Das Institut stellt sich vor
Massivbau wird seit über 100 Jahren an der TU Dresden gelehrt. Zum Institut gehören heute vier Professuren. Das Thema in Lehre und Forschung ist bewehrter Beton in allen seinen Facetten in Experiment und Simulation. Zahlreiche Praxispartner bereichern das Angebot in der Lehre. Gemeinsam überführen wir Forschungsergebnisse in reale Bauprojekte.
© Stefan Gröschel
Brücken bauen: Forschung, Innovation und Verantwortung
2024 und 2025 waren für das IMB Jahre voller Energie, Innovation und tragender Entwicklungen, die uns in vielerlei Hinsicht vor Augen geführt haben, wie zentral unser Institut für Forschung, Lehre und gesellschaftlichen Fortschritt ist.
Ein echter Schockmoment war der Einsturz eines Teils der Carolabrücke am 11. September 2024, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde. Kolleginnen und Kollegen des IMB – allen voran Prof. Steffen Marx – beteiligten sich intensiv an der Ursachenforschung. Im Nachgang stiegen die Anfragen nach Bauwerksbeprobungen und Expertenstatements in Form von Vorträgen, Interviews, Gutachten und Publikationen rund um die Themen Brückenbestand und Spann-
ungrisskorrosion deutlich an.
Es gab natürlich auch wieder wissenschaftliche Höhepunkte. Im Juli 2024 startete der Sonderforschungsbereich/Transregio 280 „Design Strategies for Material-Minimized Carbon Reinforced Concrete Structures” in seine zweite Förderphase. Gemeinsam mit der RWTH Aachen und weiteren Konsortialpartnern treiben wir so auch in den kommenden vier Jahren die Grundlagenforschung für ressourceneffiziente, zukunftsfähige Bauweisen weiter voran – ein echtes Aushängeschild für die Carbonbetonforschung in Deutschland. Ein Highlight war zudem die Bewilligung des Exzellenzclusters CARE – Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction durch die DFG, welches federführend von Viktor Mechtcherine (Institut für Baustoffe der TU Dresden) initiiert wurde und an dem das IMB beteiligt ist.
Auch weitere innovative und zukunftszugewandte Projekte konnten eingeworben werden. Stellvertretend sei das vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderte Projekt HyBridGen – Hybrid Bridge Generator genannt, für das im April 2024 der Startschuss fiel. Das Ziel besteht hier darin, automatisiert KI- und datengestützt menschenfreundliche Brückenentwürfe zu generieren, eine Pilotanwendung ist im mitteldeutschen Revier geplant.
Auch unsere Nachwuchsforschenden konnten zahlreiche Erfolge verzeichnen. Beispielsweise wurden beim Dresdner Bautag im Mai 2024 zwei am Institut für Massivbau betreute Abschlussarbeiten ausgezeichnet: die von Sebastian Thiele für seine Untersuchungen zur Faseroptik-Sensorik zur Rissüberwachung und die von Fabian Schülke zur Bewertung historischer Eisenbahnbrücken.
2024 stach zudem mit insgesamt zehn erfolgreich verteidigten Promotionsarbeiten hervor – eine bisher nie erreichte, beeindruckende Anzahl! Die Bandbreite der Themen war enorm, was sowohl inhaltliche als auch methodische Tiefe und Vielfalt der Forschung am IMB belegt.
Ein Höhepunkt war für uns zudem die Ausrufung und Gestaltung zweier studentischer Wettbewerbe, konkret den Entwurf einer ressourceneffizienten Geh- und Radwegbrücke am Südpark in Dresden im Wintersemester 2024/25 als Beitrag zur BUGA 2033 und RETHINK.Bridge – Entwurf einer ressourceneffizienten Elbquerung am Beispiel der Carolabrücke Dresden. Beide Wettbewerbe stießen sowohl bei unseren Studierenden und der Stadt Dresden als auch bei der Dresdner Bevölkerung auf sehr hohes Interesse.
2024 und 2025 haben gezeigt: Wir verstehen Brücken nicht nur im technischen Sinne, sondern auch als Verbindung von Forschung, Lehre, Praxis und Gesellschaft. Sei es ein Brückeneinsturz, ein KI-Entwurf, preisgekrönte Innovationen oder jede einzelne Abschlussarbeit – sie alle tragen dazu bei, dass wir das Bauen von morgen gemeinsam gestalten.
Wir wünschen Ihnen beim Lesen dieses Berichts spannende Einblicke und fundierte Inspirationen.