18.08.2026
Promotion Thomas Schubert
Thomas Schubert mit Prof. Dr.-Ing. Birgit Beckmann (TU Dresden) und Prof. Dr.-Ing. habil. Ivo Herle (TU Dresden)
Am 12. August 2026 hat Thomas Schubert seine Dissertation 👨🎓 mit dem Titel „Skalierung und Wiederholbarkeit bei Anprallversuchen an Stahlbetonbauteile – Experimente zu hartem und weichem Impakt“ erfolgreich verteidigt. Die Veranstaltung fand im Beyer-Bau der TU Dresden statt.
Abstract:
In der vorliegenden Arbeit wird das Verhalten von Stahlbetonplatten unter hochdynamischer Anprallbelastung mit besonderem Fokus auf experimentelle Fragestellungen zur Streuung, Skalierbarkeit und mehrfachen Belastungsszenarien untersucht. Ziel war es, eine valide und systematische Datengrundlage zu schaffen, um bestehende Bemessungsansätze zu unterstützen und weiterentwickeln zu können. Im Rahmen der Untersuchungen wurden über 30 Anprallexperimente an Stahlbetonplatten im Labormaß- stab und Versuche mit großmaßstäblichen Platten durchgeführt. Neben Experimenten mit steigender Anprallgeschwindigkeit wurden gezielt identische Versuche realisiert, um eine Ergebnisstreuung experimentell zu quantifizieren. Dabei zeigte sich eine moderate Streuung der Maximalwerte von Auflagerreaktion und Durchbiegung, jedoch eine deutlich höhere Streuung in den zeitabhängigen Kraftverläufen. Zur Untersuchung der Skalierbarkeit wurde eine geometrische Skalierung mit einem Faktor von 2 umgesetzt. Obwohl einzelne Maximalwerte vergleichbar waren, traten Unterschiede im Versagensmechanismus und im Lastabtrag auf, sodass eine rein geometrische Übertragbarkeit nicht vollständig bestätigt werden konnte. Insbesondere den nichtlinearen und bruch- mechanischen Effekten ist in Anprallszenarien eine erhöhte Bedeutung zuzuordnen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der experimentellen Analyse von zweifachen Anprallereignissen, bestehend aus einem harten Erstanprall und einem nachfolgenden Anprall mit verformbaren Projektil. Die Ergebnisse zeigen, dass Vorschädigungen infolge des ersten Anpralls die Tragreserven der Struktur signifikant reduzieren und das Verhalten bei Folgebeanspruchungen maßgeblich beeinflussen. Zweite Anprallversuche wiesen eine lineare Schadenssteigerung mit zunehmender Anprallgeschwindigkeit auf. Einmalige Anprallvorgänge mit flüssigkeitsgefüllten Projektilen führten im Rahmen der gewählten Parameter zu keiner direkt sichtbaren Schädigung der Struktur.
Die Arbeit liefert eine konsistente experimentelle Datenbasis zur Bewertung hochdynamischer Anprallereignisse und zeigt signifikante Merkmale bei Skalierungsversuchen und Varianzen der Strukturtragfähigkeit auf. Die gewonnenen Erkenntnisse und Daten besitzen insbesondere im Hinblick auf die Auslegung und Bewertung von Schutzstrukturen der kritischen Infrastruktur eine praktische Relevanz.
Lieber Thomas, wir wünschen dir an dieser Stelle viel Erfolg für die weitere wissenschaftliche Karriere und alles Gute für deine Zukunft. 🥳 👍