Professionalisierung im Alternativen Lehramtspraktikum (ALSO)
Inhaltsverzeichnis
- Einführungsveranstaltung – Struktur und Anregungen für die ersten Lerntage
- Schulbesuch – Orientierung vor dem ersten Lerntag
- Begleitseminar – Individuelle auf die Schule bezogene Beratung
- Begleitung durch (Senior-)Mentor:innen vor Ort
- Kollegiale Fallberatung (KFB) – Gegenseitig stärken in heruasfordernden Situationen
- Unterstützung für Mentorinnen und Mentoren
- Beratung für die ALSO-Schulen und Erfahrungsaustausch
Die Studierenden werden im semesterbegleitenden Schulpraktikum von der Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Inklusive Bildung (EWIB) begleitet. Das Ziel ist hierbei die intensive Reflexion der Erfahrungen aus den Praxistagen, das gemeinsame Finden von Lösungen für pädagogische Herausforderungen – immer gespiegelt an der gelehrten Theorie im Lehramtsstudium.
Auch für die weiteren Akteure vor Ort in den Schulen gibt es verschiedene Austausch- und Reflexionsformate.
Einführungsveranstaltung – Struktur und Anregungen für die ersten Lerntage
Bei der Einschreibung wählen die Studierenden den Praktikumstag (Mittwoch, Donnerstag oder Freitag) und die Praktikumsschule (im Schuljahr 2025/26 15 Schulen hauptsächlich in Ostsachsen) aus. Die Einführungsveranstaltung klärt über die Struktur des neuen Formats, die zu erbringenden Leistungen und über die organisatorischen Fragen, z.B. zu Arbeitsverträgen für die vergüteten Einsätze nach dem erbrachten Pflichtteil, auf sowie Lifehacks fürs Praktikum.
Im Alternativen Lehramtspraktikum (semesterbegleitenden Blockpraktikum A) stehen Classroom Management und das Lernen lernen im Vordergrund. Die Studierenden lernen Methoden für die individuelle Lernbegleitung kennen, die bereits an der Universitätsschule Dresden erfolgreich eingesetzt werden. Sie machen sich mit Lernmaterialien aus dem stetig wachsenden Materialpool vertraut und bereiten gemeinsam den ersten Lerntag für einen gelingenden Einstieg vor.
Schulbesuch – Orientierung vor dem ersten Lerntag
Vor dem Start des Praktikums besuchen die Klassenteams (in der Regel 4 Studierende für eine 5. Klasse an einer Oberschule) ihren zukünftige Einsatzort. Sie lernen ihre zukünftigen Kolleg:innen, die Schule und die Stadt kennen, können sich mit der Anreise und der angebotenen Unterbringung vertraut machen, bevor sie nach den Herbstferien in das semesterbegleitende Schulpraktikum starten.
Begleitseminar – Individuelle auf die Schule bezogene Beratung
Im Begleitseminar treffen sich die Klassenteams der Schulen alle zwei Wochen zum Coaching mit den Dozentinnen der TU Dresden. Das Treffen findet in der Regel per Videokonferenz statt. So kann es gut in den Studienalltag integriert werden.
Thematisiert werden aktuelle Inhalte der gemeinsamen Lerntage, Herausforderungen und gut gelungene Ansätze. Vor allem wird in diesem Rahmen der Bezug zwischen der an der Hochschule gelernten Theorie und der Erfahrung an den Praxistagen gemeinsam hergestellt.
Begleitung durch (Senior-)Mentor:innen vor Ort
An den ALSO-Schulen unterstützen die sogenannten (Senior-)Mentorinnen, ehemalige Lehrkräfte an eben dieser Schule, die Studierenden bei praktischen und organisatorischen Fragen. So lernen die Studierenden die klassischen Lösungen und administrativen Herangehensweise für Alltagsprobleme kennen. Auch für den Austausch zu pädagogischen Themen und Beobachtungen stehen die erfahrenen Lehrkräfte zur Verfügung.
Für die (Senior-)Mentorinnen gibt es eine Fortbildungsveranstaltung. Hier machen die ehemaligen Lehrkräfte sich mit den Rahmenbedingungen, Zielen und ihrer Rolle in dem neuen Praktikumsformat vertraut. Mehr Informationen dazu finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Kollegiale Fallberatung (KFB) – Gegenseitig stärken in heruasfordernden Situationen
Die KFB ist ein Austausch- und Reflexionsformat für Lehrende. Sie wird angeboten von der ELF - Erziehungswissenschaftliche Lehr- und Forschungswerkstatt der TU Dresden.
