Gutachterliche Bewertung der Festen Fahrbahn
Inhaltsverzeichnis
Projektdaten
| Titel | Title Gutachterliche Bewertung der Festen Fahrbahn | Expert assessment of the ballastless track Auftraggeber | Client |
Bericht aus dem Jahrbuch 2024/25
Gleislage der Festen Fahrbahn
Detail Schienenlage in Längsrichtung
Die Feste Fahrbahn stellt eine alternative Oberbauform zum herkömmlichen Schotteroberbau in der Eisenbahninfrastruktur dar. Zu ihren Vorteilen zählen eine Nutzungsdauer von mindestens 60 Jahren, niedrigere Instandhaltungskosten über die Lebensdauer sowie ein höherer Fahrkomfort, der durch eine stabile Gleislage gewährleistet werden soll. Eine umfassende, flächendeckende Untersuchung, die diese Vorteile empirisch bestätigt, liegt jedoch nicht vor.
Im Projekt erfolgt eine Analyse der Gleislage, um eine großflächige Vergleichsstudie mit dem Schotteroberbau zu ermöglichen und Schäden an der Festen Fahrbahn zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden Messdaten der Inspektionszüge, die regelmäßig auf Hauptstrecken verkehren, von der Deutschen Bahn bereitgestellt. Die Untersuchung umfasst die Strecken Berlin–Halle (Saale), Nürnberg–Erfurt–Leipzig und Berlin–Oebisfelde sowie elf Bauarten der Festen Fahrbahn, darunter Systeme mit Fertigteilplatten, aufgelagerten Schwellen und das System Rheda. Für eine präzise Analyse mussten die Daten gefiltert und Gleisfehler ausgeschlossen werden, die nicht der Festen Fahrbahn zuzurechnen sind. Die Untersuchung zeigte, dass Überhöhungen im Bogen, Längsgefälle und Durchlässe keinen signifikanten Einfluss auf die Gleislage haben. Dagegen wirken sich Talbrücken, Tunnelübergänge, Weichen und Oberbauübergänge erheblich aus.
Ein Vergleich der Gleislagen zwischen Fester Fahrbahn und Schotteroberbau ergibt kein einheitliches Bild. Die Gleislage der Festen Fahrbahn hängt stark von der Bauart ab: Systeme mit Fertigteilplatten zeigen Vorteile gegenüber anderen Bauarten und dem Schotteroberbau, während Systeme mit eingelagerten Schwellen oft mäßige bis schlechte Gleislagen aufweisen. Eine über zehn Jahre hinausgehende Verschlechterung der Gleislage wurde bei der Festen Fahrbahn jedoch nicht festgestellt. Durch Filterung der Messdaten können zudem Schäden an der Konstruktion erkannt werden, wie lose Tragschichten. Weitere Schäden, wie lose Schwellen oder Risse in der Tragschicht, sind jedoch nicht direkt messbar. Diese Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die Kombination aus Gleismessungen und regelmäßigen Inspektionsgängen eine optimale Methode zur Erfassung und Kartierung von Schäden darstellt.
Bericht aus dem Jahrbuch 2023
Erfassung von Schäden an Festen Fahrbahnen
Aufnahme von Rissen auf der Oberseite einer Betontragschicht
Im Zuge der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitskorridoren im deutschen Eisenbahnstreckennetz greift man häufig auf die Feste Fahrbahn zurück. Ihr werden eine längere Nutzungsdauer, reduzierte Instandhaltungskosten und ein höherer Fahrkomfort zugeschrieben. Einige Strecken im deutschen Netz weisen jedoch dennoch hohe Instandhaltungskosten auf, eine teilweise schlechtere Gleislage im Vergleich zum herkömmlichen Schotteroberbau und eine gefährdete Nutzungsdauer von60 Jahren.
