 ausgeschrieben.
Die Fertigstellung des Baus ist für Anfang 2029 geplant. Dann steht ein Wissenschafts- und Tagungskomplex bestehend aus dem Schloss nebst neuem Anbau für Tagungs- und Konferenzräume mit ca. 1.150 qm Bruttogrundfläche (BGF) zur Verfügung. Hinzukommt das Fahrerhaus nebst neuem Anbau für die Gästelobby, Gastronomie, Küche und Personalbereiche mit ca. 670 qm BGF, das Gärtnerhaus für die Verwaltung (ca. 350 qm BGF) und drei neu gebaute Gästehäuser mit 91 Gästezimmern bzw. 160 Gästebetten (ca. 3360 qm BGF).
Das Neue Jägerhaus wartet dann für museale Zwecke mit Ausstellungsflächen und Projekträumen von ca. 1.800 qm BGF auf. Auch die Wiederherstellung der Außenanlagen nach gartendenkmalpflegerischer Zielstellung mit standort- und nutzungsgerechter Gestaltung ist dann abgeschlossen.
Förderung
Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Freistaates Sachsen finanziert. Diese werden auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.
Kontakt für Medien:
Technische Universität Dresden
Konrad Kästner
Stellvertretender Pressesprecher
Tel.: +49 351 463 32427
E-Mail: