13.05.2026
Immuntherapie im Fokus – Das Projekt „Co-Culture of Colorectal Patient Derived Tumour Organoids with Tumour-Infiltrating T-Cells“
Ein Blick ins Detail: Funktionelle Färbung zur Analyse der Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen.
Ein Bericht von Hanne Malin Reinhart
Der Hintergrund
Trotz intensiver medizinischer Forschung bleibt die Prognose für Patient:innen mit gastrointestinalen Tumoren, wie dem kolorektalen Karzinom (CRC) oder dem Magenkarzinom (GAC), oft ungünstig. Ein Grund hierfür ist, dass moderne Immuntherapien, die bei anderen Krebsarten bereits große Erfolge zeigen, bei diesen Tumoren häufig wirkungslos bleiben.
Seit Beginn meines Medizinstudiums begeistert mich die Onkologie – sowohl in der klinischen Anwendung als auch in der Forschung. Im Rahmen meiner Promotion in der AG Stange (VTG-Labor) untersuche ich daher seit 2022 die immunologischen Grundlagen dieser Therapieresistenzen. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen im Tumormikromilieu besser zu verstehen, um künftig effektivere Behandlungswege zu finden.
Der experimentelle Ansatz und bisherige Ergebnisse
Die zentrale Idee meines Projekts war der Aufbau einer präklinischen Co-Kultur-Plattform. Hierfür nutze ich frisches Tumorgewebe direkt aus dem Operationssaal, welches in ein dreidimensionales Zellkultursystem überführt wird. Parallel dazu isoliere und expandiere ich tumorinfiltrierende T-Zellen (TILs) aus derselben Patientenprobe.
Dank der FOSTER-Förderung konnte ich diesen Ansatz entscheidend erweitern:
- Methodische Optimierung: Ein besonderer Meilenstein war die Etablierung eines Setups für das Live-Cell Imaging, mit dem wir die Interaktion zwischen Immun- und Tumorzellen in Echtzeit beobachten können
- Funktionelle Analysen: Durch neu etablierte Färbe-Methoden lässt sich nun präziser analysieren, wie die Immunzellen auf den Tumor reagieren.
- Teamarbeit und Nachwuchsförderung: Die Förderung ermöglichte es uns, eine weitere Studentin gezielt in dieses Thema einzuarbeiten. Sie hat durch ihre Mitarbeit entscheidend dazu beigetragen, das neue Versuchs-Setup erfolgreich zu etablieren, was den wissenschaftlichen Austausch in unserer Arbeitsgruppe sehr bereichert hat.
Die Unterstützung durch FOSTER hat mir dabei nicht nur die notwendigen Sachmittel für komplexe Analysen ermöglicht, sondern auch meine wissenschaftliche Selbstständigkeit gestärkt, da ich erstmals die Verantwortung für die Projektplanung und die Anleitung eines Teammitglieds übernehmen konnte
Ein Ausblick
Wir streben an die Ergebnisse unserer Arbeit im Jahr 2026 wissenschaftlich zu veröffentlichen. Schon jetzt zeigt das Projekt nachhaltige Wirkung: Aus der ursprünglichen Idee ist bereits ein weiterführendes Projekt zur Co-Kultur von Magenkarzinomzellen hervorgegangen.
Für meinen persönlichen Werdegang hat die Zeit im Labor den Wunsch gefestigt, später als Clinician Scientist tätig zu sein. Mir ist es wichtig, sowohl in der Forschung an neuen Grundlagen mitzuwirken als auch im klinischen Alltag nah an den Patient:innen zu bleiben. Auch wenn der Weg von der Laborbank bis zur klinischen Anwendung Jahre dauert, ist diese enge Verbindung beider Bereiche für mich der sinnvollste Weg, um langfristig zur Verbesserung onkologischer Therapien beizutragen.