Beyerbau Portal © Silke Scheerer Handschuh © Ulrich van Stipriaan

Das Institut stellt sich vor

Massivbau wird seit über 100 Jahren an der TU Dresden gelehrt. Zum Institut gehören heute zwei Professuren. Das Thema in Lehre und Forschung ist bewehrter Beton in allen seinen Facetten in Experiment und Simulation. Zahlreiche Praxispartner bereichern das Angebot in der Lehre. Gemeinsam überführen wir Forschungsergebnisse in reale Bauprojekte.

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Wichtige Themen im Überblick

Professoren IMB © Sven Hofmann

Inkrementell und disruptiv

[Vorwort aus dem Jahresbericht 2017 des Instituts]

Seit einiger Zeit gibt es in der europäischen und deutschen Forschungslandschaft zwei neue Begriffe: inkrementelle Innovation und disruptive Innovation. 

Während unter inkrementellen Innovationen solche verstanden werden, die eine vorhandene Situation in kleinen Schritten verändern und deren Erforschung und Entwicklung nach Meinung zahlreicher Beobachter in gewissen Grenzen plan- und steuerbar sind, gehören die disruptiven Innovationen zu den offensichtlich nicht planbaren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Sie bringen eine ganz neue Qualität hervor. Wie das Zitat auf Seite 5 in vereinfachender, deswegen aber nicht falscher Art und Weise zeigt, braucht es kreative Geister, um aus dem Gewohnten auszubrechen und das Ungewohnte oder gänzlich Neue zu denken.

Nun wird trotz der Unplanbarkeit der so genannten disruptiven Innovationen gefragt, wie viele dieser Innovationen eine Gesellschaft benötigt oder gar verträgt. Dabei wird unterschwellig suggeriert, dass es eine obere Grenze geben könnte. 

Angesichts der auf dieser Erde existierenden Herausforderungen wie die Begrenzung des CO2-Ausstoßes oder die Bewältigung der Folgen der Bevölkerungsentwicklung, um nur zwei zu nennen, scheint es eher eine Untergrenze zu geben, denn wenn wir nicht schnell Antworten auf die drängenden Fragen finden, könnte es in nicht allzu ferner Zukunft für weitere Ideen und Innovationen zu spät sein.

Karl Marx hat in seinen Thesen über Feuerbach als 11. These geschrieben: „Die Philo-
sophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Während Marx damals Klassenunterschiede und Eigentumsverhältnisse im Blick hatte, könnte das Verlangen nach Veränderung heute wesentlich breiter und allgemeiner Anwendung finden: Ressourcenverbrauch, CO2-Ausstoß, Wirtschaftskreislauf und Warenströme, Definition von Wertschöpfung, etc. Hinzu kommen Fragen zu Wohnen und Arbeiten, Mobilität und medizinischer Versorgung. Das menschliche Leben und die Vielfalt der Natur auf dieser Erde sind gefährdet. Wir Wissenschaftler*innen und Forscher*innen sind gefordert, durch unsere Arbeit, unsere Gedanken und Erfindungen ein Mosaiksteinchen zur Lösung dieser großen Aufgaben beizutragen.

Um disruptive Innovationen für diese Aufgabe zu ermöglichen, braucht es kreative Menschen in einer freien Forschungslandschaft. Diese im Ansatz zu bieten – oder wenigstens den Versuch zu unternehmen, diese Freiheit zu schaffen – und damit gute Arbeitsbedingungen für kreative Forscher*innen zu organisieren, ist das Grundinteresse am Institut für Massivbau.

Wir danken an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für ihre Ideen und ihr Engagement. Unser Dank gilt auch allen Kolleginnen und Kollegen anderer Wissenschaftseinrichtungen und der Unternehmen, mit denen wir eng zusammenarbeiten.

Viel Freude beim Lesen unseres
Jahresberichts 2017.

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach
Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Häußler-Combe