Ringvorlesung: MEHRSPRACHIGKEIT. Chancen und Herausforderungen für Schule und Gesellschaft

Inhaltsverzeichnis

    1. Format
    2. Zeit und Ort
    3. Programm
    4. Fokus der Ringvorlesung
    5. Kooperationspartner
    6. Anmeldung
      1. Anmeldung für Studierende der TU Dresden
      2. Anmeldung für Studierende anderer Universitäten und Interessierte
    7. Anrechnung in Studium generale, AQua, Ergänzungsbereich
    8. Technische Anforderungen
      1. Installation Adobe Connect
      2. Zugang zum virtuellen Vorlesungssaal
      3. Technik-Sprechstunde
      4. Linux
    9. Förderung
    10. Abstracts der Vorlesungen

Im Wintersemester 2018/19 findet am Zentrum für Integrationsstudien in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache der TU Dresden eine Ringvorlesung zum Thema "Mehrsprachigkeit" statt.

Format

Universitäten-übergreifende und E-Learning basierte Ringvorlesung für Studierende, Hochschulangehörige und Interessierte der Geistes- und Sozialwissenschaften

Zeit und Ort

  • Mittwochs, 18:30-20:00 Uhr
  • am 10.10., 14.11., 5.12.18 und 23.1.19 an der TU Dresden
    Hörsaalzentrum,
    Bergstraße 64, 01069 Dresden
    Raum HSZ/401/H
  • am 17.10., 24.10., 31.10., 21.11., 28.11., 12.12., 19.12., 9.1., 16.1., 30.1. per Webinar über Adobe Connect (s.u.)

Programm

10.
Oktober
Prof. Dr. Ulrike Jessner-Schmid; Universität Innsbruck:
Dynamik und Komplexität in der Mehrsprachigkeitsforschung
(Vorlesung an der TU Dresden, Teilnahme per Webinar möglich*
)
17.
Oktober
Dr. Mi-Cha Flubacher; Universität Wien:
Mehrsprachigkeit und das neoliberale Sprachenregime
(Vorlesung an der Universität Wien, Teilnahme per Webinar möglich)
24.
Oktober
Achim Pohlmann; SprInt Wuppertal
Praxisbeispiel Sprach- und Integrationsmittlung. Mehrsprachigkeit als Chance für Integrationsprozess und Arbeitsmarktintegration
(Vorlesung an der Universität Wuppertal, Teilnahme per Webinar möglich)
7. November

Aslı Can Ayten; Westfälische Universität Münster
Über das, was Schüler*innen wollen… - In vielen Sprachen lernen?!
Vorlesung an der Universität Wuppertal, Teilnahme per Webinar möglich)

14. November Prof. Dr. Jörg Roche; LMU München:
Über Mythen und Mehrwerte von Sprachenerwerb und Mehrsprachigkeit
(Vorlesung an der TU Dresden, Teilnahme per Webinar möglich*)  
28. November Prof. Dr. Eva Vetter; Universität Wien:

Mehr als sprachsensibel: mehrsprachigkeitsorientierte und sprachensensible Ansätze für den Unterricht im Kontext von Mehrsprachigkeit
(Vorlesung an der Universität Wien, Teilnahme per Webinar möglich)

5. Dezember

Prof. Dr. Winfried Thielmann; TU Chemnitz:
Wissenschaft – Wissenschaftssprache – wissenschaftliche Mehrsprachigkeit
(Vorlesung an der TU Dresden, Teilnahme per Webinar möglich*)

12. Dezember

Prof. Dr. Stefan Freund, Leonie Janssen; Bergische Universität Wuppertal
Mutter Latein, ihre Töchter und alle anderen - Chancen und Perspektiven einer toten Sprache im mehrsprachigen Klassenzimmer
(Vorlesung an der Universität Wuppertal, Teilnahme per Webinar möglich)

9.
Januar

Ass.-Prof. Mag. Dr. Jutta Ransmayr, Universität Wien:
Innere Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstsein und sprachliche Identität
(Vorlesung an der Universität Wien, Teilnahme per Webinar möglich)

