05.05.2026
Schulentwicklung, Forschungsergebnisse und Transferpotenzial – 6. Bericht der Evaluationskommission zur Universitätsschule Dresden liegt vor
Der Schulversuch Universitätsschule Dresden wird seit 2020 von einer Struktur- und Evaluationskommission im Prozess der Schulentwicklung und Forschung begleitet. Das Gremium aus namhaften Bildungswissenschaftler:innen und erfahrenen Praktiker:innen legt nun den sechsten Bericht vor.
Der Bericht würdigt die beeindruckenden Fortschritte und zukunftsweisenden Entwicklungen des Schulversuchs sowie der zugehörigen Forschungsstelle an der Technischen Universität Dresden. Gleichzeitig formuliert die Kommission klare Empfehlungen für die zukünftige Unterstützung und Weiterentwicklung des innovativen Projekts von TUD und Stadt Dresden.
Innovationen in der gymnasialen Oberstufe
Ein zentrales Thema des Berichts ist die Einführung der gymnasialen Oberstufe an der Universitätsschule Dresden, deren Konzept 2025 vom Ministerium genehmigt wurde. Im Schuljahr 2026/27 werden die ersten Schüler:innen an der Universitätsschule Dresden in die Klassenstufe 11 eintreten. Die Kommission hebt das innovative pädagogische Modell hervor, das projektbasiertes Lernen weiterführt und mit wissenschaftspropädeutischen Ansätzen vereint. Als innovativ bewertet die Kommission den Umgang mit Fachlichkeitsprinzip und Lernorganisation, die Lernformate und Dokumentation ebenso die Flexibilität der individuellen Lernwege und die Lernbegleitung. „Das Konzept der gymnasialen Oberstufe der Universitätsschule Dresden ist nicht nur ein Modell für Sachsen, sondern hat das Potenzial, bundesweit als Vorbild für die Weiterentwicklung des gymnasialen Bildungssystems zu dienen“, betont Prof. Dr. Matthias Martens (Universität zu Köln), Vorsitzender der Kommission.
Forschung und Transfer
Die Forschungsstelle Universitätsschule ForUS wird im Bericht als zentraler Baustein der schulischen Entwicklung hervorgehoben. Sie konnte 2025 bedeutende Drittmittelprojekte, wie „Go-Flexi“ zur Flexibilisierung der Oberstufe und „QualiPro“ zur Qualität der Lernprozessbegleitung in der Sekundarstufe I, erfolgreich weiterführen. Die Arbeit von Hochschulen und Schulen in diesen Verbundprojekten wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
Die weitere Auswertung der Ergebnisse von Lernstandserhebungen an der USD zeigen, dass die Kinder und Jugendlichen an der Universitätsschule mit den Schülerinnen und Schülern in Dresden vergleichbare Leistungen erzielen. Untersucht werden durch die Forschungsstelle ForUS die Kompetenzen in Mathematik und Rechtschreibung.
Ein weiterer Erfolg ist die Transferleistung aus dem Schulversuch in die Lehrer:innenbildung. Das alternative Lehramtspraktikum, das an der Universitätsschule entwickelt wurde, wird mittlerweile an 15 weiteren Schulen in Ostsachsen umgesetzt. Dies unterstreicht die Rolle der Universitätsschule als Entwicklungsraum auch für die Lehrkräfteausbildung.
Herausforderungen und Empfehlungen
Neben der erfolgreichen Entwicklungs- und Forschungsarbeit weist der Bericht auch auf Herausforderungen hin. Insbesondere die fehlende langfristige Ressourcenausstattung für die wissenschaftliche Begleitung wird als Hindernis für die nachhaltige Entwicklung der Universitätsschule angesehen. Die Kommission fordert das Ministerium und die Hochschulleitung auf, die notwendigen personellen und finanziellen Grundlagen zu schaffen, um eine kontinuierliche und evidenzbasierte Schulentwicklung zu gewährleisten. Konkret werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Langfristige Finanzierung der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation.
- Verstärkte Unterstützung der Schulleitung und Lehrkräfte durch den Erhalt von Abminderungsstunden für die Entwicklungsarbeit.
- Ermöglichung innovativer Prüfungsformate im Rahmen des Schulversuchs an einer „Landesversuchsschule“.
Bedeutung für das Bildungssystem
Die Universitätsschule Dresden hat sich in ihrer Rolle als Versuchsschule und Forschungsstandort nicht nur in Sachsen, sondern auch bundesweit einen Namen gemacht. Die Kommission betont die Bedeutung der Schule als Modell für die Weiterentwicklung des Bildungssystems und fordert eine stärkere Unterstützung durch Politik und Wissenschaft.
„Die Universitätsschule Dresden ist ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie innovative und wissenschaftsbasierte Ansätze in der Praxis funktionieren können. Es liegt in der Verantwortung aller Akteure, diese Entwicklung zu sichern und weiter voranzutreiben“, fasst Prof. Dr. Martens zusammen.
Über die Struktur- und Evaluationskommission
Eine Übersicht der Mitglieder und mehr Informationen zur Arbeit der Struktur- und Evaluationskommission finden sich auf der Seite zum Forschungsprojekt Universitätsschule Dresden.
Download 6. Kommissionsbericht der externen Struktur- und Evaluationskommission des Schulversuchs Universitätsschule Dresden für das Jahr 2025 (pdf)
Über die Universitätsschule Dresden
Die Universitätsschule Dresden ist ein gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt Dresden und der Technischen Universität. Sie ist eine öffentliche und kostenfreie Gemeinschaftsschule in städtischer Trägerschaft, an der unter wissenschaftlicher Begleitung innovative Formen des Lehrens und Lernens erprobt werden. Darüber hinaus ist sie Ausbildungsschule für zukünftige Lehrkräfte und künftig auch Weiterbildungsschule für Lehrer:innen. Wissenschaftlich begleitet wird der Schulversuch von der Forschungsstelle ForUS an der TU Dresden.
Informationen zum Forschungsprojekt an der TU Dresden: https://tu-dresden.de/gsw/unischule
Informationen zur Universitätsschule Dresden: http://universitaetsschule.org
Auf verschiedenen Social-Media-Kanälen finden Sie unter @unischuleTUD Einblicke in das Forschungsprojekt und den Schulalltag : Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Neuigkeiten aus dem Projekt Universitätsschule Dresden gibt es regelmäßig im GSW-Newsletter.
Ansprechpartnerin
Maria Neuland Agüero
Tel.: +49 173 260 9451