28.09.2026
Kurt-Beyer-Preis für herausragende Abschlussarbeiten verliehen
Prof. Dr.-Ing. Ivo Herle, Adrian Diaconu (HOCHTIEF Infrastructure GmbH, Deutschland Südost) und Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. em. Manfred Curbach überreichen den Preis an Iurii Vakaliuk
Am 18. September 2026 wurde der Kurt-Beyer-Preis an der TU Dresden verliehen. Seit 1996 wird diese Auszeichnung jährlich für herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden und jungen Wissenschaftlern auf den Gebieten des Bauwesens und der Architektur verliehen. Stifter des mit insgesamt 5.000 EUR dotierten Preises ist die HOCHTIEF lnfrastructure GmbH, Niederlassung Deutschland Südost. Die Festveranstaltung zur Verleihung des Preises fand im Carbonbetonhaus "CUBE" auf dem Campus der TU Dresden statt.
Die Preisträger des Kurt Beyer Preises 2026: Dr.-Ing. Iurii Vakaliuk und Nic Züchner, M.Sc.
Der aktuelle Kurt Beyer-Preis wurde an Dr.-Ing. Iurii Vakaliuk von der Fakultät Bauingenieurwesen (Institut für Massivbau) für seine Dissertation " Development of the multi-objective parametric framework MOET for design and analysis of resolved TRC structures " und an Nic Züchner, M.Sc., Fakultät Architektur und Landschaft, für seine Masterarbeit: "BIM in der Landschaftsarchitektur" vergeben.
Die Dissertation Vakaliuks mit dem Titel „Development of the multi-objective parametric framework MOET for design and analysis of resolved TRC structures“ widmet sich einer der drängendsten Fragen des modernen Bauingenieurwesens: Wie können digital gestützte Entwurfsmethoden die Entwicklung materialeffizienter Betontragwerke vorantreiben und so den Ressourcenverbrauch sowie CO₂-Emissionen im Bausektor spürbar senken? Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung des Multi-Objective Evolutionary Tool (MOET) – eines parametrischen und numerischen Frameworks, das biologisch inspirierte Optimierungsprinzipien nutzt, um ultradünne, textilbewehrte Betonstrukturen (TRC) unter multiplen Zielgrößen ganzheitlich zu entwerfen, zu analysieren und zu optimieren.
Die zentralen Erkenntnisse und Leistungen: Das entwickelte System verbindet modernste Optimierungsverfahren mit den Anforderungen künftiger KI-Anwendungen, indem es als Generator verlässlicher synthetischer Datensätze für Surrogatmodelle fungiert. Um die optimierten, filigranen Tragwerke auch baulich fehlerfrei umzusetzen, entwickelte Iurii Vakaliuk eigens eine innovative vakuumunterstützte Gießtechnologie. Die experimentelle Validierung bestätigte die hohe Tragfähigkeit bei minimalem Eigengewicht und bewies, dass digitale Entwurfsmethoden, Fertigungsinnovation und ökologische Zielgrößen wie Lebenszyklusanalysen erfolgreich in einem konsistenten Ansatz verschmelzen können.
In seinem Empfehlungsschreiben zur Verleihung hebt Institutsdirektor Professor Steffen Marx hervor:
„Herr Vakaliuk konzipierte MOET mit dem Ziel, TRC-Strukturen mittels evolutionsbasierter Verfahren zu optimieren und zugleich als Generator synthetischer Datensätze für zukünftige Surrogatmodelle zu dienen. Damit vereint die Arbeit von Beginn an Bauingenieurwesen, Optimierungstheorie und Anforderungen des KI-Zeitalters in einem konsistenten methodischen Ansatz. […] Herr Vakaliuk hat die überaus anspruchsvolle Aufgabenstellung engagiert, in höchstem Maße kreativ, selbstständig, fachlich fundiert und zielorientiert gemeistert. Die sehr kluge und inspirierende Nutzung moderner digitaler Methoden hat einen enormen Mehrwert nicht nur für das konkrete Forschungsprojekt gebracht, vielmehr war sein Ansatz eine Inspiration für viele unserer Forschenden im SFB/Transregio 280. Neben der fachlichen und technischen Ausarbeitung überzeugt die vorgelegte Arbeit durch einen sehr guten formellen und sprachlichen sowie einen herausragenden grafischen Stil.“
Die HOCHTIEF lnfrastructure GmbH, Niederlassung Deutschland Südost, würdigt jährlich besonders herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten von Studierenden und jungen Nachwuchswissenschaftler:innen der TU Dresden mit dem Kurt-Beyer-Preis. Der Preis wird für ein oder zwei Abschlussarbeiten - Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten oder vergleichbare Arbeiten - auf den Gebieten des Bauwesens bzw. der Architektur verliehen.
Preisgeld
Die HOCHTIEF lnfrastructure GmbH, Niederlassung Deutschland Südost, stiftet diesen mit 5.000 € dotierten Preis. Werden vom Preisgericht zwei Arbeiten als preiswürdig ausgewählt, so halbiert sich der jeweilige Einzelbetrag auf je 2.500 €.
Auswahl
Die Arbeiten sollen im Zeitraum von November des Vorjahres bis Ende des laufenden Jahres abgeschlossen und verteidigt worden sein. Vorschlagsberechtigt sind die Dekan:innen der Fakultäten Bauingenieurwesen und Architektur der TU Dresden.
Preisgericht und Auszeichnung
Vertreter:innen des Stifters sowie Vertreter:innen der Fakultät Architektur und der Fakultät Bauingenieurwesen bilden das Preisgericht. Die Preisverleihung erfolgt in feierlichem Rahmen mit Vertreter:innen des Stifters und Vertreter:innen des Rektorats.