29.09.2026
Startschuss für DFZ-Bau
Erste Forschungsprojekte des Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen gestartet
TU Dresden und Exzellenzcluster CARE wirken am Aufbau des DFZ-Bau mit
Für die Bauforschung in Deutschland ist ein wichtiger Schritt geschafft: Am 25. September wurden im Bundesrat die ersten Förderurkunden übergeben, und die ersten Projekte des künftigen Deutschen Forschungszentrums für zukunftsfähiges Bauen (DFZ-Bau) haben ihre Arbeit aufgenommen. Die institutionelle Gründung ist noch für 2026 geplant.
Das DFZ-Bau soll Forschung, Bauwirtschaft und öffentliche Praxis enger verzahnen und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung bringen. Im Mittelpunkt stehen der Ressourcenverbrauch und die CO₂-Emissionen des Bauens sowie die nachhaltige Weiterentwicklung des Gebäudebestands.
Die TU Dresden ist mit einem eigenen Initialprojekt dabei
Die TU Dresden gehört von Anfang an zu den wissenschaftlichen Partnern. Ihr Initialprojekt fragt, wie sich bestehende Gebäude ressourcenschonend und mit möglichst geringen Eingriffen sanieren und umbauen lassen, statt sie abzureißen und neu zu bauen. Dafür werden kommunale Gebäudebestände untersucht, Reallabore vorbereitet und erste Lösungen direkt vor Ort getestet. So bleibt die Forschung eng an den Anforderungen der Baupraxis.
Exzellenzcluster CARE als Impulsgeber
An der Konzeption des Forschungszentrums sind zwei Exzellenzcluster maßgeblich beteiligt: das Cluster IntCDC - Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur der Universität Stuttgart und CARE – Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction der TU Dresden und RWTH Aachen. CARE bündelt Fachwissen aus vielen Disziplinen, um technische Systeme und Infrastrukturen zirkulär, resilient und ressourceneffizient weiterzuentwickeln. Materialforschung, Bestandserhalt und Kreislaufwirtschaft, ergänzt durch digitale und experimentelle Methoden, bilden dabei eine wichtige Grundlage für die künftige Arbeit des Zentrums.
Einen Beitrag leistet auch das Institut für Baustoffe der TU Dresden. Es entwickelt und charakterisiert neuartige, ressourcenschonende Baustoffe. Sie sind entscheidend, damit Bauwerke lange erhalten bleiben und der Ressourcen- und CO₂-Fußabdruck des Bauens sinkt.
Der Dresdner Ansatz steht damit beispielhaft für die Idee des DFZ-Bau: Forschung soll nicht nur im Labor stattfinden, sondern gemeinsam mit Partnern aus Praxis und Wirtschaft unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt werden.
Drei Standorte, ein gemeinsames Ziel
Zum Start fördern Bund und Gründungsländer drei Initialprojekte in Dresden, Stuttgart/Karlsruhe und Weimar. Sie bereiten die künftigen Forschungscluster vor und werden vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wissenschaftlich begleitet.
In Stuttgart und Karlsruhe entstehen zwei Experimentalplattformen in realen Bestandsgebäuden. In diesen Reallaboren erproben Wissenschaft, Unternehmen und öffentliche Partner, wie Baurobotik, Künstliche Intelligenz, digitale Gebäudezwillinge, nachhaltige Materialien und erneuerbare Energiesysteme neue Sanierungskonzepte ermöglichen. Die Bauhaus-Universität Weimar entwickelt mit ihren Partnern im Projekt „BIM-Condition“ einen digitalen Sanierungszwilling für Plattenbauten. Das Dresdner Projekt ergänzt diese Ansätze um die ressourcenschonende Transformation des Gebäudebestands.
Die Forschungscluster des DFZ-Bau sollen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 starten. Für die TU Dresden und insbesondere für CARE ist das eine Chance, vorhandene Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand Lösungen für den Wandel im Bauwesen zu entwickeln. Das Institut für Baustoffe bringt dazu seine Erfahrung mit innovativen Baustoffen ein – für ein Bauen, das Ressourcen effizienter nutzt, Bauwerke länger erhält und neue Materialien gezielt für eine klimabewusste Kreislaufwirtschaft einsetzt.