25.06.2026
74. Deutscher Kartographie Kongress
Gruppenbild aller Teilnehmenden des 74. DKK
Der 74. Deutsche Kartographie Kongress (DKK) fand vom 27. bis 29. Mai 2026 an der Technischen Universität Dresden statt. 140 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Polen, der Schweiz und der Tschechischen Republik kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in Kartographie, Geoinformation und Geovisualisierung auszutauschen.
Der Kongress begann mit einem Workshoptag, der praktische Einblicke in aktuelle Methoden und Werkzeuge bot. Neben einem von OCAD veranstalteten Workshop zur mobilen Feldkartierung wurden zwei Workshops von Mitarbeitern des Instituts für Kartographie der Technischen Universität Dresden durchgeführt: Mathias Gröbe stellte Möglichkeiten der dreidimensionalen Visualisierung mit QGIS vor, während Jakob Listabarth die Erstellung interaktiver Webkarten mit Vector Tiles und MapLibre behandelte. In der zweiten Tageshälfte fand die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Kartographie statt.
Im Mittelpunkt der beiden folgenden Kongresstage standen insgesamt 48 Fachvorträge in parallelen Sessions. Die thematische Bandbreite reichte von aktuellen Forschungsarbeiten bis hin zu praxisnahen Anwendungen. Besondere Akzente setzten die beiden Keynote-Vorträge: Jochen Topf beleuchtete die Chancen, Entwicklungen und Bedeutung freier Geodaten am Beispiel von OpenStreetMap, während Rolf Böhm das Spannungsfeld zwischen kartographischer Tradition und Innovationen zur Kartenherstellung reflektierte. Damit spannten die Vorträge einen Bogen von technologischen Entwicklungen bis hin zu grundlegenden Fragen des kartographischen Selbstverständnisses.
Begleitet wurde das Vortragsprogramm von einer kleinen Firmenausstellung mit fünf Ausstellern, die den Teilnehmenden Gelegenheit bot, sich über aktuelle Produkte, Dienstleistungen und Entwicklungen aus dem Bereich der Kartographie und Geoinformatik zu informieren.
Reger Austausch an den Ausstellerständen während der Pausen
Ergänzt wurde das Fachprogramm durch Exkursionen in die historische Kartensammlung der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden sowie zum Amt für Geodaten und Kataster Dresden. Beide Angebote ermöglichten interessante Einblicke in die Vielfalt kartographischer Arbeit – von historischen Beständen bis zu aktuellen Verwaltungs- und Digitalisierungsprojekten.
Auch der persönliche Austausch kam nicht zu kurz. Zwei Abendveranstaltungen boten Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen – ein Aspekt, der für viele Teilnehmende ebenso wertvoll ist wie das wissenschaftliche Programm selbst.
Für einen besonders erinnerungswürdigen Abschluss sorgte die Prämierung des besten Vortrags. Die meisten Stimmen erhielt Manfred Müller für seine Präsentation über den 2025 erschienenen Atlas zu den Reiserouten der Digedags, für den er sämtliche Karten erstellt hatte. Ausgerechnet dieser Atlas war jedoch als Preis für den besten Vortrag vorgesehen. Kurzerhand wurde daher der Atlas an den Zweitplatzierten, Keynote-Sprecher Rolf Böhm, vergeben. Dieser nahm die Auszeichnung mit besonderer Freude entgegen – nicht zuletzt deshalb, weil er und Manfred Müller sich seit ihrem Studium an der Technischen Universität Dresden gut kennen. Für den eigentlichen Gewinner wurde anschließend selbstverständlich ein anderer Preis gefunden.
Prämierung des besten Vortrages (v.l.: Manfred Müller, Mathias Gröbe, Rolf Böhm)
Das Konferenzprogramm kann auch rückblickend hier eingesehen werden: https://dkk.dgfk.net/