Bisherige Pflanze der Woche - der Korallenstrauch
Erythrina crista-galli L.
Ein für Schmetterlingsblütler eher untypisches Bild: Das röhrenförmige Schiffchen der Blüte liegt oben, die Fahne weist nach unten, die seitlichen Flügel sind sehr klein.
Bei den Kübelpflanzen blüht derzeit eine von den Tropen bis in mediterrane Gebiete weit verbreitete Zierpflanze – der auch „Hahnenkammbaum“ genannte Korallenstrauch. Das Pioniergehölz erreicht eine Höhe von bis zu zehn Metern. Wildvorkommen gibt es in Südbrasilien, Südbolivien, Nordargentinien, Paraguay und Uruguay. In Argentinien und Uruguay ist der „Ceibo“ Nationalblume.
Die korallenrot gefärbten Blütentrauben lassen erst auf den zweiten Blick erkennen, dass die Art zu den Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) gehört:
Die „Fahne“, das größte Blütenblatt der duftlosen Blüten, weist nach unten. Auf der Suche nach dem reichlich gebildeten Nektar bewirken neben Kolibris auch Holzbienen und Honigbienen erfolgreiche Bestäubung.
Alle Pflanzenteile enthalten hochgiftige Alkaloide. Blätter und Rinde finden in der traditionellen Medizin der Herkunftsländer unter anderem zur Wundheilung, Blutstillung, als Antiseptikum und Narkotikum Verwendung. Indigenen Kulturen sind zahlreiche weitere Arten der Gattung Erythrina als Nutz- und Heilpflanzen bekannt. Untersuchungen belegen eine große Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen, darunter Alkaloide, Flavonoide und Terpene. Ihr vielversprechendes Potenzial für die Entwicklung neuer Arzneistoffe wird wissenschaftlich erforscht.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gehölz seit einer Umweltkatastrophe im Jahr 2000,
bei der im Süden Brasiliens rund vier Millionen Liter Erdöl austraten: Erstaunlicherweise überlebten einige Exemplare der Art das Ereignis. Eine wissenschaftliche Studie* zum Keimungs- und Wachstumsverhalten auf kontaminierten Böden ergab, dass Erythrina crista-galli gute Voraussetzungen für die Wiederbegrünung und Bodenverbesserung auf erdölbelasteten Standorten besitzt.
Pigmente aus dem roten Blütenfarbstoff der Pflanze eignen sich außerdem zur Herstellung von Farbstoffsolarzellen (dye-sensitized solar cell, DSSC). **
*https://link.springer.com/article/10.1007/s12010-009-8531-1
**https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1386142517300021?via%3Dihub
(KW 29/2026)