95th UNEP/UNESCO/BMUKN International Short Course - Circular Solutions for Sustainable Construction and Land Management (SC95)
Förderung von Strategien für zirkuläres Bauen und Landmanagement, die die Umweltbelastung reduzieren, Ressourcen schützen und eine resiliente, inklusive Stadt- und Regionalentwicklung unterstützen.
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Förderzeitraum |
16. August – 20. September 2026 |
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Kurszeitraum |
20. August bis 16. September 2026 |
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Dauer |
4 Wochen, Vollzeit |
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Standort |
Vor Ort, Dresden |
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Teilnehmer |
21 Stipendiaten |
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Sprache |
Englisch |
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Bewerbungszeitraum |
21. Januar bis 24. Februar 2026 |
Interaktiver Vollzeitkurs mit intensiver persönlicher Betreuung und Unterstützung zum Aufbau dauerhafter Netzwerke in einer Peer-Group internationaler Fachleute.
Motivation
Die Bauindustrie trägt erheblich zu den globalen Umweltproblemen bei. Sie verbraucht große Mengen an natürlichen Ressourcen, verursacht erhebliche Abfallmengen und ist jedes Jahr für einen großen Teil der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Die Nachfrage nach Infrastruktur und Wohnraum ist aufgrund des Bevölkerungswachstums und der raschen Urbanisierung, insbesondere in den Ländern des Globalen Südens, stark gestiegen, was die Umweltbelastung weiter verschärft.
Der ökologische Fußabdruck des Bausektors variiert weltweit, wobei die rasante Urbanisierung in Regionen wie Subsahara-Afrika, Südasien und Lateinamerika zu einem starken Anstieg der Bautätigkeit führt. In vielen dieser Regionen dominieren informelle Baupraktiken, was die Ineffizienz im Umgang mit Ressourcen und die Umweltzerstörung noch verschärft. Gleichzeitig bietet der Globale Süden aufgrund seines wachsenden Infrastrukturbedarfs und des Potenzials, lokal verfügbare, erneuerbare und kohlenstoffarme Baumaterialien und -techniken zu nutzen, einzigartige Möglichkeiten für nachhaltige und kreislauffähige Praktiken.
Diese Herausforderungen werden direkt in internationalen Agenden wie der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – insbesondere SDG 11 zu nachhaltigen Städten und Gemeinden und SDG 12 zu verantwortungsvollem Konsum und Produktion – sowie im Pariser Abkommen angesprochen, das eine tiefgreifende Dekarbonisierung des Gebäude- und Bausektors fordert. Jüngste globale Bewertungen, darunter der Global Status Report for Buildings and Construction der vom UNEP gehosteten Global Alliance for Buildings and Construction, zeigen, dass Gebäude und Bauwesen nach wie vor einen erheblichen Anteil an den globalen energiebezogenen CO₂-Emissionen haben und noch nicht auf dem Weg sind, die in Paris vereinbarten Ziele zu erreichen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen das Bauwesen und die Landbewirtschaftung von einem linearen „Take-Make-Dispose“-Modell zu einem Kreislaufwirtschaftsansatz übergehen, der Ressourceneffizienz, Wiederverwendung und Regeneration in den Vordergrund stellt. Nachhaltige Baupraktiken, die sich an den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft orientieren, können die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg reduzieren, wirtschaftliche Chancen schaffen und Innovationen in den Bereichen Materialien, Design und Bauprozesse fördern.
Abbildung 1: Grundpfeiler nachhaltiger Bauweise
Kurskonzept
Dieser Kurzkurs untersucht die Beziehung zwischen nachhaltigem Bauen, Raumplanung und dem Rahmenkonzept der Kreislaufwirtschaft. Er befasst sich damit, wie die Integration von Kreislaufprinzipien die Baupraxis und das Landmanagement verändern kann, um widerstandsfähige und nachhaltige bebaute Umgebungen zu schaffen.
Der Kurs verbindet theoretische Erkenntnisse mit praktischen Anwendungen und nutzt einen multidisziplinären Ansatz, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zu behandeln. Die Teilnehmer werden sich mit Kernprinzipien wie Ressourceneffizienz, Materialkreislauf, Lebenszyklusdenken und nachhaltiger Landbewirtschaftung befassen. Sie werden die Auswirkungen konventioneller Bau- und Landnutzungspraktiken analysieren und innovative Strategien für nachhaltiges Gebäudedesign, adaptive Landnutzungsplanung und den Erhalt von Ökosystemen entwickeln.
Durch die Einbindung der Landnutzung in die Diskussion um nachhaltiges Bauen betont der Kurs die Bedeutung von Raumplanung, Bebauungsvorschriften und landschaftsbezogenen Ansätzen. Die Teilnehmer lernen, wie sie Umweltauswirkungen minimieren, natürliche Lebensräume schützen und eine effiziente Ressourcennutzung sicherstellen können. Durch diese Kombination aus theoretischem und praktischem Wissen vermittelt der Kurs den Teilnehmern Instrumente zur Bewertung von Umweltauswirkungen, zur Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen und zur Umsetzung effektiver nachhaltiger Baupraktiken im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft.
Der Kurzkurs behandelt wichtige Themen wie:
- Ressourceneffizienz: Minimierung des Einsatzes von Neuware durch Optimierung der Konstruktionen im Hinblick auf Materialeffizienz, Verwendung erneuerbarer Ressourcen und Einsatz fortschrittlicher Bautechnologien wie Vorfertigung und 3D-Druck.
- Materialkreislauf: Entwurf von Gebäuden, die sich leicht demontieren lassen, Verwendung recycelbarer oder wiederverwendbarer Materialien und Einsatz modularer Bauweisen, um die Materialrückgewinnung am Ende der Lebensdauer eines Gebäudes zu erleichtern.
- CO₂-Reduzierung: Einsatz kohlenstoffarmer Materialien (z. B. Brettsperrholz, recycelter Beton), Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebetrieb und Integration erneuerbarer Energiesysteme zur Minimierung des CO₂-Fußabdrucks.
- Abfallminimierung: Umsetzung von Abfallmanagementstrategien wie Trennung vor Ort, Wiederverwendung von Abbruchmaterialien und Einbeziehung industrieller Nebenprodukte wie Flugasche oder Schlacke in die Betonherstellung
- Flächennutzungsplanung: Sicherstellung, dass Bauprojekte mit nachhaltigen Flächennutzungsstrategien in Einklang stehen, um die Zerstörung von Lebensräumen zu minimieren, die städtische Dichte zu optimieren und Grünflächen zu integrieren. Dazu gehört, der Sanierung von Brachflächen Vorrang vor der Erschließung von Grünflächen zu geben und naturbasierte Lösungen einzusetzen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern
- Innovation und Zusammenarbeit: Förderung sektorübergreifender Partnerschaften zur Entwicklung neuer Technologien, zum Wissensaustausch und zur Förderung einer Kultur der Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bauwesen.
Lernziele
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage:
- Die Kernprinzipien des nachhaltigen Bauens und der Kreislaufwirtschaft anhand von Beispielen zu beschreiben.
- Die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von Bautätigkeiten anhand von Fallstudien oder Daten aus verschiedenen Regionen zu bewerten.
- Strategien zur Integration von Ressourceneffizienz, Materialkreislauf und Flächennutzungsplanung in Bauprojekte zu entwickeln.
- Grundlegende Konzepte der Lebenszyklusanalyse und Rahmenbedingungen für nachhaltiges Bauen anzuwenden und praktische Erfahrungen mit digitalen Technologien (z. B. BIM, GIS) zu sammeln, um Entscheidungen für nachhaltiges Bauen und Landnutzungsplanung zu unterstützen.
- Ihre Fähigkeit zur Koordination und Kommunikation mit Interessengruppen zur Förderung zirkulärer Baupraktiken unter Beweis zu stellen.
- Entscheidungen zu Bauprojekten auf der Grundlage von Landnutzungsstrategien zu begründen, die den Erhalt von Lebensräumen, die städtische Dichte und die Entwicklung von Grünflächen unterstützen.
Zielgruppen
Dieser Kurs richtet sich an Fachleute, die politische Entscheidungen und praktische Maßnahmen in Ministerien, Behörden, Kommunalverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen in Entwicklungsländern (einschließlich Schwellenländern) vorbereiten und umsetzen und sich mit Waldsanierung, Ressourcennachhaltigkeit sowie nachhaltiger gesellschaftlicher Entwicklung befassen.
Die Teilnehmer werden dazu angeregt, Konzepte des zirkulären Bauens und der Landbewirtschaftung zu erforschen und auf deren Umsetzung in ihrem beruflichen Umfeld hinzuarbeiten. Ein erster Hochschulabschluss (BA, BSc) in einem verwandten Fachbereich ist unerlässlich. Ausreichende Englischkenntnisse und eine formelle Nominierung durch die entsendende Institution sind zwingend erforderlich.
Warum teilnehmen?
- Umfangreiche Erfahrung des CIPSEM-Teams in der Durchführung hochwertiger, wirkungsvoller Schulungsprogramme, die auf die spezifischen Herausforderungen von Fachkräften in Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschnitten sind.
- Eine intensive vierwöchige Vollzeit-Lernerfahrung, die Präsenzunterricht, Exkursionen, gemeinsame Gruppenarbeit und angeleitete Selbststudieneinheiten kombiniert.
- Unterricht durch renommierte internationale und deutsche Dozenten mit fundierten akademischen und praktischen Fachkenntnissen.
- Steigerung der Motivation und beruflichen Inspiration durch Erfahrungsaustausch, gegenseitiges Lernen und starke Kohortenbindung in einer vielfältigen Gruppe von 21 Experten.
- Integration in ein umfangreiches und aktives internationales Netzwerk von Umweltfachleuten und Führungskräften, unterstützt durch kontinuierliche Alumni-Aktivitäten.
- Praktischer Transfer von Wissen und Fähigkeiten durch die betreute Entwicklung von Post-Training Action Plans (PTAPs) zur Umsetzung im beruflichen Kontext der Teilnehmer.
- Berechtigung für Kursalumni, sich für Training-to-Action-Stipendien in Höhe von jeweils 2.000 € zu bewerben, um die Umsetzung ihrer Post-Training-Aktionspläne zu unterstützen.
Wie bewerbe ich mich?
- Qualifizierte Fachleute können sich vom 27. Januar bis zum 3. März 2026 über das Online-Bewerbungsportal von CIPSEM bewerben.
- Der Lenkungsausschuss wählt bis Juni 2026 21 Teilnehmer aus; erfolgreiche Teilnehmer erhalten ein Zertifikat über die Beherrschung zirkulärer Lösungen für nachhaltiges Bauen und Landmanagement (Certificate of Proficiency in Circular Solutions for Sustainable Construction and Land Management).
Bewerbungslink: https://tud.de/cipsem/upcoming
Bitte beachten Sie vor der Bewerbung auch unsere Hinweise zur Bewerbung, Erläuterungen zum Bewerbungsportal sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Informationen über andere Kurse finden Sie unter https://tud.de/cipsem/upcoming.
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