In diesem Zusammenhang wird eine umfassende gutachterliche Bewertung der Strecke Berlin–Oebisfelde angestrebt. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer zukunftsorientierten Festen Fahrbahn, die eine Nutzungsdauer von 60 Jahren sicher erreichen kann. Um dieses Ziel zu realisieren, müssen Bestandsdaten recherchiert, Schäden an der Festen Fahrbahn inspiziert, vorhandene Konstruktionen bewertet und eine kontinuierliche Instandhaltungsstrategie entwickelt werden. Zur Beschaffung der erforderlichen Bestandsdaten wurden zahlreiche Archive besucht und die relevanten Informationen zusammengefasst. Diese Bestandsdaten dienen als Grundlage für die spätere Analyse der Schäden im Verlauf des Projekts.
Ein weiterer bedeutender Aspekt des Projekts ist die detaillierte Erfassung der Schäden an der Festen Fahrbahn. Dazu wurden zahlreiche Streckenbegehungen durchgeführt und an planmäßig stattfindenden Inspektionsgängen der Netzbezirke der DB teilgenommen. Aus den vor Ort erstellten Aufzeichnungen wurde ein umfassender Schadenskatalog entwickelt, der sämtliche Schäden und Mängel je nach Bauart akribisch auflistet. Hierbei werden alle relevanten Aspekte, wie verschiedene Rissformen, Abplatzungen, Gleisinstabilitäten, optische Mängel und weitere erwähnenswerte Besonderheiten, berücksichtigt.
Auf Grundlage dieser umfassenden Schadensdaten kann nicht nur eine präzise Schadenskategorisierung und -bewertung durchgeführt werden, sondern es eröffnen sich auch Möglichkeiten zur Entwicklung einer Instandhaltungsstrategie für die kommenden Jahre. Darüber hinaus erlauben diese Erkenntnisse die Ableitung von Optimierungen, die in die Entwicklung zukünftiger Feste-Fahrbahn-Systeme einfließen sollen.
Kurzfassung
Feste Fahrbahn
Im Rahmen der Schaffung von Hochgeschwindigkeitskorridoren im deutschen Eisenbahnstreckennetz wird häufig auf Feste-Fahrbahnkonstruktionen zurückgegriffen. Ihnen werden eine höhere Nutzungszeit, geringere Instandhaltungskosten und ein höherer Fahrkomfort zugesagt, allerdings verbunden mit höheren Kosten im Neubau. Die Entwicklung der festen Fahrbahn begann vor nunmehr über 50 Jahren und es haben sich verschiedene Systeme etabliert. Der Neubau ist vor allen Dingen in den vergangenen 25 Jahren stark vorangeschritten, sodass mittlerweile ein Streckennetz von über 1.400 km in Fester-Fahrbahnkonstruktion in Deutschland umgesetzt sind. Manche der Bauarten stammen bereits aus den Anfangsjahren und werden ein Mindestnutzungsalter von 60 Jahren demnächst erreichen. Die Aufgabe der Instandhaltung muss über diese Zeit gewährleistet werden und im Vergleich zu einem möglichen Ersatzneubau evaluiert werden.
Projektziel ist es, die Instandhaltungsmaßnahmen für die feste Fahrbahn zu analysieren, zu verbessern und zu optimieren. Es wird sich intensiv mit den Herausforderungen und Anforderungen an die festen Fahrbahnen auseinandergesetzt und innovative Lösungen entwickelt, um Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Im Laufe des Projektes werden verschiedene Aspekte der festen Fahrbahn untersucht. Dazu gehört die Überwachung und Inspektion des Zustandes, die Bewertung der Tragfähigkeit und die Entwicklung von Reparaturstrategien. Ein wichtiges Anliegen ist es zudem, innovative Technologien und Methoden zu erforschen und einzusetzen, um die Effizienz und Effektivität der Instandhaltung der festen Fahrbahn zu steigern. Dies kann den Einsatz von fortschrittlichen Überwachungssystemen, datengesteuerten Analyseverfahren und automatisierten Inspektionswerkzeugen umfassen.