12.12.2025
Austauschformat DIAlogisch! findet zum vierten Mal in Folge statt
Um die Qualität der Lehrkräftebildung und des Unterrichts an berufsbildenden Schulen stetig weiterzuentwickeln, bedarf es sowohl der Verzahnung in den Ausbildungsphasen als auch innovativer Impulse, die bis in die schulische Praxis hineinwirken. Dies möchte die TU Dresden mit dem Austauschformat „DIAlogisch!“ fördern, das am 26.03.2026 zum vierten Mal in Folge stattfindet. Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte und Schulleiter:innen berufsbildender Schulen, Lehrende der (beteiligten) beruflichen Fachrichtungen an der TU Dresden, Fach- und Hauptausbildungsleiterinnen sowie Fach- und Hauptausbildungsleiter der Ausbildungsstätte für berufsbildende Schulen und Fachberater:innen.
Neben einer Podiumsdiskussion und einer Keynote wird es die Möglichkeit geben, zu verschiedenen Workshopthemen in den Austausch zu gehen:
Berufspädagogik/Sozialpädagogik:
- Zum Erwerb professioneller Interaktionsgestaltung in der Jugendarbeit: Eine explorative Untersuchung mit Erzieher:innen
Im Rahmen von 11 Interviews mit Erzieher:innen, die in drei Arbeitsfeldern der Jugendarbeit tätig sind, wurde analysiert, inwiefern die Aussagen zu den Interaktionen auf ein Bewusstsein für professionelles Handeln hindeuten und in welchem Rahmen die Fähigkeiten für diese Interaktionen entwickelt wurden. - Pädagogisches Handeln von Lehrkräften als Interaktionsarbeit verstehen
Der Beitrag untersucht Interaktion und Beziehung als zentrale Elemente pädagogischen Handelns zur Unterstützung von Lernprozessen und diskutiert das Konzept der Interaktionsarbeit als theoretische Grundlage für professionelle Anforderungen an Lehrkräfte. Im Workshop soll erörtert werden, wie dieses Konzept den Blick auf professionelles Handeln erweitert und welche Impulse sich daraus für die Gestaltung der Lehrer:innenbildung ergeben. -
Ambivalenzen und Ambiguitäten sozialpädagogischen Handelns im Kinder- und Jugendschutz
Die Reaktionen der Kinder- und Jugendhilfe als Fachdisziplin auf drei Strafprozesse gegen Sozialarbeiter:innen untersucht, die zwischen 1994 und 1999 und damit kurz nach dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) stattgefunden haben. Der Fokus der diskursanalystischen Studie lag darauf, die rechtlichen und praktischen Spannungsfelder sichtbar zu machen, die dem Kinder- und Jugendschutzhandeln immanent sind. Im Rahmen der Arbeit wurden die Begriffe der Ambivalenzen und Ambiguitäten als sensibilisierende Konzepte verwendet und forschungsmethodisch nutzbar gemacht. Die Präsentation will die Ergebnisse der Arbeit zur Verfügung stellen und ihren Ertrag für die aktuelle sozialarbeiterische Praxis zeigen.
Gesundheit und Pflege/Berufspädagogik
- KI im Unterricht - Unterstützung in der Unterrichtsplanung durch textgenerierende KI in der Physiotherapie
Lehrkräfte beurteilten KI-generierte Elemente einer Unterrichtsplanung in der Physiotherapie (Verlaufsplanung, Handlungssituation, Quiz zur Ergebnissicherung, Umformulierung von Texten in leichter Sprache bzw. Übersetzung ins Englische, Anpassung von Aufgaben an unterschiedliche Niveaustufen) hinsichtlich der Kriterien Zeitersparnis, Qualität sowie Herausforderungen und Risiken. Zudem geben die Ergebnisse einen Einblick hinsichtlich der Einstellungen der Interviewten zu KI-generierten Planungselementen sowie hinsichtlich der Fähigkeiten zur Generierung zielführender Prompts. - Sexualität in der Pflegeausbildung – Tabu und/oder Thema?
Präsentiert werden die zentralen Ergebnisse einer STEX-Arbeit, in der in einer qualitativen Studie Sexualität als Thema in der Pflege-Ausbildung untersucht wurde. Im Anschluss an die Vorstellung der Forschungsergebnisse bietet der Workshop Raum für den Austausch eigener Erfahrungen der Teilnehmenden und diskutiert gemeinsam didaktische Implikationen. Abschließend werden praxisnahe Ideen und Ansätze zur Integration des Themas Sexualität in den Unterricht erarbeitet und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. - Gewalterfahrungen in der Rettungsdienstausbildung
Im Workshop wird Herr Bode zunächst die wesentlichen Ergebnisse seiner quantitativen STEX-Arbeit präsentieren. Darauf aufbauend reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam ihre Erfahrungen mit der Problematik anhand verschiedener Leitfragen. Letztlich werden Strategien im Umgang sowie ausbildungstaugliche evidenzbasierte Ansätze für Unterricht und dritte Lernorte vorgestellt und diskutiert.
Ernährungs- und Haushaltswissenschaften/ Berufliche Didaktik
- Ausgestaltung von Lehr-Lern-Experimenten im Fachraum Labor – Fähigkeitsselbstkonzepte angehender Lehrkräfte der Beruflichen Fachrichtung Ernährung und Hauswirtschaft
Lehramtsstudierende durchliefen eine Seminarreihe zum didaktischen Einsatz von Experimenten im berufsbildenden Unterricht Ernährung und Hauswirtschaft. Der Fokus der begleitenden empirischen Erhebung lag auf dem Fähigkeitsselbstkonzept zum Experimentieren (FSKexp) der Studierenden. Im Workshop werden Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt und diskutiert. Es werden sich ergebende Implikationen für den berufsschulischen Unterricht gemeinsam erarbeitet. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit ihr eigenes Fähigkeitsselbstkonzept des Experimentierens einzuschätzen.
Die Lehrkräftefortbildung ist mit der Veranstaltungsnummer EXTP00517 im Online-Fortbildungskatalog im Schulportal Sachsen gelistet. Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.