Stehen die ALSO-Studierenden vor herausfordernden Situationen in ihrem Unterricht, können sie u.a. in diesem Rahmen Unterstützung erfahren.
Bei der Beratung in Kleingruppen können sie pädagogische Handlungsprobleme aus ihren Vorlesungen, Seminaren, Exkursionen, Praktika in einem vertrauensvollen Rahmen und in geschützter Atmosphäre zu besprechen.
Die Kollegiale Fallberatung bietet:
- Austausch auf Augenhöhe: Studierende teilen ihre Erfahrungen und profitieren von den Perspektiven und Ratschlägen ihrer Kolleg:innen / Kommiliton:innen.
- Praktische Lösungen: Die zukünftigen Lehrkräfte bringen konkrete Fälle aus ihrem Schulalltag ein, wie z.B. wiederholt herausforderndes Verhalten von Schüler:innen, und erarbeiten sich praxisorientierte Lösungsvorschläge im gemeinsamen Gespräch peer-to-peer.
- Professionelle Weiterentwicklung: Früh im Studium reflektieren die Lehrkräfte in Ausbildung ihre Berufsbild und lernen ihre Erfahrungen und auch Sorgen zu teilen.
So funktioniert es:
- Fall einbringen: In Absprache mit der Gruppe präsentieren die Teilnehmer:innen einen Fall aus ihrem Lehramtspraktikum.
- Gemeinsame Analyse: Die Gruppe analysiert den eingebrachten Fall in verschiedenen Phasen, deutet die Situation und entwickelt Perspektiven.
Die Vorteile:
- Wertvolle Impulse und neue Sichtweisen durch kollegialen Austausch
- Förderung der eigenen beruflichen und persönlichen Entwicklung
Unterstützung für Mentorinnen und Mentoren
Nach der Fortbildung können die Mentor:innen den Austausch in regelmäßig angebotenen Onlinekonferenzen fortsetzen.
Gemeinsam mit dem Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen lädt das Projektteam zur Mentorenfortbildung ein. Die Veranstaltung bereitete (ehemalige) Lehrkräfte gezielt darauf vor, Lehramtsstudierende im neu konzipierten, semesterbegleitenden Praktikum professionell zu begleiten. Neben der Reflexion der eigenen Rolle als Mentorin oder Mentor und der Entwicklung von Strategien zur konstruktiven Begleitung erhalten die Teilnehmenden umfassende Informationen über Aufbau, Ablauf und Zielsetzungen der Praktikumsstruktur. Dieser klare Orientierungsrahmen ermöglicht sowohl Mentorinnen und Mentoren als auch Studierenden eine kontinuierliche und transparente Unterstützung im Praktikumsverlauf.
Die Mentorenfortbildung ist ein Unterstützungsangebot der Projektmitarbeiterinnen an der Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Inklusive Bildung (EWIB), die auch die Studierenden im ALSO-Praktikum betreuen. Im Laufe des Schuljahres bieten sie regelmäßige virtuelle Treffen an, die je nach Austausch- und Abstimmungsbedarf von den Mentorinnen und Mentoren wahrgenommen werden können.
Beratung für die ALSO-Schulen und Erfahrungsaustausch
Die Projektleiterin und Projektmitarbeiterinnen sind regelmäßig vor Ort an den teilnehmenden Schulen und führen zum Beispiel gemeinsame Reflexionsrunden mit den Studierenden durch. Bei diesen Besuchen haben stets auch Beratungen zu aktuellen Herausforderungen und erreichten Meilenstein am jeweiligen Standort ihren Platz.
Projektleiterin Anke Langner, Schulleiterin Sabrina Hälschke und einer Seniormentorin aus Zittau im Gespräch über die USD-Lerntagebücher.
Bei einem ALSO-Projekttreffen im Januar 2026 an der Universitätsschule Dresden konnten Vertreter:innen der teilnehmenden Schulen ihre Erfahrungen austauschen, aber auch Entwicklungsvorschläge an das Projektteam formulieren. Bei einer Schulführung lernten sie den Ursprungsort des semesterbegleitenden Schulpraktikums kennen und gewannen Einblicke in das didaktische Konzept für individuelle Lernwege in kooperativen Settings in den höheren Jahrgängen sowie seine Umsetzung.