Interview mit Dr. Rainer Schaffer
Es gibt in Deutschland mittlerweile einige Studienmodelle zur Lehrkraftgewinnung im beruflich-technischen Bereich. Die Studienoption IngPäd+ (ehemals OptLA) wurde ab 2019 an der TU Dresden mit drei sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften entwickelt und seit 2022 an der Hochschule Mittweida und der Westsächsischen Hochschule Zwickau auch umgesetzt.
Dr. Rainer Schaffer ist seit August 2021 Koordinator der Studienoption IngPäd+ (ehemals OptLA). Im folgenden Interview werden von ihm einige wichtige Fragen beantwortet.
"Studieneinstieg in Mittweida oder Zwickau über den Bachelorstudiengang Ingenieurpädagogik, gemeinsame hochschulübergreifende digiale und hybride Lehrveranstaltungen, nach dem Studienabschluss Wechsel in das Lehramtsstudium an der TU Dresden mit Anrechnung vieler Studienleistungen des Bachelorstudiengangs."
- Praxisorientierteres Studium in den Fachrichtungen
- Studieneinstieg mit Fachhochschulreife möglich
"Drei Aspekte führten zur Entwicklung des Studienangebots.
- Interessierte in der Region sollen für ein Lehramtsstudium gewonnen werden. Gleichzeitig erhoffen wir uns damit, dass die Absolventen dann auch in ihrer Region bleiben.
- Die fachwissenschaftliche Ausbildung soll durch das Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften praxisnäher sein.
- Studierende mit einer Fachhochschulreife erhalten die Möglichkeit, ein Lehramtsstudium zu absolvieren."
"Da diese Studienoption mit einem Bachelor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften beginnt, wird nur die Fachhochschulreife für das Studium benötigt. Eine Berufsausbildung oder einjähriges Berufspraktikum in der gewählten Fachrichtung ist empfehlenswert, denn diese Erfahrungen sind für das Studium hilfreich und Voraussetzung für die erste Staatsprüfung am Ende des anschließenden Lehramtsstudiums an der TU Dresden."
"Mit dem Bachelor-Studium der Ingenieurpädagogik macht man einen Zwischenschritt. Dies bietet alternative Optionen, falls man sich nicht sicher ist, ob eine Lehrtätigkeit an einem Beruflichen Schulzentrum das richtige für einen ist. Das Bachelorstudium kann man mit einer Fachhochschulreife beginnen. Das Bachelor-Studium findet ggf. in oder näher an der Heimat statt."
- Lehrtätigkeit an einem berufliches Schulzentrum
- Pädagogische Tätigkeiten im betrieblichen oder außerbetrieblichen Umfeld
- Ingenieur in der freien Wirtschaft
- In der Region den Einstieg in das Pädagogikstudium wagen.
- Mit der Fachhochschulreife zum Universitätsstudium kommen.
- Bachelorabschluss und später die Staatsprüfung ermöglichen viele spätere Berufsoptionen