16.
Januar

Prof. Dr. Heike Roll, Dr. Erkan Gürsoy; Universität Duisburg-Essen
Herkunftssprachenunterricht auf dem Prüfstand – Wege zu einer koordinierten Gesamtsprachenbildung
(Vorlesung an der Universität Wuppertal, Teilnahme per Webinar möglich)

23.
Januar

Dr. Sandra Vlasta; Universität Mainz:
Mehrsprachigkeit (in) der Literatur:Literarische Mehrsprachigkeit als Chance und Herausforderung
(Vorlesung an der TU Dresden, Teilnahme per Webinar möglich*)

30.
Januar
Prof. Dr. Camilla Badstübner-Kizik; Adam-Mickiewicz-Universität Poznan:

Linguistic Landscape - mehrsprachige didaktische Ressourcen vor Ort
(Vorlesung an der Universität Wien, Teilnahme per Webinar möglich)

  * Von TU-Studierenden wird die Präsenz an den Vorlesungen an der TU Dresden erwartet. Die anderen Vorlesungen können per Webinar rezipiert werden.

Fokus der Ringvorlesung

Durch Internationalisierung, Globalisierung und Migration sind die europäischen Gesellschaften mehrsprachiger geworden. Diese Entwicklung wird bekanntlich kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite löst sie (Überfremdungs-)Ängste aus; es wird befürchtet, dass Mehrsprachigkeit junge Migrant*innen kognitiv überfordert und ihre Integration behindert; die Bildungsinstitutionen, die mit ihr konfrontiert sind, stellt sie vor enorme (ideologische wie praktische) Probleme. Auf der anderen Seite wird von Seiten der Spracherwerbsforschung betont, dass individuelle Mehrsprachigkeit eine wichtige, noch zu wenig gewürdigte kognitiv-kreative Ressource darstellt; und die Sprachwissenschaft weist darauf hin, dass gesellschaftliche Mehrsprachigkeit – die nicht nur durch Minderheiten- und Migrationssprachen repräsentiert wird, sondern auch durch das Nebeneinander von nationalen und regionalen Varietäten, von Schriftlichkeit und Mündlichkeit – nur scheinbar die Ausnahme, in Wahrheit jedoch linguistische Normalität sei. Diese sei nur deshalb aus den Augen geraten, weil diese gesellschaftliche Mehrsprachigkeit lange Zeit nicht anerkannt oder sogar – im Zeichen einer national motivierten linguistischen Homogenisierung, deren Ursprünge bis weit in die frühe Neuzeit zurückreichen – unterdrückt wurde. Aus sprachenpolitischer Sicht lässt sich ergänzen, dass die Europäische Union linguistischer Diversität zwar grundsätzlich positiv gegenübersteht und diese fördert; allerdings beschränkt sie sich dabei auf einige wenige (vermeintliche) Hochwertsprachen, wohingegen die eigentlichen Migrationssprachen viel weniger Aufmerksamkeit beziehungsweise Wertschätzung erfahren. So kann es zu der paradoxen Situation kommen, dass sich der bereits vor über zwanzig Jahren diagnostizierte „monolinguale Habitus“ (Gogolin 1994) des (deutschen) Schulsystems bis heute kaum verändert hat, während sich in der Wissenschaft die Einzelsprachen zunehmend vom Englischen verdrängt sehen; beides ist problematisch und nicht zukunftsweisend.
Die Ringvorlesung will vor dem Hintergrund dieses komplexen Panoramas „Mehrsprachigkeit“ aus verschiedenen Perspektiven als vielschichtiges und kontroverses Thema in den Blick nehmen; die leitenden Stichworte dafür lauten „Diversity as opportunity“ – „Diversity as challenge“ (Jessner/Kramsch 2015).

