31.03.2026
Startschuss für die C-Factory: Pilotanlage für CO₂-speichernde Carbonbetonbauteile in Leipzig
Dr.-Ing. Alexander Kahnt, Staatsminister Dirk Panter und Dr.-Ing. Matthias Tietze starten das ambitionierte Projekt C-Factory
In Leipzig soll mit der sogenannten C-Factory das weltweit erste Carbonbetonwerk für CO₂-speichernde Bauteile entstehen. Das ambitionierte Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 15 Millionen Euro gefördert und gilt als wichtiger Schritt hin zu klimafreundlicheren Bauweisen.
Eine zentrale Rolle im Projekt übernimmt das Institut für Massivbau (IMB) der Technischen Universität Dresden. Das Institut beteiligt sich maßgeblich an der Entwicklung der C-Factory – einer Pilotanlage zur weitgehend automatisierten Herstellung von Carbonbetonbauteilen. Mit seiner europaweit einzigartigen Expertise im konstruktiven Ingenieurbau sowie umfangreichen Möglichkeiten für großmaßstäbliche Versuche bringt das IMB entscheidende wissenschaftliche und experimentelle Kompetenzen in das Projekt ein.
Im Fokus der Arbeiten steht die Entwicklung und Bewertung von Bauteilen, die unter industriellen Bedingungen gefertigt werden und zugleich eine möglichst hohe CO₂-Reduktions- beziehungsweise Speicherwirkung erreichen. Dafür begleitet das IMB insbesondere die Zusammenführung verschiedener innovativer Einzeltechnologien. Dazu zählen unter anderem CO₂-arme „Öko“-Zemente, CO₂-behandelte Recyclingzuschläge, alternative mineralische Komponenten wie Olivin und Oliment sowie ökologische Carbonfasern.
Ergänzend werden Verfahren untersucht, bei denen CO₂ gezielt während des Mischprozesses sowie beim Abbinden in den Beton eingebracht wird. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel dieser Ansätze innerhalb eines industriellen Fertigungsprozesses – nicht ihre isolierte Betrachtung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung des Tragverhaltens der so hergestellten Carbonbetonbauteile unter realitätsnahen Belastungen. Hier kann das IMB auf seine Versuchsinfrastruktur zurückgreifen, die Untersuchungen vom kleinformatigen Probekörper bis hin zu großformatigen Bauteilen ermöglicht. Parallel dazu analysieren die Forschenden systematisch unterschiedliche Material- und Prozesskombinationen, um Lösungen zu identifizieren, die eine dauerhafte und sichere Speicherung von CO₂ im Bauteil gewährleisten.
Darüber hinaus entwickelt das Institut Konzepte für eine qualitätsgesicherte Herstellung sowie für die zukünftige bauaufsichtliche Zulassung der neuen Baustoff- und Bauteilsysteme. Damit leistet das IMB einen wichtigen Beitrag, um innovative Forschungsergebnisse in die praktische Anwendung zu überführen und Carbonbeton als nachhaltigen Baustoff der Zukunft zu etablieren.
Der offizielle Projektauftakt wurde durch Beiträge mehrerer Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis begleitet. Es sprachen Dr. Matthias Tietze, Geschäftsführer der Kahnt & Tietze GmbH und Leiter des Projektkonsortiums, Dirk Panter, Staatsminister im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dr. Hans-Jörg Temann, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, Prof. Jean-Alexander Müller, Rektor der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, sowie Prof. Steffen Marx, Direktor des Instituts für Massivbau der Technischen Universität Dresden.
Gesamtsumme / Gesamtfördersumme: ca. 20 Millionen Euro / ca. 15 Millionen Euro
Projektpartner, neben dem IMB der TUD:
- Kahnt & Tietze GmbH
- Betonwerk Oschatz GmbH
- SCHWENK Zement GmbH & Co. KG
- Prilhofer Consulting GmbH & Co. KG
- ABS - GmbH Storkow
- Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e.V. an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig)