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Das Lehr- und Forschungswild­gehege Grillenburg

Das Lehr- und Forschungswildgehege Grillenburg besteht seit 1959 mitten im Tharandter Wald, nördlich von Grillenburg. Dort werden Reh- und Rotwild unter naturnahen Bedingungen gehalten und ermöglichen die Erforschung dieser Arten, aber auch die praxisnahe Ausbildung im Rahmen des Studiums.

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Über das Lehr- und Forschungswildgehe­ge

Der Wald erfüllt eine Vielzahl an Funktionen. Menschen nutzen den Wald z. B. zur Erholung oder als vielseitige Ressource. Daneben stellt der Wald aber auch Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten dar. Durch die unterschiedlichen Nutzungsansprüche entstehen hierbei oft Konfliktfelder. 

Das Wild stellt einen wichtigen Bestandteil des Ökosystem Waldes dar. In Abhängigkeit von menschlichen Zielsetzungen kann Wild jedoch auch Schäden im Wald verursachen oder bei nicht angepassten Wildbeständen die Entwicklung des Waldes stören oder sogar verhindern. In letzter Zeit sind Bestrebungen, den Wald zu struktur- und artenreichen Mischbeständen umzubauen, wieder stärker verfolgt worden. Unangepasste Wildbestände, vor allem mit Reh- und Rotwild, stellen dabei häufig ein Hemmnis bei der erfolgreichen Etablierung dieser Waldumbauflächen dar. Eine in der Praxis in vielen Bundesländern angewandte, bewährte, aber auch sehr teure Möglichkeit, ist die Zäunung solcher Flächen. Diese großflächigen Zäunungen haben jedoch auch ganz erhebliche Nachteile. So sperren sie das Wild von Flächen mit besonders wertvoller Nahrung und Deckung aus und erhöhen somit den Druck auf umliegende Flächen. Eine Möglichkeit ist daher der Schutz einzelner Bäume durch eine Vielzahl an zur Verfügung stehenden Verfahren und Technologien oder die Regulation des Wildbestandes durch die Jagd.

Im Lehr- und Forschungswildgehege wird Wild unter möglichst naturnahen, aber doch kontrollierbaren Bedingungen gehalten und ermöglicht damit die Prüfung von Vergrämungsverfahren. Somit lassen sich neue chemische, mechanische oder akustische Wildabweiser unter wissenschaftlichen Gesichtpunkten auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Im Gegensatz zum Freiland ist z. B. der Wildbestand bekannt und kann bei Bedarf variiert werden. 

Für die Studenten/Innen der Fachrichtung Forstwissenschaften wird vor allem das Schaugehege bei Übungen und zu Demonstrationszwecken genutzt. Hier werden wichtige Demonstrationsobjekte (z. B. Schäl- und Verbissschäden, Brutbilder wichtiger Borkenkäfer) geballt auf kleiner Fläche präsentiert. Auch den auszubildenden Forstwirten oder für die Weiterbildung stehen diese Demonstrationsobjekte zur Verfügung.

Das Lehr- und Forschungswildgehege hat eine Gesamtgröße von 20 ha gezäunter Fläche. Dieses teilt sich in:

  • das Teilgehege Rotwild: 9,0 ha mit 6 bis 10 Tieren,
  • das Teilgehege Rehwild: 4,5 ha plus 4,5 ha Wechselgehege für 6 bis 10 Tiere sowie
  • das Schaugehe, in dem thematisch relevante Exponate (z. B. Schälschäden, Verbisssimulationsanlage) ausgestellt sind: 2,0 ha.