Im Zeichen von „Diversity as opportunity“ soll Mehrsprachigkeit als Chance thematisiert werden, d.h. als semiotische Ressource, die die Zugänge zur und die Perspektiven auf Realität vervielfältigt; als kognitiv-kreative Ressource, die die sich in neuen urbanen Dialekten, in den „Sprachliche(n) Wurmlöcher(n)“ (Hinrichs), im Codeswitching und Codemixing manifestiert; und nicht zuletzt auch in der Literatur.
„Diversity as challenge“ meint demgegenüber die sich mit der Mehrsprachigkeit verbindenden Herausforderungen der Institutionen und der in ihnen sedimentierten Sichtweisen und Routinen, der eingespielten (linguistischen) Hierarchien und Machtbalancen, des geläufigen homogenen Sprachbegriffs; die Angst aber auch vor Fragmentierung, Inkommunikabilität und Verlust von (kultureller) Identität, auf die wiederum mit neuen linguistischen Essentialismen reagiert wird. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den Bildungsinstitutionen (= Schule/Hochschule) liegen: Was bedeutet es für sie, wenn die Gesellschaft linguistisch immer diverser wird?

Kooperationspartner

  • Institut für Bildungsforschung, Bergische Universität Wuppertal
  • Institut für Germanistik, Universität Wien
  • Die Ringvorlesung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Courage: Wissen, Sehen, Handeln!"
    #courage2018 // Wissen!
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Anmeldung

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich, da wir Ihnen per Mail den Link zum virtuellen Vorlesungssaal und das Passwort zusenden werden. Dies kann etwas Zeit beanspruchen, melden Sie sich daher rechtzeitig an.

Anmeldung für Studierende der TU Dresden

Studierende, die sich die Veranstaltung für AQua, Studium generale oder den Ergänzungsbereich anrechnen lassen wollen, können sich hier anmelden.

Anmeldung für Studierende anderer Universitäten und Interessierte

Die Ringvorlesung ist für alle Interessierte offen. Eine Anmeldung ist hier möglich.

Anrechnung in Studium generale, AQua, Ergänzungsbereich

Studierende der TU Dresden können sich die Teilnahme an der Ringvorlesung in Studium generale, AQua oder im Ergänzungsbereich anrechnen lassen. Sie erhalten 2 CP. 
Eine Prüfungsleistung ist nicht vorgesehen.

Technische Anforderungen

Installation Adobe Connect

Der Zugang zu den Veranstaltungen, die als Webinar abgehalten werden, erfolgt über die Software Adobe Connect, die von den Teilnehmer*innen auf ihren persönlichen Computern installiert werden muss. Ggf. muss auch der Flash Player installiert werden. Der Download von Adobe Connect ist für Windows und Mac hier kostenfrei möglich; alternativ steht Adobe Connect per Internetbrowser zur Verfügung.
Weitere Informationen des Medienzentrums der TU Dresden zur Installation und Nutzung von Adobe Connect finden Sie hier.

Zugang zum virtuellen Vorlesungssaal

Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer*innen (Studierende wie Interessierte), die sich zur Ringvorlesung angemeldet haben, eine Email mit dem Link zum virtuellen Vorlesungssaal sowie Passwort.

Technik-Sprechstunde

Für alle Teilnehmer*innen der Ringvorlesung „Mehrsprachigkeit“, die sich nicht zutrauen, für die Webinar-Sitzungen die Technik selbstständig am heimischen PC einzurichten, bieten wir eine Technik-Sprechstunde an.

Montag, 8.10.2018
18:30-19:30 Uhr
Raum: SE2-211, Seminargebäude 2, Zellescher Weg 22, 01217 Dresden
Tutor: Rico Ehren
Bitte persönliches Notebook (idealerweise bereits mit Adobe Connect, ggf. Flash Player installiert) mitbringen!

Falls Sie nicht persönlich an dieser Sitzung erscheinen können, besteht auch die Möglichkeit, sich zu dieser Zeit vom heimischen PC schon einmal probeweise in den virtuellen Vorlesungssaal einzuloggen, um zu testen, ob der Zugang funktioniert.

Linux

Adobe Connect unter Linux kann nur mit Einschränkungen und nur mit bestimmten Browsern verwendet werden. Bitte beachten Sie folgende Hinweise.

Förderung

Finanziert wird die Ringvorlesung durch die Fakultät Sprach, Literatur- und Kulturwissenschaften der TU Dresden und die Gesellschaft von Freunden und Fördereren der TU Dresden e. V.

Abstracts der Vorlesungen

Die Abstracts der Vorlesungen finden Sie hier.

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Karoline Oehme-Jüngling
Letzte Änderung: 23.10.2018