31.03.2017

TU Dresden begegnet dem Lehrermangel

Lehrerbildung © Amac Garbe Lehrerbildung © Amac Garbe
Lehrerbildung

© Amac Garbe

Neue wissenschaftliche Qualifizierung von Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf

Mit Beginn des Sommersemesters 2017 startet an der TU Dresden ein umfängliches Programm zur Weiterbildung von Lehrkräften, insbesondere von Seiteneinsteigern im Schuldienst. Das Rektorat der TU Dresden hat eine entsprechende Rahmenvereinbarung bis zum Jahr 2023 mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus unterzeichnet. Diese sieht vor, dass die TU Dresden bis zu 900 Lehrkräfte für die Grundschule sowie für bestimmte Fächer in den weiterführenden Schulen qualifizieren wird. Zunächst beginnen 30 Seiteneinsteiger im Bereich Grundschule diese Zusatzqualifikation an der TU Dresden. „Mit diesem Programm zum Seiteneinstieg kommen wir unserer gesellschaftlichen Verpflichtung nach, dem Lehrermangel an sächsischen Schulen wirksam zu begegnen“, äußert sich der Prorektor für Bildung und Internationales der TUD, Professor Hans Georg Krauthäuser. „Die TUD hat seit vielen Jahren immer wieder ihre Expertise in der Lehrerbildung unter Beweis gestellt, von der nun die Seiteneinsteiger und letztlich auch Sachsens Schüler profitieren werden.“

Die Seiteneinsteiger absolvieren ihre zweijährige wissenschaftliche Qualifizierung als berufsbegleitende Weiterbildung. Zwei Tage pro Woche sind sie an der Universität, drei Tage arbeiten sie an ihren Schulen. Im Bereich Grundschule werden die Teilnehmer in den Bildungswissenschaften Pädagogik und Psychologie sowie in den Grundschuldidaktiken Deutsch/Mathematik/Sachunterricht qualifiziert. Dieser Teil des Programms war bereits seit Februar 2016 mit einer ersten Gruppe in der Fakultät Erziehungswissenschaften erprobt worden und geht nun in die zweite Runde. Im Bereich der weiterführenden Schulen starten die Teilnehmer an der TU Dresden ihre Weiterbildung ab 01.10.2017 in den Fächern Deutsch, Mathematik, Informatik, Physik und Wirtschaft, Technik, Haushalt (WTH). Voraussetzung, um das Programm absolvieren zu können, ist ein unbefristetes Anstellungsverhältnis im sächsischen Schuldienst mit einem nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschluss. Die Auswahl der Teilnehmer und die Zuweisung zu den Gruppen erfolgt durch die Schulbehörde.

Die TU Dresden hat langjährige Erfahrung sowohl mit der Durchführung berufsbegleitender Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte im Allgemeinen als auch mit der wissenschaftlichen Ausbildung von Quer- und Seiteneinsteigern im Besonderen. So wurde 2013/2014 ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zur Qualifizierung von Akademikern zum Einstieg in den Lehrerberuf (QUER) durchgeführt.

An der Programmkonzeption wirken nun insgesamt zehn Professuren mit. Die Gesamtkoordination liegt beim Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung  (ZLSB) der TU Dresden in den Händen von Prof. Axel Gehrmann. Er sieht in dem Seiteneinsteiger-Programm auch die Chance, eine Generationslücke in den Schulen zu füllen: „In Sachsen stehen die meisten Lehrer kurz vor dem Ruhestand oder kommen in den nächsten Jahren frisch von der Uni. Unsere Seiteneinsteiger sind wahrscheinlich Mitte 30 und bringen in die Schulen damit noch andere wichtige Perspektiven und Lebenserfahrungen ein.“

Erstmalig wird ein Projekt der Lehrerbildung in Kooperation mit der Dresden International University GmbH (DIU) stattfinden. Die staatlich anerkannte DIU ist ein zentraler Anbieter für postgraduale Aus- und Weiterbildungsprogramme an der TU Dresden. Sie unterstützt das Projekt logistisch in der Umsetzung der Lehrveranstaltungen und durch die Bereitstellung von modernen Lehr- und Lernräumen im World-Trade-Center.

Informationen für Journalisten:
Prof. Axel Gehrmann
Tel.: +49 (0) 351 463-39799
axel.gehrmann@tu-dresden.de

Thomas Barany, M.A.
Tel.: +49 (0) 351 463-39799

thomas.barany@tu-dresden.de

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Letzte Änderung: 31.03.2017